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TRAINER: Pep Guardiola hat mit dem FC Barcelona alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Bei Bayern klappte es im ersten Jahr auf Anhieb mit dem Double aus Meisterschaft und Pokalsieg
Joesep Guardiola führte Barcelona 2009 und 2011 zum Champions-League-Titel © getty

Die Spekualtionen um den Ex-Barca-Trainer nehmen wieder Fahrt auf. Die Bayern-Führung hält aber am bisherigen Zeitplan fest.

Von Matthias Becker

München - Bei der Musikalität hat Matthias Sammer noch Nachholbedarf, wie er beim Adventsbesuch beim Fanklub "Unteres Brenztal" selbst eingestand.

Nach dem Einzug mit Blaskapelle und Sepplhut oder den Hammerschlägen auf den Amboss gestand der Sportvorstand des FC Bayern München:

"Ich konnte den Takt nicht richtig halten. Ich war bemüht, aber nicht gut, das muss ich schon zugeben", sagte der 45-Jährige.

Von den neuen Gerüchten um ein angebliches Interesse am ehemaligen Barca-Coach Pep Guardiola lässt sich die Bayer-Führung aber nicht aus dem Rhythmus bringen.

Lieber Bayern als England?

Guardiola ziehe angeblich den Trainerposten bei Rekordmeister einem Engagement bei Chelsea oder Manchester City vor, berichtete die englische "Sunday Times".

Demnach schätze der spanische Ex-Coach des FC Barcelona, der sich aktuell eine Auszeit nimmt, die professionelle Führung des FC Bayern.

Neben ehemaligen Weltklasse-Spielern in der Vereinsspitze seien auch die Mischung von deutschen und ausländischen Spielern und die Jugendarbeit beim FCB positive Aspekte für Guardiola.

Vor allen Gerüchten über eine Verpflichtung des Spaniers steht in München allerdings die Entscheidung, ob Trainer Jupp Heynckes seinen auslaufenden Vertrag doch verlängert.

Sammer und Hoeneß entspannt

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge versichert in der "Bild": "Erst reden wir 2013 mit Jupp Heynckes."

Und auch Sammer und Klub-Präsident Uli Hoeneß wollen vom vorgesehenen Zeitplan nicht abrücken. Heynckes und Rummenigge werden sich zu gegebener Zeit zusammensetzen, versicherte Sammer:

[kaltura id="0_u26s0fda" class="full_size" title="Hoene in Bestform"]

"Wie abgesprochen. Das akzeptiere ich. Ich bin froh, dass es eine klare Linie gibt", sagte er und riet den Fans: "Vertrauen Sie unserem Trainer. Das ist das Beste, was sie machen können."

Hoeneß vertagte sämtliche Gespräche auf die Zeit nach Weihnachten. "Vorher werden wir die Personaldiskussionen nicht eröffnen. Wir wollen mit Ruhe in die Weihnachtstage einziehen", sagte der 60-Jährige.

Erfolgsbilanz mit Barca

Es ist nicht das erste Mal, dass es Spekulationen um Guardiola als Heynckes-Nachfolger gibt. Schon im Sommer hieß es, der Erfolgstrainer, der mit Barca in vier Jahren 14 Titel gewann, könne sich ein Engagament in München durchaus vorstellen.

Auch Hoeneß hat bereits Gefallen an Guardiola signalisiert. Nur die Sprachbarriere sei ein möglicher Hinderungsgrund, sagte er vor Monaten. Aber auch daran könnte Guardiola ja inzwischen schon arbeiten.

Gespräche mit seinem Bruder und Berater Pere hätten bereits stattgefunden, schreibt die "Sunday Times".

Mega-Angebot von Chelsea?

Der Zeitpunkt für eine Entscheidung über Guardiolas Zukunft rückt jedenfalls näher. Im Sommer erläuterte Jose Maria Orobitig, weiterer Berater des Coaches, dass Guardiola sich womöglich im Februar oder März 2013 neu ausrichten könnte.

Zuletzt hatte "ESPN" berichtet, Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch biete Guardiola 25 Millionen Euro Jahresgehalt, um ihn zu den Blues zu locken.

Spekulationen um ein Engagament als brasilianischer Nationaltrainer bestätigten sich nicht, diesen Job hat Luiz Felipe Scolari übernommen.

Slomka verlängert in Hannover

Eine mögliche Alternative zu Guardiola kommt für die Bayern jedenfalls nicht mehr in Frage: Mirko Slomka, auch immer wieder als möglicher Heynckes-Nachfolger genannt, verlängerte am Wochenende seinen Vertrag bei Hannover 96 bis 2016.

Ohnehin können die Münchner das Thema aber ganz entspannt angehen. Das Horror-Szenario eines dritten Jahres in Folge ohne Titel ist in weiter Ferne, da die Bayern mit elf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze thronen. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Es lag noch nie ein Pokal unterm Weihnachtsbaum", sagte Sammer zwar.

Aber mit der wahrscheinlichen Meisterschaft im Rücken lässt sich das Thema Trainer ganz entspannt angehen.

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