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Thorben Marx (M.) brachte Gladbach beim FC Bayern per Elfmeter in Führung © imago

Bayern kommt gegen Gladbach nicht über ein Remis hinaus und verpasst den Hinrunden-Rekord von 2005. ter Stegen ragt heraus.

Aus München berichtet Mathias Frohnapfel

München - Für die Lasershow in der Arena war alles angerichtet, doch Borussia Mönchengladbach hat dem FC Bayern den Hinrundenabschluss verdorben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die "Fohlen" eroberten beim FCB ein 1:1-Remis und fügten so der ansonsten starken FCB-Bilanz einen kleinen Makel bei.

Für Gladbach traf Thorben Marx, der einen umstrittenen Handelfmeter kühl verwandelte (21.). Xherdan Shaqiri besorgte den Münchner Ausgleich (59.), mehr sprang trotz engagierten Anrennens für den Herbstmeister nicht heraus.

Die Borussia erwies sich so nach zwei Siegen in der Vorsaison erneut als FCB-Angstgegner.

"Die lauern auf ein, zwei Szenen"

"Die Gladbacher spielen mit drei Sechsern und lauern auf ein, zwei Szenen. Die wollten wir eigentlich nicht zulassen. Aber so gehen sie mit einem Punkt nach Hause", sagte Sportvorstand Matthias Sammer.

Gladbachs Manager Max Eberl war zufrieden: "Die Mannschaft hat sehr aufopferungsvoll gekämpft. Wir haben es den Bayern schwer gemacht. Mit dem 1:1 können wir alle Weihnachten ganz gut leben."

Zudem trübte die Verletzung von Javier Martinez, der mit einer Sehstörung vom Feld musste, die Laune der Münchner. (651835DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Bayern startet mit Mandzukic

Jupp Heynckes ließ seine Startformation nach dem 2:0-Sieg in Augsburg unverändert.

So spielte auch Javier Martinez, obwohl er sich im Training eine Kapselzerrung zugezogen hatte. Auch Mario Mandzukic begann, obwohl Mario Gomez beim FCA getroffen hatte

Die Partie startete verhalten, auch weil ein Teil der Fans ihren Protest gegen das Sicherheitskonzept der DFL fortsetzte.

Allerdings weckten die Münchner zumindest in den ersten zehn Minuten ihre Anhänger mit einem gefährlichen Kopfball von Thomas Müller (5.) und einem flinken Solo von Franck Ribery. Der Abschluss des Franzosen endete aber in den Armen von Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen (6).

Danach kam den Münchnern der Schwung etwas abhanden und Gladbach stand mit der ersten schnellen Aktion im Strafraum des FCB.

Mike Hanke hatte den Ball erobert und weitergeleitet, Tolga Cigeri setzte zum Schuss an und traf den Arm von Jerome Boateng. Schiedsrichter Tobias Welz zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt, auch wenn der Arm regelkonform am Körper angelegt schien.

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Marx eiskalt vom Punkt

Thorben Marx ließ mit einem strammen Schuss vom Punkt Manuel Neuer keine Chance (21.).

Die Bayern liefen jetzt wütend dem Rückstand hinterher, die erhoffte Rekord-Herbstmeisterschaft drohte zu platzen.

Ribery feuerte aus 18 Metern aufs Tor, ter Stegen musste sein ganzes Können auspacken, um den Ball zu parieren (26.).

Und als Gladbachs Torhüter schon geschlagen schien, rettete nach Freistoß von Bastian Schweinsteiger der Borussen-Angreifer Juan Arango auf der Linie (31.).

Martinez muss verletzt runter

Zur Halbzeit lag der Münchner Ballbesitzt bei über 60 Prozent, hinzu kamen ein Dutzend Torschüsse, doch kein Ertrag.

Die Hausherren ärgerten sich über den Rückstand und sorgten sich um Martinez, der nach einem Zweikampf wegen Sehstörungen von Xherdan Shaqiri ersetzt wurde (38.).

Neuer schockt Bayern-Anhang

Die Gladbacher wurmte umgekehrt, dass Patrick Herrmann eine überhastete Aktion von Neuer nicht nutzte. Der Bayern-Keeper kam 35 Meter aus seinem Tor gestürzt, um einen Gladbacher Konter zu bereinigen, wurde von Herrmann aber ausgespielt.

Der flinke Flügelspieler vermochte aber die Möglichkeit aus der Distanz nicht zu nutzen, schoss zu unplatziert.

Nach der Pause starteten die Münchner mit Wut im Buch. Nach gekonnter Ablage von Müller zog Schweinsteiger aus zwölf Metern ab, ter Stegen hielt erneut überragend (48.).

Shaqiri bricht den Bann

Das Spiel auf ein Tor setzte sich aber fort: Allerdings hatte etwa Dante bei einem Kopfball gegen seine Ex-Kollegen Pech (55.), ehe Heynckes die Offensive weiter ankurbelte.

Für den glücklosen Mandzukic kam Gomez (57.) und der sah wenig später, wie Shaqiri fulminant ausglich. Der Schweizer deckte hellwach die Lücke in Gladbachs Abwehr auf, sprintete in einen Aussetzer von Marx und vollendete aus zehn Metern (59.).

Ter Stegen überragt

Das Spiel hätte ab jetzt gut und gerne FC Bayern - ter Stegen lauten können, so nahm der Rekordmeister den Borussia-Kasten unter Beschuss. Doch ter Stegen steigerte sich mit jedem Geschoss, das auf ihn abgegeben wurde.

So entschärfte er Schweinsteigergs Versuche (72., 78.) und warf sich gekonnt in zig Münchner Flankenbälle.

Am Ende blieb es so beim Unentschieden, das sich die Gladbacher mit einer couragierten Abwehrleistung verdienten.

Die Lasershow als Dank an die Fans startete nach Abpfiff trotzdem in der dunklen Arena, auch wenn der erhoffte Heimerfolg ausblieb.

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