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Stefan Kießling (l.) kam 2006 vom 1. FC Nürnberg zu Bayer Leverkusen © imago

Bayer schlägt einen schwachen HSV und verkürzt den Rückstand auf Bayern. Kießling ist mit zwei Toren der entscheidende Mann.

Leverkusen - Bayer Leverkusen überwintert in der Bundesliga als erster Verfolger von Bayern München und hat den Rückstand im Hinrunden-Finale auf neun Punkte verkürzt.

Nach einer phasenweise ganz starken Vorstellung bezwang die Werkself den Hamburger SV um den langjährigen Bayer-Torhüter Rene Adler mit 3:0 (2:0) und machte damit zwei Zähler auf die Bayern wett, die am Freitag nur 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach gespielt hatten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mann des Tages war Stefan Kießling.

Mit seinem beiden Toren (27. /66.) schraubte er seine persönliche Bilanz auf zwölf Treffer in der Saison und 25 im Kalenderjahr, zudem bereitete er das 2:0 durch Andre Schürrle und somit Bayers 1900. Bundesliga-Tor vor (36.).

"Wir können natürlich sehr zufreiden sein. Ich freue mich über die beiden Tore", sagte Kießling anschließend.

HSV erschreckend schwach

Der HSV verabschiedete sich dagegen nach zuvor drei Spielen ohne Niederlage mit einer erschreckend schwachen Vorstellung aus dem Jahr 2012 und rutschte wieder ins Tabellen-Mittelfeld ab.

Nationaltorhüter Adler, der nach zwölf Jahren bei Bayer erstmals gegen Leverkusen im Tor stand, erlebte keine schöne Rückkehr ins Rheinland. (651835DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Zwar wurde der 27-Jährige von den Fans der Gastgeber mit sehr freundlichem Applaus bedacht und von den alten Kollegen im Kabinengang begrüßt, doch mit dem Anpfiff war es mit den Herzlichkeiten vorbei.

"Wir haben versagt", suchte Adler nicht nach Ausreden.

Keine Gnade mit Adler

Die Ex-Kollegen kannten keine Gnade, die neuen Mitspieler ließen ihn gleich mehrfach im Stich.

Beim Essen am Samstagabend mit vielen Leverkusener Bekannten, zu dem Adler schon vor Tagen geladen hatte, war seine Stimmung wohl alles andere als weihnachtlich.

Schon auf dem Feld schrie er mehrmals seinen Frust heraus.

Nur einen kleinen Durchhänger

Bayer hatte vor 29.489 Zuschauern in der starken ersten Halbzeit lediglich einen kleinen Durchhänger zwischen der 20. und 25. Minute.

In dieser hätte der HSV durch Heung Min Son in Führung gehen können (22.), doch Kießlings 1:0 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt.

Nach einer Hereingabe von Schürrle, der in der 3. Minute schon freistehend den Pfosten getroffen hatte, gab Gonzalo Castro dem Ball mit der Fußspitze den entscheidenden Impuls, und Adler war gegen den Schuss des besten Torjägers 2012 aus kurzer Distanz machtlos.

Kießling legt für Schürrle auf

Das 2:0 bereitete Kießling mit einem schönen Pass auf Schürrle vor, Michael Mancienne ließ sich mit einer Körpertäuschung ausspielen wie ein Jugendspieler, und der HSV-Keeper war erneut machtlos.

Zwar hatte Artjom Rudnevs kurz nach dem 0:1 noch den Pfosten getroffen (28.), doch insgesamt war die Leistung der Hanseaten im ersten Durchgang eines selbsternannten Europacup-Anwärters (Trainer Thorsten Fink) unwürdig.

Ohne den weiterhin verletzten Rafael van der Vaart fehlte dem Spiel die Struktur, zudem prägten peinliche Abspielfehler (Dennis Aogo, Milan Badelj) oder Anfängerfehler (Mancienne) das Geschehen.

Umgebaute Bayer-Abwehr

Nach der Pause war der HSV zumindest engagierter, aber nur wenig überzeugender. Die ohne die gesperrten Stefan Reinartz und Daniel Carvajal zwangsläufig umgebaute Bayer-Abwehr kam nur selten in Verlegenheit.

Bayer-Keeper Bernd Leno erlebte einen wesentlich entspannteren und freudigeren Nachmittag als sein Vorgänger auf der Gegenseite und verdiente sich sogar noch einen Scorerpunkt:

Nach seinem Abschlag trat HSV-Kapitän Heiko Westermann ein Luftloch, und Kießling lupfte den Ball über den frustrierten Adler zum 3:0 ins Tor.

Zuvor hatte der HSV-Keeper noch Glück gehabt, als Schürrle die Latte und damit zum zweiten Mal an diesem Tag Aluminium traf.

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