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Huub Stevens (l.) übernahme Schalke zum zweiten Mal im September 2011 © getty

Schalke-Trainer Stevens steht nach der Pleite gegen Freiburg kurz vor dem Aus. Ein Treuebekenntnis von Manager Heldt bleibt aus.

Von Jakob Gajdzik und Thorsten Langenbahn

München/Gelsenkirchen - Auf ein Treuebekenntnis wartete man vergebens.

Die 1:3-Niederlage der Schalker zu Hause gegen den SC Freiburg (Bericht) machte die Frage nach der Zukunft von Trainer Huub Stevens zum hochsensiblen Thema.

"Das ist keine gute Situation", sagte ein frostiger Manager Horst Heldt nach dem sechsten Spiel der Königsblauen ohne Sieg und dem Abrutschen auf Platz sieben bei "Sky". (651835DIASHOW: Der 17. Spieltag)

"Wir liegen hinter unseren Erwartungen. Wenn man solange nicht erfolgreich spielt, ist das nicht in Ordnung", legte der 43-Jährige nach.

Keine Einzelkritik von Heldt

Ein Lob für Stevens hört sich anders an, denn wer sonst als der Trainer ist für die sportliche Leistung der Mannschaft verantwortlich?

Die Spieler stellte Heldt nach dem leblosen Auftritt nicht an den Pranger, wollte "auf eine Einzelkritik verzichten".

Explizit auf den niederländischen Trainer angesprochen, wich Heldt komplett aus.

"Muss meine Gedanken sammeln"

"Ich verstehe die Frage, aber haben Sie Verständnis, dass ich nach der Niederlage erst meine Gedanken sammeln muss", vermied er jeglichen Kommentar, der Stevens auch nur etwas Hoffnung machen könnte.

Eine Entscheidung über die Zukunft von Schalkes "Jahrhundertrainer" könnte schneller fallen als gedacht.

Es ist noch nicht einmal gesichert, ob Stevens am Dienstag im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz noch auf der königsblauen Bank sitzen wird.

"Wir werden alles beantworten, wenn es soweit ist", sagte Heldt kryptisch.

Stevens: "Will Vertrag erfüllen"

Stevens selbst flüchtete sich in Allgemeinplätze:

"Ich habe einen Vertrag bis zum Ende der Saison und will diesen auch erfüllen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich bei den Spielern nicht mehr ankomme."

Dabei fing der am Ende so betrübliche Abend für den Champions-League-Achtelfinalisten gut an.

Schalke ging durch Jefferson Farfan (20.) in Führung, lud dann allerdings die Gäste durch katastrophale Abwehrfehler zu Toren ein: (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schmid nutzt Matip-Patzer

Zunächst glich Jan Rosenthal völlig unbedrängt aus (26.). Dann nutzte Jonathan Schmid einen Aussetzer von Joel Matip, der über den Ball säbelte, zum Freiburger 2:1 (32.).

Rosenthals zweiten Treffer leitete Christoph Metzelder mit einem Fehlpass ein (61.). In der Schlussphase sah Rosenthal wegen wiederholten Foulspiels ebenso die Gelb-Rote Karte (81.) wie eine Minute später Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

Benedikt Höwedes gab anschließend einen Einblick in das Seelenleben der Mannschaft.

"Frage des Kopfes"

"Es ist keine Frage der Qualität, sondern des Kopfes. Das alles geht nicht spurlos an der Mannschaft vorbei", kommentierte Schalkes Kapitän die Pleite.

Besonders in der zweiten Hälfte geriet Schalke völlig aus der Bahn. Nach vorne gelang nur noch sehr wenig, bei den Freiburger Kontern liefen die Gelsenkirchener hinterher.

"Man merkt, dass wir in einer Scheißphase sind. Wir müssen uns zusammenreißen, damit wir dieses Kalenderjahr vernünftig zu Ende bringen", sagte Christoph Metzelder dazu.

Freiburg im Höhenflug

Die Gäste aus Freiburg dagegen schweben nach dem Erfolg in ungeahnten Höhen und schoben sich auf den fünften Platz vor, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Solche internationalen Träume an der Dreisam wischte Trainer Christian Streich sofort beiseite: "Die Frage nach der Europa League ist für mich ohne Belang."

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