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Handshake zwischen Meistertrainer und Interimscaoch: Klopp (l.) und Kramer © imago

Dortmunds Trainer zieht nach dem Sieg eine überraschende Hinrundenbilanz. Hoffenheim kündigt eine Entscheidung in der Trainerfrage an.

Von Thorsten Mesch

München/Sinsheim - Dortmunds Trainer Jürgen Klopp fand kritische Worte für die Leistung seiner Mannschaft, blickte aber dennoch zuversichtlich in das kommende Jahr.

Für Hoffenheims Frank Kramer dürfte das 1:3 (1:1) gegen den BVB hingegen das letzte Spiel als verantwortlicher Chefcoach gewesen sein.

"Wir haben 30 Punkte und ich finde, das ist eine relativ gute Marke", sagte Klopp nach dem letzten Spiel der Hinrunde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Im letzten Jahr hatten wir zum gleichen Zeitpunkt 34 Punkte. Das hat uns nicht daran gehindert, eine ordentliche Rückrunde zu spielen", meinte Klopp bei LIGA total!.

Trainer-Entscheidung bei 1899 "in zwei, drei Tagen"

Während Klopp trotz des Rückstands von zwölf Punkten auf Tabellenführer Bayern München Optimismus verbreitete, verkündete Hoffenheims Manager Andreas Müller Neuigkeiten in Sachen Trainer.

"In den kommenden zwei, drei Tagen wird die Entscheidung fallen", sagte Müller auf die Frage, wann die Personalie publik gemacht werde.

Interimscoach Kramer werden kaum Chancen eingeräumt, den Cheftrainerposten dauerhaft zu übernehmen. Als Favoriten gelten Marco Kurz und Friedhelm Funkel.

Auch der bei Schalke 04 entlassene Huub Stevens und Felix Magath sind im Gespräch. Müller bestätigte, dass er bereits Gespräche mit potenziellen Trainern geführt habe.

Kramer stellt sich hinten an

Er werde sich in den kommenden Tagen mit dem aus dem Urlaub zurückgekehrten Mäzen Dietmar Hopp und den drei Geschäftsführern beraten.

Kramer selbst stellte die Frage nach seiner Zukunft hinten an.

"Ich sehe das nicht als wichtigen Punkt. Wie kommt man aus der Situation raus, das ist entscheidend", sagte er bei "Sky" und ergänzte: "Heute Abend und in den nächsten Tagen setzen wir uns zusammen."

Nur noch drei Punkte vor den Abstiegsplätzen

Wer auch immer den Job des am 3. Dezember entlassenen Babbel übernehmen wird, auf ihn wartet viel Arbeit.

Nach der sechsten Niederlage in Folge und der schlechtesten Hinrunde seit dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2008 überwintert Hoffenheim mit nur zwölf Punkten auf Platz 16.

"Man kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen", meinte Kramer. 1899 mühte sich nach Kräften, doch die Fakten sprechen gegen die Kraichgauer.

Der Rückstand auf den rettenden 15. Rang beträgt sieben Punkte, der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz jedoch nur drei Zähler.

Klopp überrascht mit Zahlenspielen

Mit Zahlenspielen ganz persönlicher Art wartete am Sonntag BVB-Meistertrainer Klopp auf.

"Im letzten Jahr hatten wir 34 Punkte aus der Bundesliga und vier aus der Champions League, dieses Mal haben wir 30 plus 14 Punkte aus der Champions League", sagte Klopp bei LIGA total! und kam zu dem Schluss: "Eigentlich haben wir also mehr Punkte geholt als letztes Jahr."

Im Kampf um die Titelverteidigung wird den Dortmundern diese Rechnung jedoch angesichts des riesigen Rückstands auf die Bayern kaum helfen.

Geburtsagskind Hummels nicht in Feierstimmung

"Wir haben ein paar Punkte liegen lassen, das ist unstrittig", gab Klopp zu und Mats Hummels meinte: "Wir haben acht bis zehn Punkte durch eigenes Verschulden verschenkt."

Nach Feiern war dem Geburtstagskind, der am Sonntag 24 Jahre alt wurde, jedenfalls nicht zu Mute.

"30 sind eine gute Ausbeute, aber in der Rückrunde müssen mehr her", sagte Hummels und ergänzte mit Blick auf das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal gegen Hannover am Mittwoch: "Wenn wir im Pokal weiterkommen, ist das in Ordnung, aber nicht herausragend."

Schwacher Auftritt des Meisters

Wenig glanzvoll war, abgesehen von Mario Götzes Führungstor in der 26. Minute, vor allem in der ersten Halbzeit der Auftritt der Borussia in der ersten Halbzeit ( 651835 DIASHOW: Der 17. Spieltag ) .

"Fußballerisch war vieles dabei, was ich von meiner Mannschaft noch gar nicht gesehen habe, im negativen Sinne", gab Klopp zu.

Dank der Treffer des starken Götze, des wiedererstarkten Kevin Großkreutz (58.) und Torjäger Robert Lewandowski sowie einer Steigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich der BVB am Ende verdient durch.

"Am eigenen Schopf aus der Scheiße gezogen"

Der Sieg sei "eine Willensleistung" gewesen, fand der BVB-Coach.

"Die Mannschaft hat sich am eigenen Schopf aus der Scheiße gezogen", meinte Klopp und forderte mit Blick auf das letzte Pflichtspiel des Jahres:

"Gegen Hannover müssen wir anders dastehen. Solche Angebote, wie wir heute gemacht haben, wird 96 sicher annehmen."

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