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Miroslav Klose erzielte gegen Dortmund seine Saisontore sieben und acht © getty

Fast sieht es so aus, als entführt Dortmund einen Punkt aus der Allianz Arena. Doch Miroslav Klose macht am Ende alles richtig.

München - Viele Möglichkeiten, und letztlich doch noch drei Punkte.

Der FC Bayern schlägt Borussia Dortmund vor 69.000 Zuschauern mit 3:1 (1:1). Miroslav Klose (Porträt) erzielte die entscheidenden Treffer erst in der Schlussphase.

Damit rückt die Crew von Coach Jürgen Klinsmann auf Tabellenplatz zwei vor und hat nur noch einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer 1899 Hoffenheim. Der BVB bleibt auf Rang acht.

"Wir haben von Anfang an versucht, Druck zu machen. Nach dem unglücklichen Fehler von Demichelis wurde die Mannschaft kurz zurückgeworfen, hat sich danach aber zahlreiche Chancen erarbeitet und hat sie dann, wenn auch spät, genutzt. Ich bin völlig zufrieden", resümierte Klinsmann.

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Klinsmann schwärmt, Klopp motzt

Und weiter: "Das Engagement war völlig in Ordnung. Wir wollen so schnell wie möglich oben an Hoffenheim vorbei - oder wem auch immer."

Lange Gesichter gab's dagegen beim Verlierer: "Ich ärgere mich sehr. Ich sehe es nicht für zwingend notwendig an, dass wir hier verlieren. Wir haben sehr gut angefangen. Auch nach einer sehr intensiven Halbzeitansprache sah es sehr gut aus", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

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"Klinsis" Team (zur Vereinsseite) stellte sich quasi wieder von selbst auf. Für den rotgesperrten Massimo Oddo verteidigte Christian Lell auf der rechten Seite.

Der BVB versuchte, mit einem 4-1-3-2-System - Tinga war der "Staubsauger" vor der Viererkette - dagegenzuhalten.

Blendender Start für den BVB

Und die sofort hellwachen Gäste erwischten einen blendenden Start. Bastian Schweinsteiger verlor den Ball auf dem rechten Flügel, und Tamas Hajnal schickte Nelson Valdez auf die Reise.

Der Paraguayer (Porträt) profitierte von einem buchstäblichen "Ausrutscher" von Bayerns Martin Demichelis und schoss gekonnt zur frühen Führung ein (2.). Es war sein drittes Saisontor.

Im Anschluss spielte jedoch nur noch der FC Bayern. Es folgten Chancen im Minutentakt, der Rekordmeister feuerte aus allen Lagen - zunächst aber ohne jeglichen Erfolg.

Zig vergebene Möglichkeiten

Erinnerungen an den Rückrunden-Auftakt wurden wach, als die Münchner es bei der 0:1-Niederlage beim HSV ebenfalls nicht verstanden, aus besten Gelegenheiten ein Tor zu erzielen.

Ze Roberto (5., 44.), Philipp Lahm (7.), Luca Toni (15., 22., 26.), Miroslav Klose (17., 21., 28.) oder Franck Ribery (45.) hätten gut und gerne treffen können.

Doch entweder hielt BVB-Keeper Roman Weidenfeller glänzend oder es fehlte an der Präzision beim Abschluss.

BVB befreit sich selten

Die Dortmunder konnten ob der Dauerbelagerung kaum durchatmen, lauerten auf Kontermöglichkeiten, befreiten sich aber nur sehr selten.

Lediglich Ze Roberto gelang es, den Ball über die Torlinie zu drücken.

Nach einem Freistoß von Schweinsteiger kam Ribery zum Schuss. Ausnahmsweise machte Weidenfeller keine gute Figur, er ließ den Ball abprallen: Bayerns Brasilianer staubte ab - 1:1 (24.).

Die erste Hälfte war turbulent, die Zweikämpfe hart - Klopp und Klinsmann tobten gestikulierend in der Coaching-Zone.

Der FC Bayern versuchter immer wieder das Spiel in die Breite zu ziehen. Doch zu viel lief über links mit Ribery und Lahm.

Schweinsteiger, der auf der Gegenseite keinen optimalen Tag erwischte, hing oft in der Luft. Young-Pyo Lee und Florian Kringe setzten ihre ganze Kraft dagegen.

Sahin mit guter Chance

Die zweite Hälfte begann mit einem Patzer der Dortmunder, der ingesamt souveräne Referee Michael Kempter (Sauldorf) hatte die Partie bereits wieder angepfiffen, obwohl Linksverteidiger Lee noch gar nicht zurück aus der Kabine zurück war.

Neu im Spiel war Nuri Sahin, der für den angeschlagenen Tinga in die Partie kam.

Der besaß auch die erste Chance im zweiten Abschnitt, seinen Schuss 20 Metern parierte Michael Rensing souverän (51.).

Danach nahm der amtierende Meister wieder das Heft in die Hand. Einmal mehr Toni hatte nach guter Ribery-Vorarbeit die Möglichkeit, den Führungstreffer zu erzielen (53.), drosch den Ball aber über das Gehäuse.

Kringe um Haaresbreite

Die Partie schwankte hin und her. Auf der Gegenseite verfehlte Florian Kringe sein Ziel per Kopf nur um Haaresbreite (62.).

Klinsmann reagierte noch einmal und brachte Hamit Altintop für "Schweini" und Landon Donovan für Toni, Klopp wechselte Mohamed Zidan für den unauffälligen Alexander Frei ein.

In der 79. Minute rauften sich sämtliche Bayern-Anhänger dann wieder die Haare: Klose schoss Weidenfeller aus sechs Metern an.

Es war der vorläufige Gipfel eines riesigen Haufens von ausgelassenen Chancen, ehe Klose doch noch doppelt traf (87., 90.+1).

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