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Marco Kurz führte Kaiserslautern 2011 auf Platz sieben der Bundesliga © getty

Andreas Müller holt Trainer Marco Kurz nach Hoffenheim. Zunächst gehe es nur dem Klassenerhalt, sagt der Manager bei SPORT1.

Von Christian Stüwe und Marc Rademacher

München - Die "Eurofighter" sind wieder vereint.

Als Spieler gewannen Hoffenheims Manager Andreas Müller und der neue Trainer Marco Kurz mit Schalke 04 1997 gemeinsam den UEFA-Pokal, nun sollen sie als Duo den Erfolg in den Kraichgau zurückbringen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Am Dienstag teilte 1899 per Pressemitteilung mit, dass Kurz die Nachfolge von Interimstrainer Frank Kramer antreten wird.

Friedhelm Funkel, Hansi Flick, Bert van Marwijk und Markus Gisdol waren als Kandidaten gehandelt worden, der 43-Jährige war aber offenbar der absolute Favorit des Managers.

"Zwischen uns passt kein Blatt"

"Es war mir bei der Entscheidung wichtig, jemanden zu haben, auf den ich mich voll und ganz verlassen kann", sagte Müller bei SPORT1: "Marco und ich kennen uns sehr gut. Zwischen uns passt kein Blatt."

Kurz genieße sein "vollstes Vertrauen und größten Respekt", führte Müller weiter aus: "Er hat mich sofort überzeugt, da er sich auch zu 100 Prozent mit dem Projekt identifiziert."

Klassenerhalt als erstes Ziel

In diesem Projekt muss Kurz aber wohl oder übel zunächst die Rolle des Feuerwehrmannes übernehmen.

Die Mannschaft steht mit zwölf Punkten auf dem Relegationsplatz, der Abstand auf den Tabellenfünfzehnten Wolfsburg beträgt bereits sieben Zähler.

"Kurzfristig geht es nur um den Klassenerhalt", sagte Müller: "Im zweiten Schritt dann darum, eine Perspektive zu entwickeln."

Kontinuität oder eine klare Philosophie war bei 1899 zuletzt nicht zu erkennen. Kurz wird bereits als fünfter Trainer in nur zwei Jahren auf der Hoffenheimer Bank Platz nehmen.

Fehleinkäufe von Babbel

Nach Ralf Rangnicks Abgang hatte sich zunächst der glücklose Marco Pezzaiuoli versucht, dann Holger Stanislawski.

Zuletzt hatte Interimstrainer Frank Kramer die Mannschaft betreut, davor Markus Babbel in Personalunion als Trainer und Manager.

Babbel hatte Tim Wiese, Patrick Ochs und Eren Derdiyok nach Hoffenheim geholt, keiner der Neuzugänge ist bislang eingeschlagen.

Anstatt wie erhofft um die internationalen Plätze mitzuspielen, steckte Hoffenheim von Beginn an im Abstiegskampf und blamierte sich in der ersten Pokalrunde beim Viertligisten Berliner AK.

Kurz bringt seinen Assistenten mit

Nun soll das Duo Kurz und Müller den Verein wieder in ruhigere Fahrwasser führen.

Der frühere Trainer von Kaiserslautern und 1860 München wird am Mittwochvormittag um 11 Uhr offiziell vorgestellt, sein Co-Trainer wird wie beim FCK und den Löwen der Österreicher Günther Gorenzel sein.

Laut "Rhein-Neckar-Zeitung" erhält Kurz einen leistungsbezogenen Vertrag bis 2014.

Fernziel Europa

Während es in der ersten Saison wirklich nur um Schadensbegrenzung gehen dürfte, müssen sich Kurz und Müller im Erfolgsfall in der zweiten Spielzeit sicherlich höhere Ziele stecken.

Die Vision von Mäzen Dietmar Hopp ist es, mit Hoffenheim international zu spielen.

Daran werden sich auch die "Eurofighter" Kurz und Müller messen lassen müssen.

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