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Raul wechselte im Sommer von Schalke 04 zum Al-Sadd Sports Club © getty

Fünf Bundesligisten schlagen ihr Trainingslager im arabischen Raum auf - nicht direkt aus sportlichen Gründen.

München - Schalke 04 trifft Raul, Borussia Mönchengladbach wirbt für die Liga, der FSV Mainz 05 fliegt nur mal kurz für Testspiele nach Spanien:

Die Trainingslager in der Winterpause dienen den Bundesligisten längst nicht mehr allein zur Erarbeitung der Grundlagen für die Rückrunde.

Doch die Spitzenklubs vertrauen auf Altbewährtes - und Bayern München besinnt sich diesmal auf das Wesentliche.

Nach dem Trainingslager in Katar 2012 flog der Rekordchampion und Herbstmeister noch nach Indien, daraufhin holte er in der Rückrunde elf Punkte weniger als der spätere Meister Borussia Dortmund (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Sponsorentermine sei "diesmal die Zeit zu knapp, die sportlichen Belange stehen absolut im Vordergrund", sagt Marketingchef Andreas Jung.

Schalke auf Messe

Das scheint aber nicht bei allen Teams so zu sein. Die Schalker sind wie die Bayern im Januar erneut in Katar und präsentieren sich dort auch auf der Messe Aspire4Sport in Doha.

Unter dem Motto "FC Schalke 04 goes Middle East - 3.768.04 km away from home" sind die Gelsenkirchener neben dem FC Liverpool und Paris St. Germain einer von drei internationalen Klubs auf der größten Sportmesse im Mittleren Osten.

Schwerpunkte sind Infrastruktur, Technik und Medizin im Sport, einer der großen Stars wird der inzwischen für Al-Sadd in Doha spielende Ex-Schalker Raul sein.

Gladbach in den Emiraten

Ebenfalls auf Marketing-Mission ist Gladbach, und das sogar in offiziellem Auftrag. Die Borussen weilen als Botschafter des deutschen Fußballs in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Besuch des Europa-League-Teilnehmers in Dubai ist Teil der internationalen Vermarktung der Bundesliga und der Kooperation mit Dubai Sports Channel.

So stehen auch Werbetermine auf dem Programm, um die Bekanntheit und Attraktivität der Bundesliga zu steigern.

"Es wird für uns eine Freude, aber auch eine professionelle Herausforderung sein, unseren Klub und die Liga möglichst gut zu präsentieren", sagt Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers.

Augsburg bleibt zuhause

Schon seit 2007 führen Bundesliga-Vereine im DFL-Auftrag Freundschaftsspiele und Trainingslager im Ausland durch. Unter anderem gaben schon die Bayern, Werder Bremen oder der Hamburger SV den Botschafter.

Neben Katar und den Emiraten (insgesamt fünf Teams, unter anderem auch Eintracht Frankfurt und der Hamburger SV) stehen wie immer Südspanien (fünf, zum Beispiel Dortmund), die Türkei (vier, unter anderem Bremen und Wolfsburg) und Portugal (drei, zum Beispiel Leverkusen) bei den Vereinen hoch im Kurs.

Als einziger Klub hat der FC Augsburg noch kein Trainingslager geplant. Für Mainz ist es dagegen nur eine Notlösung.

Während die Rivalen bis zu zehn Tage in der Sonne auf optimale Trainingsbedingungen hoffen, fliegen die Rheinhessen gerade mal vom 4. bis zum 8. Januar in den andalusischen Badeort Marbella.

Nach Spanien - der Gegner wegen

Eigentlich sei die Vorbereitungsphase zu kurz, erklärt Trainer Thomas Tuchel, zudem sei seine Mannschaft im athletischen Bereich ohnehin gut drauf und könne diese Arbeit auch genauso gut zu Hause vertiefen: "Dafür brauchen wir nicht reisen."

Dass die Mainzer überhaupt nach Spanien fliegen, hat nur einen Grund: Sie brauchen Testspielgegner. In Spanien seien "viele Erstligisten aus europäischen Ligen", sagt Tuchel: "Wir haben dort in einem angenehmen Klima auf kurzen Wegen das Gegnerniveau, das wir uns vorstellen."

Also absolviert der FSV drei Spiele in vier Tagen und reist dann nach Hause, um die Vorbereitung fortzusetzen.

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