vergrößernverkleinern
Zwischen 2008 und 2012 absolvierte Breno 21 Spiele für den FC Bayern © getty

Sao Paulo will den Ex-Bayer verpflichtet haben, sein Anwalt dementiert. Nürnberg und andere deutsche Klubs wollen ihn weiter.

München - Seit knapp 15 Monaten sitzt Breno in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft.

Damals zündete der 23-Jährige in alkoholisiertem Zustand seine Mietvilla in Grünwald an. Drei Jahre und neun Monate Haft lautete das im Juli getroffene Urteil gegen den damaligen Profi des deutschen Rekordmeisters Bayern München. (VEREINSSEITE: Alles zum FC Bayern)

Kurz vor Weihnachten aber steht Breno wieder im Mittelpunkt des Interesses: Der FC Sao Paulo hat ihm trotz Haftstrafe einen Vertrag angeboten und machte dabei den Eindruck, Breno hätte ihn vom Gefängnis aus auch unterschrieben.

Das entpuppt sich als Missverständnis: Brenos Zukunft ist weiterhin ungewiss - und mehrere Interessenten aus Deutschland machen sich weiter Hoffnung.

Vertrag bis 2015

Brenos Vertrag mit Sao Paulo soll laut Vereinsangaben bis zum 7. Oktober 2015 geschlossen werden und wurde beim brasilianischen Verband CBF bereits registriert.

Der Sieger der Copa Sudamericana will seinem ehemaligen Spieler und dessen Familie mit dem Kontrakt "Sicherheit, Stabilität und vor allem Perspektive" geben.

Laut Brenos Anwalt Steffen Ufer wurde aber noch kein Vertrag unterzeichnet. "Er hat nichts unterschrieben und weiß auch, dass das Unsinn und kontraproduktiv wäre in jeder Hinsicht", sagte Ufer dem "Münchner Merkur".

"Er hat nichts unterschrieben"

Breno habe lediglich ein Angebot von Sao Paulo erhalten - aber das werde er erst annehmen, "wenn in Deutschland alles erledigt ist".

Wie es passieren konnte, dass Breno vom Gefängnis aus einen Vertrag bei Sao Paulo unterschrieben haben soll, ist auch Anwalt Ufer nicht ganz klar.

Womöglich habe ein Manager des Verteidigers eine Vereinbarung mit dem Klub getroffen, "wirksam würde die aber erst mit Brenos Unterschrift", so Ufer gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Nürnberg weiter interessiert

Der 1. FC Nürnberg macht sich derweil weiter Hoffnungen, dass es Breno dann ins Frankenland zieht.

"Breno ist weiter ein interessantes Thema", betont Manager Andreas Bader in der "Bild": "Seine Anwälte haben mir gesagt, dass er nur aus der Haft käme, wenn er in Deutschland ein Arbeitsverhältnis vorweisen könne."

Ufer berichtet außerdem, dass auch Jahn Regensburg und andere deutsche Klubs außerhalb Bayerns Interesse bekundet hätten.

Entscheidung über Revision steht noch aus

Brenos Anwälte hatten nach der Urteilsverkündung Revision eingelegt. Dieser Antrag liegt derzeit beim Bundesgerichtshof, eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

Der Vertrag mit Sao Paulo "hat auf die Revisionsentscheidung keinen Einfluss", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München I.

Bei dem Revisionsantrag geht es um mögliche Verfahrensfehler. "Wir hoffen auf eine baldige positive Entscheidung, da die Münchner Gerichte Breno entgegen der allgemein üblichen Rechtspraxis eingesperrt haben", sagte Ufer.

Der in Cruzeiro geborene Breno muss sich also weiter in Geduld üben. Sao Paulo werde nach eigenen Angaben die "Situation verfolgen". Man habe "Vertrauen in die deutsche Justiz".

Hoeneß kündigt Besuch an

Breno war Anfang 2008 für rund zwölf Millionen Euro von Sao Paulo an die Säbener Straße gewechselt, wo er jedoch auch wegen Verletzungen nie zur erhofften Stammkraft wurde.

Daher wurde er 2010 nach Nürnberg ausgeliehen, doch nach wenigen Spielen erlitt er einen Kreuzbandriss.

Nach seiner Rückkehr nach München folgten weitere verletzungsbedingte Rückschläge und Operationen. Vor der folgenschweren Nacht erfuhr er, dass er erneut am Knie operiert werden muss. Wieder war eine Chance dahin, sportlich Fuß zu fassen.

Der FC Bayern hat seinen ehemaligen Schützling nicht aus den Augen verloren: Laut Ufer will Präsident Uli Hoeneß Breno demnächst besuchen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel