vergrößern verkleinern
Der 48-jährige Dieter Hecking trainiert den 1. FC Nürnberg seit 2009 © getty

Die spektakuläre Wende in der T-Frage ist vollzogen: Manager Allofs bestätigt, dass Hecking statt Schuster "Wölfe"-Coach wird.

Von Felix Götz und Martin Hoffmann

München - Es ist perfekt: Dieter Hecking ist neuer Trainer des VfL Wolfsburg.

"Ich freue mich auf diese neue Herausforderung", bestätigt der bisherige Coach des 1. FC Nürnberg gegenüber SPORT1.

Hecking, dessen Vertrag beim Club noch bis 2014 lief, unterschreibt beim VfL bis 2016 und wird nach den Weihnachtsfeiertagen vorgestellt.

Damit ist die spektakuläre Wende in der Wolfsburger T-Frage vollzogen: Bernd Schuster, der bislang als Top-Kandidat galt, hat sich offensichtlich verpokert.

Abfuhr noch im Oktober

Pikant: Noch Ende Oktober hatte Hecking im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 in Sachen Wolfsburg erklärt: "Ein Angebot würde ich mir nicht anhören. Ich habe mit dem 1. FC Nürnberg einen tollen Arbeitgeber." (Bericht)

Offensichtlich hat Manager Klaus Allofs, der kurz darauf nach Wolfsburg wechselte, Hecking zum Umdenken bewogen.

Ein wichtiger Grund für den Wechsel zum VfL dürfte für Hecking auch seine Familie sein, die nur 115 Kilometer von Wolfsburg entfernt in Bad Nenndorf lebt.

Hecking arbeitete seit 2009 in Nürnberg, zuvor hatte der ausgebildete Polizist Hannover 96, Alemannia Aachen, den VfB Lübeck und den SC Verl trainiert.

Wiesinger Kandidat in Nürnberg

Club-Manager Martin Bader ist "enttäuscht, dass Dieter Hecking nicht dafür zu gewinnen war, zumindest bis zum Saisonende beim Club zu bleiben".

Noch kurz vor Bekanntgabe des Deals kündigte Bader bei SPORT1 vergeblich an, um Hecking zu kämpfen: "Ich habe ihm klipp und klar gesagt, dass es mein großer Wunsch ist, dass wir, wenn es nicht länger geht, zumindest bis zum Saisonende mit ihm weiterarbeiten wollen. Aber ich glaube, dass Bremen mit Allofs auch gerne weitergemacht hätte."

Nun da Heckings Weggang feststeht, hat Bader aber einen Plan B: "Wir wären ganz schlechte Verantwortliche, wenn wir uns keine Gedanken machen würden." U-23-Trainer Michael Wiesinger ist offenbar heißer Kandidat.

Schuster verpokert sich

Dabei hatte am Freitag noch alles auf Schuster als "Wölfe"-Trainer hingedeutet. Allofs wollte den 53-Jährigen schon offiziell vorstellen, alles lief auf einen Vertrag bis 2014 plus einjähriger Option hinaus.

Doch bei den letzten Details kamen die beiden Parteien offenbar nicht auf einen Nenner.

"Wir machen nur das, was wir auch verantworten können", hatte Allofs bereits zu Beginn der Verhandlungen gesagt. Doch Schuster forderte offenbar mehr, als Allofs verantworten will.

Für Allofs zu viel

Konkret soll es laut "Bild" und "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" dabei um die Aufstockung seiner Erfolgsprämien und mehr Geld für Neuzugänge gegangen sein.

Zudem wollte der Europameister von 1980 offenbar einen weiteren Co-Trainer mitbringen - für Allofs zu viel des Guten.

[kaltura id="0_ohez7hve" class="full_size" title="Hecking freut sich auf Wolfsburg"]

Hecking kam da wieder ins Spiel, auch der vor einer Woche auf Schalke gefeuerte Huub Stevens galt als Kandidat.

VfL an Arnautovic dran?

Parallel kümmert sich Allofs auch noch um die Zusammenstellung der Mannschaft kümmern. Dabei wildert der "Neu-Wolf" anscheinend bei seinem früheren Arbeitgeber Werder Bremen.

Laut "WAZ" besteht Kontakt zu Marko Arnautovic. Der Stürmer soll im Sommer nach Niedersachsen kommen.

"Man kann nicht ausschließen, dass es Transfers zwischen beiden Vereinen gibt", hatte Allofs bereits kurz nach seinem Abschied von der Weser klargestellt.

"Beobachte Polter sehr genau"

Ein weiterer Kandidat für einen Wechsel im Sommer soll Stuttgarts Christian Gentner sein.

Der Vertrag des Mittelfeldspielers, der 2009 mit Wolfsburg Deutscher Meister wurde, läuft im Sommer aus. Der 27-Jährige pflegt wohl intensiven Kontakt zu seinem Ex-Verein.

Außerdem möchte Allofs den im Sommer nach Nürnberg ausgeliehenen Stürmer Sebastian Polter zurückholen und den bis 2014 laufenden Vertrag mit dem U-21-Nationalspieler vorzeitig verlängern.

"Ich beobachte Polter sehr genau, versuche mir jedes Spiel anzuschauen", sagte Allofs über den 21-Jährigen.

Trio vor dem Absprung

Außerdem muss der Kader ausgedünnt werden.

Christian Träsch wird mit seinem Ex-Klub Stuttgart in Verbindung gebracht.

Marco Russ könnte an Eintracht Frankfurt ausgeliehen werden und Alexander Madlung ist beim FC Fulham im Gespräch.