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Bernd Schuster (r.) führte Real Madrid 2008 zum spanischen Meistertitel © imago

Berater Berthold weist Berichte über den gescheiterten "Wölfe"-Deal zurück. Nach SPORT1-Informationen wollte Allofs Schuster nie.

Von Martin Hoffmann

München - "Verzockt" ist das Wort, das Thomas Berthold aktuell überall liest, wenn es um seinen Schützling geht.

Und das ärgert den SPORT1-Experten, der zum Beraterteam des ehemaligen Real-Madrid-Coachs Bernd Schuster gehört.

Unsinn seien alle Meldungen, dass Schusters Engagement beim VfL Wolfsburg an Last-Minute-Forderungen gescheitert seien.

"Die Berichte über finanzielle Nachforderungen, nach einer Sonderprämienerhöhung sind definitiv falsch", stellt Berthold auf SPORT1-Nachfrage klar: "Es gab auch keine Forderung hinsichtlich Neuverpflichtungen."

So gut wie einig

All dies wurde kolportiert, nachdem die Verhandlungen mit Schuster geplatzt waren.

Dabei waren sich die Parteien offenbar so gut wie einig, Schusters Vorstellung war für Freitag angedacht.

Stattdessen erhielt einen Tag später - an Schusters 53. Geburtstag - Dieter Hecking den Zuschlag (Bericht).

Knackpunkt Co-Trainer? Berthold glaubt es nicht

Dass Schuster ein Trainerteam mitbringen wollte und ihm Allofs nur einen Assistenten zubilligen wollte, sei der Knackpunkt gewesen, heißt es nun.

Berthold mag das aber nicht glauben: "Es ist doch klar, dass sich die Parteien austauschen, dass man über mögliche Namen spricht. Aber das ist doch kein Thema, wo man keinen Konsens erreichen kann. Das kann ich mir bei aller Liebe nicht vorstellen."

Was aber dann? Nach SPORT1-Informationen aus Wolfsburger Klubkreisen ist Allofs tatsächlich nicht von Schuster verprellt worden, er zog Hecking schlicht grundsätzlich vor.

[kaltura id="0_ohez7hve" class="full_size" title="Hecking freut sich auf Wolfsburg"]

Hecking soll der neue Schaaf werden

Weltstar Schuster - der mit Aufsichtsratsboss Francisco Javier Garcia Sanz befreundet ist - wäre für große Teile der Chefetage des Klubs und des VW-Konzerns zwar die natürliche Wahl gewesen.

Allofs aber wollte lieber den weniger schillernden Hecking, den er als eine Art Wolfsburger Version seines langjährigen Bremer Weggefährten Thomas Schaaf aufbauen möchte.

Eine Entscheidung, die durchaus auch als Profilierungsmaßnahme im neuen Klub zu verstehen ist.

Falsches Spiel mit Schuster also? Berthold mag sich auf die Spekulation nicht einlassen: "Da müssen Sie Allofs selbst fragen."

Widerstand aus den Medien

Allofs' Entscheidung gegen Schuster bringt ihm in jedem Fall Applaus aus dem Umfeld ein, bemerkenswert kräftig opponierte etwa eine der örtliche Regionalzeitungen gegen den "blonden Engel".

"Bernd Schuster? Bitte nicht!" hieß es da. Oder: "Kommt der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg doch noch zur Vernunft?", als der Schuster-Deal zu wackeln begann.

Einen bodenständigen Arbeiter brauche der VW-Klub, keinen Glamourmann, so der Tenor.

"Bescheiden und anständig"

Berthold findet, dass Schuster da Unrecht getan wird.

"So wie ich Bernd wahrnehme, ist er ein ganz bescheidener, anständiger Kerl, der hier ein völlig falsches Image hat in Deutschland", so der Weltmeister von 1990: "Er ist weder unnahbar, noch stimmen die anderen Klischees."

Auch der ständige Verweis auf die missglückten Stationen bei Fortuna und dem 1. FC Köln ärgert Berthold:

"Es kommen immer wieder Negativberichte in Zusammenhang mit seinen deutschen Trainerstationen. Es wird kaum erwähnt, dass er auch abseits von Real Madrid erfolgreich in Spanien gearbeitet hat. Und kein Trainer auf der Welt hatte nur Erfolge."

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