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Duell der Torschützen: Milivoje Novakovic (l.) gegen Marco Russ © getty

Die Eintracht kann eine zweimalige Führung nicht über die Zeit bringen. Vor dem Spiel verletzt sich ein Eintracht-Fan schwer.

Frankfurt/Main - Goalgetter Milivoje Novakovic hat dem 1. FC Köln im Sechs-Punkte-Spiel bei Eintracht Frankfurt mit einem Doppelpack das zweite Rückrunden-Remis in Serie gesichert.

Mit einem Drehschuss und einem verwandelten Elfmeter war der Slowene, der beim ersten Rückrundenspiel gegen Wolfsburg noch gesperrt gefehlt hatte, erneut der entscheidende Mann auf Seiten der Kölner.

Entsprechend durfte sich Novakovic nach seinen Saisontreffern elf und zwölf zahlreiche Lobeshymnen anhören.

"Unser Motto lautet: Zehn Spieler bereiten die Tore vor, er macht sie", sagte FC-Coach Christoph Daum.

"Der Nova kann die Augen zumachen, der Ball ist immer drin. Er hat derzeit einen Lauf, das sieht man in jedem Training."

"Geht nicht ohne die Mannschaft"

Als FC-Kapitän wollte Novakovic sich selbst nicht gesondert hervorheben.

Der Stürmer stellte sich ganz in den Dienst der Mannschaft und lobte nach zweimaligem Rückstand durch die Frankfurter Marco Russ (33.) und Martin Fenin (62.) den Kölner Teamgeist.

"Klar war entscheidend, dass ich die Tore gemacht habe. Aber das geht nicht ohne die Mannschaft", sagte Novakovic, der in der laufenden Spielzeit neun seiner nun zwölf Tore auf fremden Platz erzielt hat.

"Wir haben die erste Halbzeit völlig verschlafen, sind dann aber nach dem Seitenwechsel für unseren Einsatz belohnt worden."

Ishiaku vergibt Siegchance

Im Anschluss an Novakovics verwandelten Foulelfmeter zum 2:2 hätte es vom schwachen Schiedsrichter Guido Winkmann nach einem Trikot-Zupfer von Frankfurts Russ an Adil Chihi einen weiteren Strafstoß geben müssen (89.).

Doch auch ohne Hilfe des Referees hätten die Gäste zuvor das Spiel noch drehen können, wenn der eingewechselte Angreifer Manasseh Ishiaku das leere Tor getroffen hätte (84.).

Kuriose Daum-Theorie

Doch Daum wollte nicht den Stab über Ishiaku, der auch gegen Wolfsburg eine "Hundertprozentige" ausgelassen hatte, brechen.

"Bei Ishiaku würde meine Staubsauger-Vertreter-Philosophie greifen. Wenn Du Staubsauger-Vertreter bist, gehst du sechs- oder siebenmal an die Haustür, kehrst aber unverrichteter Dinge wieder ab", erklärte der Coach.

"Dann musst Du schon mit einem Trällern auf den Lippen zum achten Haus gehen, weil Du sicher sein kannst, dass Dir dort ein Staubsauger abgekauft wird. So musst Du es als Stürmer vor dem Tor machen, wenn mal einige Chancen am Stück nicht reingegangen sind."

Funkel "not amused"

Weit weniger lustig fand Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel, dessen Vertragsverlängerung bis 2010 am Freitag vom Aufsichtsrat einstimmig abgesegnet worden war, das Remis gegen seinen Ex-Klub.

"Ich bin nicht zufrieden, weil wir über die gesamten 90 Minuten hinweg die bessere Mannschaft waren", sagte Funkel, der sich zudem über die Rote Karte für den Brasilianer Chris (72.) echauffierte: "Das war ein Witz."

Eintracht-Fan verletzt sich schwer

Noch schlimmer war allerdings die Tatsache, dass beim Anpfiff der Partie ein Fan der Hessen vom Tribünen-Zaun gestürzt und sich dabei offenbar schwer verletzt hatte.

Der Anhänger hatte beim Versuch, ein Transparent abzuhängen, das Gleichgewicht und nach dem Sturz aus knapp vier Metern Höhe kurzfristig auch sein Bewusstsein verloren.

"Der Zustand ist stabil, der Anhänger ist außer Lebensgefahr", sagte Eintracht-Pressechef Carsten Knoop.

Funkel meinte: "Ich hatte mich schon gewundert, warum die Fans in der ersten Halbzeit so leise waren. Das erklärt natürlich alles."

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