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Michael Wiesinger begann seine Trainerkarriere 2008 beim FC Ingolstadt II © imago

Nürnbergs neuer Coach freut sich auf eine besondere Aufgabe. Gegenüber SPORT1 ist er ebenso optimistisch wie Club-Manager Bader.

Von Felix Götz und Reinhard Franke

München - Michael Wiesinger ist hochmotiviert.

Der neue Trainer des 1. FC Nürnberg möchte seine Chance nach dem Wechsel von Dieter Hecking zum VfL Wolfsburg unbedingt nutzen.(BERICHT: Wiesinger neuer Chefcoach)

"Es ist für mich etwas ganz Besonderes, für den Verein, in dem ich groß geworden bin, arbeiten zu können. Ich bin sicher, mit einer funktionierenden Mannschaft in der Rückrunde erfolgreich zu sein und die Ziele des FCN erreichen zu können", sagte der 39-Jährige gegenüber SPORT1.

Wiesinger arbeitet seit 2011 bei den Franken als Coach der U 23, zwischen 1993 und 1999 erzielte er in 186 Partien 25 Treffer für den Club.

Bader schätzt Wiesinger

Dementsprechend groß ist sein Ansehen in Nürnberg.

"Ich schätze Michael. Er hat bei uns in der zweiten Mannschaft ganz hervorragende Arbeit abgeliefert. Er arbeitet seit eineinhalb Jahren sehr gut mit allen Trainern zusammen. Er kennt den Verein und hat als Spieler hier Erfahrung gesammelt", erklärte Manager Martin Bader bei SPORT1:

"Der Verein liegt ihm sehr am Herzen. Ich hoffe, dass wir mit dieser Lösung Erfolg haben werden und bin da zuversichtlich." (EXKLUSIV: Martin Bader im SPORT1-Interview)

Reutershahn assistiert

Als Co-Trainer wird Heckings bisheriger Assistent Armin Reutershahn fungieren, der Wiesinger mit seiner großen Erfahrung helfen soll.

Das Duo wird beim Trainingsbeginn am 3. Januar offiziell vorgestellt und steht zunächst bis zum 30. Juni 2013 in der Verantwortung.

"Wir haben alle Zeit, uns das bis zum Saisonende anzuschauen", erklärte Bader, der seinem neuen Gespann allerdings einiges zutraut.

"Eine ideale Kombination"

"Wir haben in den letzten Tagen einige Optionen intensiv geprüft und sind zu diesem Ergebnis gekommen. Es wird ein ähnliches Modell wie in Leverkusen, aber Wiesinger wird die finalen Entscheidungen treffen und Ansprechpartner für die Medien sein", sagte der 44-Jährige:

Aus seiner Sicht sei das "eine ideale Kombination. Beide sind im Team stark."

Anders als in Leverkusen, wo Sami Hyypiä die Fußballlehrer-Lizenz noch fehlt, haben in Nürnberg Wiesinger und Reutershahn die nötige Ausbildung absolviert.

Erfolge als Spieler

Wiesinger soll den Tabellen-14. möglichst ins sichere Mittelfeld führen. Erfolge hat er bisher vor allem als Spieler vorzuweisen.

Der frühere Mittelfeldmann wurde mit dem FC Bayern zwei Mal Meister.

Von 2001 bis 2004 spielte Wiesinger bei 1860 München. Anschließend zog es ihn nach Burghausen, ehe er 2008 in Weiden seine aktive Karriere beendete.

Aufstieg mit Ingolstadt

Seine Trainer-Laufbahn begann er im Juli 2008 beim FC Ingolstadt, wo er zunächst die U 23 übernahm.

Mit ihm auf der Bank schafften die FCI-Profis 2010 den Aufstieg in die Zweite Liga.

In der folgenden Saison musste Wiesinger nach nur vier Punkten aus den ersten elf Spielen gehen und heuerte im Sommer 2011 wieder beim 1. FC Nürnberg an.

Mintal lobt Wiesinger

Dass es ihm als jungem Trainer bei den Profis möglicherweise an Autorität mangeln könnte, glaubt der frühere Nürnberger Profi Marek Mintal nicht.

Der 35-jährige Slowake, der von 2003 bis 2011 in 180 Pflichtspielen für den Club 66 Tore erzielte und zuletzt unter Wiesinger in der zweiten Mannschaft spielte, bescheinigte diesem in den "Nürnberger Nachrichten" "Autorität und Überzeugungskraft".

Vor allem Wiesingers Teamführung komme bei den Spielern gut an.

Hecking glaubt an Nürnberg

Auch Ex-Coach Hecking glaubt, dass Nürnberg eine gute Zukunft vor sich hat.

"Ein sinkendes Schiff hätte ich bestimmt nicht verlassen", sagte der 48-Jährige, der den FCN in Richtung Wolfsburg verlassen hat: "Die Mannschaft hat in den letzten Wochen die Kurve bekommen, ich bin sicher, dass sie in der Lage ist, ihre Ziele zu erreichen."

Für seinen Wechsel nach Niedersachsen seien weder die räumliche Nähe zu seiner Familie noch der finanzielle Aspekt ausschlaggebend gewesen. Allein die sportliche Perspektive hätte ihn zu dem Schritt bewegt.

"Manager Klaus Allofs hat mir aufgezeigt, wohin der Verein will", erklärte Hecking: "Es ist ein reizvolles Ziel, dauerhaft um internationale Plätze zu spielen."

An den Europapokal denkt Michael Wiesinger momentan nicht. Wenn er mit Nürnberg die Klasse hält, hat er seine Aufgabe erfüllt.