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Ilkay Gündogan hat in der Meistersaison drei Bundesliga-Tore für Dortmund geschosen © imago

Dortmunds Sechser spricht bei SPORT1 über die Höhepunkte seiner noch jungen Laufbahn. Die Schale hat er nicht abgeschrieben.

Von Thorsten Langenbahn

Dortmund ? Deutscher Meister. Pokalsieger. EM-Fahrer. Für Ilkay Gündogan hatte das Jahr 2012 mehr zu bieten, als der 22-Jährige selbst zu träumen gewagt hätte.

"Der Pokalsieg und die Meisterschaft waren bislang mit Sicherheit die beeindruckendsten Momente in meiner Karriere", sagt Gündogan über sein verrücktes Jahr.

Im Sommer 2011 war der gebürtige Gelsenkirchener für vier Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zum Deutschen Meister gewechselt.

Die Fußstapfen des genialen Nuri Sahin, der dem Lockruf von Real Madrid gefolgt war, schienen zunächst übergroß zu sein. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Torschütze auf dem Weg ins Pokalfinale

Doch nach einer lehrreichen Eingewöhnungsphase startete Gündogan als Stabilisator und Spielgestalter voll durch - und hielt am Ende der Saison Schale und Pokal in den Händen.

Mit seinem Treffer in Fürth hatte er die Borussen in der letzten Sekunde der Verlängerung ins Finale geschossen.

"Für mich war es auch eine Bestätigung meiner Leistung, dass ich noch in den EM-Kader berufen worden bin", so Gündogan zu SPORT1.

"Das hätte ich, ehrlich gesagt, vor diesem Jahr selbst nicht erwartet", gibt der Nationalspieler offen zu.

100 Meter in 11,6 Sekunden

"Deswegen bin ich mit meiner persönlichen Entwicklung wirklich zufrieden. Aber ich weiß trotzdem, dass ich mich im nächsten Jahr weiter steigern kann", blickt Dortmunds Nummer 8 voraus.

Ehrgeizig, zielstrebig, aber trotz der großartigen Erfolge bescheiden geblieben - Gündogan weiß die Lobhudeleien einzuordnen.

Die Konkurrenz innerhalb des Vereins mit Kapitän Sebastian Kehl und Nationalmannschaftskollege Sven Bender treibt ihn im defensiven Mittelfeld immer wieder zu Höchstleistungen.

Kräfteverschleiß scheint für den 22-Jährigen, der die 100 Meter in 11,6 Sekunden sprintet, trotz der Dreifachbelastung durch Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League ein Fremdwort zu sein.

[kaltura id="0_gjbmdpsc" class="full_size" title="BVB mit breiter Brust vor neuen Hürden"]

"Die Entwicklung war außergewöhnlich"

"Wir sind alle sehr, sehr fit. Dafür haben wir im Laufe der Hinrunde viel gearbeitet", sagt Gündogan.

Der Beweis war das 5:1 gegen Hannover 96 zum Jahresabschluss im Pokal (Bericht). Der Kantersieg durfte gleichzeitig als Signal an die Konkurrenz verstanden werden.

Zugeben würde Gündogan das nie. "Wir kümmern uns weniger darum, irgendwelche Signale an andere zu senden, sondern darum, unsere eigenen Vorgaben und dass, was wir uns vornehmen, zu 100 Prozent zu erfüllen und uns stetig weiterzuentwickeln", sagt er.

Und fügt hinzu: "Die Entwicklung in diesem Jahr war außergewöhnlich."

Die Bayern im Blick

Der Doublesieg ist schwer zu toppen - darüber steht nur noch der Gewinn der Champions League.

Güdogan lacht. "Wichtig ist, dass wir in der Bundesliga in der Spur bleiben", stellt er fest.

"Wir wissen, dass wir einige Punkte unnötig liegen gelassen haben", so Gündogan: "Wenn wir das zeigen, was wir wirklich können, dann ist in der Bundesliga mindestens der zweite Platz möglich."

Die Bayern bleiben dabei trotz zwölf Punkte Vorsprung auf den Titelverteidiger im Blickfeld. Erst recht als Viertelfinalgegner im Pokal.

"Topmotiviert, diesen Erfolg zu wiederholen"

"Im Pokal haben wir schon letzte Saison gezeigt, was da alles möglich ist. Wir wissen, was in Berlin auf uns wartet und alle sind topmotiviert, um diesen Erfolg zu wiederholen", erklärt Gündogan.

Auch in der Königsklasse haben die Borussen mit dem ukrainischen Meister Schachtjor Donezk einen dicken Brocken vor der Brust.

Doch in der Gruppe der Landesmeister mit Real Madrid, Ajax Amsterdam und Manchester City hat der BVB bereits seine Klasse bewiesen - und nach dem Vorrunden-Aus im Vorjahr auch seine Lernfähigkeit.

So wie Ilkay Gündogan. Zuverlässig als Abräumer vor der Abwehr, mit gutem Auge als Impulsgeber nach vorne.

Noch lange nicht zufrieden

"Im Offensivbereich haben wir eine brutale Qualität", lobt der Mittelfeldstratege die offensive Mittelfeldreihe um Mario Götze und Marco Reus.

Dass er weniger im Blickpunkt steht als die BVB-Superstars, stört ihn dabei überhaupt nicht. Für Gündogan steht im Vordergrund, sich gemeinsam auf ein Ziel zu fokussieren.

"Es ist immer eine Frage, wie man einen Wettbewerb annimmt und alles dafür tut, seine Ziele zu erreichen", sagt er bezogen auf den DFB-Pokal.

Gündogan hat für sich den Wettbewerb beim BVB angenommen und in seinem verrückten Jahr 2012 schon viele Ziele erreicht - zufriedengeben wird er sich damit nicht.

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