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Lewis Holtby wechselte 2009 von Alemannia Aachen zum FC Schalke 04 © getty

Der Schalker Mittelfeldspieler wird wegen seines nahenden Abschieds beschimpft. Eine Trennung im Winter ist aber noch kein Thema.

Von Matthias Becker

München - Eigentlich ist Lewis Holtby ein großer Social-Media-Anhänger.

Schon zu seiner Zeit beim FSV Mainz 05 präsentierte sich Holtby offenherzig bei Facebook, auch bei Twitter ist der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 schwer aktiv.

Stolze 35.000 Follower verzeichnet Holtby beim Kurznachrichtendienst, über 100.000 gefällt sein Facebook-Profil.

Holtby wird aber sicher nicht alles gefallen, was seine digitalen Freunde inzwischen so auf seiner Pinnwand hinterlassen.

Fans beschimpfen Holtby

Denn nach der Ankündigung des Nationalspielers, Schalke nach Ablauf seines Vertrages im Sommer 2013 verlassen zu wollen, machen einige Anhänger der Königsblauen ihrer Enttäuschung Luft.

In teils deftigen Worten wird Holtby in Kommentaren beschimpft, Formulierungen wie "Söldner" gehören noch zu den harmloseren.

Vom 22-Jährigen selbst ist schon länger nichts mehr zu hören. Während des immer lästiger werdenden Vertragspokers der letzten Wochen enthielt er sich öffentlicher Kommentare.

Der letzte Facebook-Post stammt vom Besuch einer Motorcross-Show Ende November, der letzte Tweet von Anfang Dezember.

Heldt: Bisher keine Anfrage

Dabei wäre eine Stellungnahme Holtbys zur Entscheidung, Schalke den Rücken zu kehren , durchaus interessant. Noch ist unklar, wo er den nächsten Karriereschritt machen will.

Einigkeit herrscht in der Annahme, dass es den Halb-Engländer in die Premier League ziehen wird. Tottenham Hotspur und der FC Everton gelten als Interessenten, auch der FC Arsenal und der FC Liverpool werden genannt.

Dass die Schalker Holtby noch im Januar abgeben werden, um wenigstens eine Ablöse zu generieren, deutet sich momentan nicht an. "Bisher gibt es keine Anfrage. Der Berater hat uns mitgeteilt, dass Lewis seinen Vertrag bis zum Saisonende erfüllen wird", sagte Schalke-Manager Horst Heldt der "WAZ".

Trennung noch im Winter?

Womöglich könnte eine Trennung während des Winter-Transferfensters aber noch mal zum Thema werden - je nachdem, wie sich der Unmut der Schalker Fans zu Beginn der Rückrunde auf die Leistungen Holtbys auswirkt.

Seine Leistungen stagnierten schon während des Vertragspokers zum Ende der Hinrunde. Unter Neu-Trainer Jens Keller stand er im Pokalspiel gegen Mainz nicht in der Startelf.

Holtby wäre nicht der erste Profi der Königsblauen, der von den Fans mit Liebesentzug bestraft wird. Kevin Kuranyi und Manuel Neuer erging es ähnlich, als sie frühzeitig über ihren Abschied aus Schalke informierten.

Weitere Unruhe droht

Da im Umfeld der Gelsenkirchener nach dem Absturz auf Platz sieben der Bundesliga-Tabelle ohnehin keine Harmonie herrscht, wäre weitere Unruhe kaum förderlich. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wobei die "Söldner"-Vorwürfe gegen Holtby nicht wirklich greifen. Der Mittelfeldspieler steigt keineswegs aus einem langfristigen Kontrakt aus, sondern verlässt den Verein nach Ablauf seines Arbeitspapiers.

Zwar winkt ihm auf diesem Weg ein ordentliches Handgeld, aber große Summen könnte Schalke mit einem Profi, der im Sommer ablösefrei zu haben ist wohl auch auf dem Winter-Transfermarkt nicht einnehmen.

Gehaltsforderungen wohl kein Hindernis

Angeblich überzogene Ansprüche Holtbys, die zwischenzeitlich auf dem Boulevard kolportiert wurden, hat es offenbar nicht gegeben.

An den Gehaltsforderungen des Spielers sei die Einigung nicht gescheitert, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Ob diese Nachricht bei den wütenden Fans noch ankommt, ist fraglich.