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Matthias Sammer zeigte sich von der Tragödie um Malanda geschockt
Matthias Sammer ist seit Sommer 2012 Sportvorstand des FC Bayern München © getty

Der FCB fliegt ins Trainingslager. Müller und Lahm erklären bei SPORT1, warum sich das Szenario der Saison 2011 nicht wiederholt.

Vom Trainingslager des FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Arbeitsklamotten, wenn man sie so nennen will, hatten die Profis des FC Bayern schon am Mittwochmorgen am Münchner Flughafen angelegt.

Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Kollegen checkten zum Flug nach Doha im Trainingsanzug ein, was so ganz nach dem Geschmack von Matthias Sammer war.

"Wir müssen knallhart arbeiten", forderte Münchens Sportvorstand - sein Reisegepäck noch neben sich.

Das Naschwerk an Weihnachten, die ruhigen Minuten auf dem Sofa oder die Silvesterparty: All diese Urlaubserinnerungen wischte Sammer sofort weg.

"Bedingungen gewinnen keine Titel"

Und es soll ja keiner im Kader auf die Idee kommen, dass man im Wintertrainingslager in Doha bei perfekt gepflegten Rasenplätzen und neun Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen einfach so zur Meisterschale durchstarten werden. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Bedingungen gewinnen keine Titel", stellte Sammer kühl fest.

In den sieben Tagen im Wüstenstaat Katar soll daher vor allem eins gelten: Arbeit.

Zwei Trainingseinheiten pro Tag

Der FCB reist in kompletter Teamstärke an, lediglich Holger Badstuber (Kreuzbandriss) blieb in München. Luiz Gustavo, Emre Can und Arjen Robben will Trainer Jupp Heynckes nach ihren Verletzungen wieder in die Übungseinheiten integrieren.

23 Grad waren für Mittwochmittag in Doha vorhergesagt, so sollen die Temperaturen auch in den nächsten Tagen bleiben, wenn die Münchner jeweils zweimal täglich trainieren und schwitzen werden. Hinzu kommen zwei Testspiele.

Die Brasilianer Luiz Gustavo, Dante und Rafinha waren am Flughafen nicht zu sehen, ebenso wie Tom Starke, Mario Gomez und Robben steuerten sie den Golfstaat individuell an.

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Frühaufsteher als Begrüßungskomitee

Für die Bayern-Stars in München galt es indes, Autogramme auf Karten, Taschen und sonstige Utensilien zu schreiben. Zig Fans waren früh aufgestanden, harrten bereits ab 7 Uhr am Check-In aus, um ihre Lieblinge nach den Weihnachtsferien zu begrüßen.

In Katar werden die Roten wie in den beiden Vorjahren auf dem Gelände der Aspire Academy Kraft aufbauen und Ballpassagen und Laufwege einüben.

Müller kennt Wege in Doha "in- und auswendig"

"Wir haben dort immer gute Bedingungen, kurze Wege vom Hotel auf die Anlage, die kennen wir alle schon in- und auswendig", berichtete Thomas Müller im Gespräch mit SPORT1.

Wie die übrigen Spieler wirkte Müller gut erholt, ob das auch auf seine Fitness zutreffe, beantwortete er aber mit einem Augenzwinkern: "Das werden wir sehen in der nächsten Woche."

Unter der Wüstensonne wollen die Bayern nach zwei Jahren ohne Titel endlich den Bann brechen, ein Szenario, das auch Jogi Löw realistisch erscheint.

Löw glaubt an Titel für Bayern

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bayern sich die Butter noch vom Brot nehmen lassen", erklärte der Bundestrainer. "Sie sind in diesem Jahr schon sehr dominant."

Müller glaubt ebenfalls an die Schale. Dass es im Vorjahr trotz Herbstmeistertitel am Ende nicht klappte, spiele da keine Rolle. Das Team mache "einen stabileren Eindruck", betonte Müller und zudem sei ja auch der Vorsprung im Vergleich zur Vorsaison auf die Verfolger größer.

Kapitän Philipp Lahm sagte dazu auf SPORT1-Nachfrage: "Wir haben nicht vor, Punkte liegen zu lassen und wir haben ein gewisses Polster an Vorsprung, das wir in die Rückrunde nehmen."

"Wir müssen konzentriert weiterspielen"

Er verlangte jedoch auch von sich und seinen Mitspielern: "Wir müssen konzentriert weiterspielen, dann wird es schwer uns aufzuhalten."

Vizekapitän Bastian Schweinsteiger hielt sich indes ganz an Sammers Arbeitsanweisung, als er über den kommenden Champions-League-Gegner Arsenal und Pokal-Rivale Dortmund sprechen sollte.

"Wir gehen jetzt erstmal ins Trainingslager", sagte Schweinsteiger, drehte sich kurz um und schritt Richtung Sicherheitsschleuse.