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Arjen Robben wechselte 2009 von Real Madrid zum FC Bayern München © getty

Bayerns Superstar möchte sich in Doha nach dem Verletzungspech der Hinrunde neuen Schwung holen. Ribery muntert den Kollegen auf.

Vom Trainingslager des FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

Doha - Die Umarmung war spontan und herzlich: Franck Ribery drückte Arjen Robben bei der Ankunft in Bayerns-Luxuhotel "Grand Heritage" an sich.

Es war der Neujahreswunsch zwischen zwei Superstars, die noch im Frühjahr in der Halbzeit-Pause der Champions-League-Partie gegen Real kräftig aneinander geraten waren. Sogar ein Veilchen trug Robben damals davon.

Für Robben sollte der aktuelle Willkommensgruß ein erster Mutmacher auf dem Weg zurück ins Team nach einer langen Leidenszeit sein. Denn das Wintertrainingslager in Katar steht bei ihm auch für einen Neuanfang.

Verletzungsseuche in der Hinrunde

Nur fünf Ligaspiele machte der Superstar in der Hinrunde. Bei den Glanzleistungen seiner Kameraden und dem Spurt zu 42 Punkten sah er meist nur zu, laborierte abwechselnd an verschiedenen Verletzungen. (DATENCENTER: Bundesliga)

Zwischenzeitlich philosophierte er gar über ein Karriereende, um dieses Gedankenspiel kurz darauf zu verwerfen.

Vor der Winterpause peinigten den Niederländer noch Muskelprobleme und Rückenbeschwerden, im Wüstenstaat Doha will ihn jetzt Trainer Jupp Heynckes nach und nach ins Mannschaftstraining integrieren.

Am Mittwochabend und Donnerstagmorgen war so Robben bei allen Übungen und Spielformen - auch mit Ball - dabei.

Um Sonne zu tanken und die Seele baumeln zu lassen, hatte Robben zuvor mit seiner Familie in Dubai ausgespannt, war dann von dort direkt nach Doha gereist.

"Es geht bei Null los"

"Im Trainingslager geht es immer wieder bei null los", beschreibt Thomas Müller gegenüber SPORT1 die Ausgangslage für den Tempodribbler mit der exzellenten Schusstechnik.

[kaltura id="0_on4gahin" class="full_size" title="Schulterschluss zwischen Robben und Ribery"]

"Ich weiß nicht genau, wie es ihm körperlich geht, aber ich gehe davon aus, dass er sich fit machen wird."

Sagnol stärkt Robben

Der Oberbayer ist in der Kabine Robbens Sitznachbar. Sollte der Niederländer wieder einsatzfähig sein, wird er aber auch mit Müller um die Position im rechten Mittelfeld konkurrieren.

"Die Jungs müssen hart arbeiten und ab dem ersten Spiel wieder Gas geben. Ich hoffe, dass Robben dann wieder fit ist", erklärt Willy Sagnol im SPORT1-Interview. (Zum Interview)

Der Ex-Profi glaubt ebenfalls, dass die Tage unter der Wüstensonne von Doha Robben beflügeln könnten. "Wenn er gesund ist, ist er ein unheimlicher Mehrwert für die Mannschaft."

Leichte Einheit zum Start

85 Minuten trainierten die Münchner am Mittwochabend erstmals unter Palmen auf dem Gelände der Aspire Academy.

Nach dem mehr als fünfstündigen Flug und dem letzten Pflichtspiel am 18. Dezember war es eine leichte Einheit, bei der in der Abwehr ein überraschendes Duo auftauchte.

Daniel van Buyten verteidigte im Zentrum an der Seite von Mittelfeldspieler Anatoliy Tymoshchuk, allerdings landete Abwehrchef Dante - genauso wie die beiden anderen Brasilianer Luiz Gustavo und Rafinha - erst am späten Mittwochabend am Persischen Golf.

Heynckes zieht die Zügel an

Für die nächsten Tage hat sich Heynckes indes ein straffes Programm ausgedacht. An manchen Tagen wird sogar dreimal täglich trainiert. Für Freitag sind beispielsweise die Termine 7.45, 11 und 17.30 Uhr anberaumt. (BERICHT: Sammer will Bayern schwitzen sehen)

Den Titel noch einmal zu verspielen, wie in der Vorsaison nach der Herbstmeisterschaft geschehen, soll tunlichst vermieden werden. Konzentration ist angesagt.

"Es muss so weitergehen wie bisher. Ich werde keinen Millimeter von meiner Marschroute abweichen", stellte Heynckes schon vor dem Trainingslager fest.

Gerade einmal 300 Meter sind es vom FCB-Hotel zum Trainingsgelände, für Robben könnte dieser tägliche Weg über die sonnenüberflutete Hotelterrasse eine Kraftquelle werden.

Riesige Motivation

Die Motivation, sich wieder ins Team zu kämpfen, ist riesig.

"Ich liebe Fußball, Fußball ist mein Leben", sagte Robben, als er im Dezember den Bayern-Fanklub in Lutzingen besuchte. Und mit herzlicher Unterstützung von Flügelpartner Ribery fällt das Schuften fürs Comeback ohnehin leichter.

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