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Robert Lewandowski (l., mit BVB-Coach Jürgen Klopp) wechselte 2010 von Lech Posen nach Dortmund © getty

Dortmund trainiert wieder - und sieht mit vielen personellen Baustellen konfrontiert. Klopp knöpft sich die Defensive vor.

Von Christian Paschwitz

Dortmund - Es piekste kurz am Ohrläppchen, dann traten auch ein paar rote Tropfen hervor - nicht nur bei Starspieler Robert Lewandowski: Doch Borussia Dortmunds Profis nahmen es gelassen.

Viel mehr als der verschwindend geringe Blutverlust beim Laktat-Test in der heimischen Helmut-Körnig-Halle nervten den Meister und Pokalsieger auch beim Start in die Rückrunden-Vorbereitung die andauernden Wechselgerüchte.

"Ich sage eigentlich gar nichts mehr zu so etwas", hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dazu zuletzt immer wieder betont.

Und tat es auch jetzt, wo neben Stürmer Lewandowski, dem eine Offerte von Manchester United vorliegen soll, noch Innenverteidiger Mats Hummels in Verbindung mit Manchester City gebracht wird. "Das ist einfach Unfug", so Watzke.

Trainingslager in Spanien

Die Erklärungen der Dortmunder, die auf deutschem Boden am Freitag noch zwei nicht-öffentliche Trainingseinheiten im Stadtteil Brackel abspulen, dürften auch im achttägigen Trainingslager im spanischen La Manga (vom 5. bis 12. Januar) weitergehen (SERVICE: Winterfahrpläne der Bundesligisten).

Denn: Zu viele personelle Baustellen sind offenbar doch offen - nicht nur wegen der hartnäckigen Spekulationen vor allem um Lewandowski (Vertragsende 2014), den man laut Watzke "für keinen Preis der Welt" schon im Winter abgeben werde.

Immerhin: Auch für den nach übereinstimmenden Medienberichten vom VfL Wolfsburg stark umworbenen Ivan Perisic (Vertrag noch bis 2016) gibt es laut Watzke kein Angebot.

Zumal einer Verpflichtung des 23-jährigen Offensivspielers, bei dessen Abgang als Nachfolger Konstantinos Fortounis von Zweitligist Kaiserslautern gehandelt wird, auch eine Ablösesumme von mindestens sieben Millionen Euro entgegen steht.

[kaltura id="0_gjbmdpsc" class="full_size" title="BVB mit breiter Brust vor neuen H rden"]

Vertragsverhandlungen für Zorc

In den eigenen Reihen wiederum wartet auf Michael Zorc gleich ein halbes Dutzend an Vertragsverhandlungen: Verlängern will der Sportdirektor dem Vernehmen nach zunächst mit Marcel Schmelzer und Neven Subotic, die allerdings angedeutet haben sollen, in Dortmund bleiben zu wollen.

Gesprochen werden soll auch mit Torhüter Roman Weidenfeller, Kapitän Sebastian Kehl und Kevin Großkreutz - während eine Rückholaktion von Nuri Sahin (ausgeliehen an Liverpool) unrealistisch wirkt. Auch wenn Zorc kürzlich in der "Bild" erklärt hatte: "Er ist unser Junge." 623461(DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)

Klopp bekämpft Hinrunden-Defizite

Aktuell konzentrieren sich die Schwarz-Gelben darauf, die Defizite der Hinrunde abzustellen, ehe das Team von Jürgen Klopp am 19. Januar in Bremen wieder voll durchstarten will.

"Wir werden definitiv eine bessere Rückrunde spielen. Besser, klarer - auch was die Punktausbeute angeht, besser", sagte der Trainer, dem zum Laktat-Test allein Lukasz Piszczek, Leonardo Bittencourt (beide Grippe), Sven Bender, Chris Löwe (Pause nach Leisten-Verletzungen) und Patrick Owomoyela (Reha nach Achillessehnen-OP) fehlten.

Vor allem im defensiven Umschaltspiel und in der Arbeit gegen den Ball gelobt Klopp Besserung: "Wenn man bedenkt, dass zwei Jahre alles geklappt hat, ist es gerecht, dass wir uns um diese Dinge wieder mehr kümmern müssen."

"Noch unangenehmerer Gegner" werden

Beleg dafür: Nur viermal spielte der BVB in dieser Saison zu null - was Tabellenführer FC Bayern dagegen elfmal gelang.

"Wir werden stabiler. Wir lernen aus unseren Fehlern. Das wird uns wieder gelingen. Dann sind wir ein noch unangenehmerer Gegner", so Klopp. (VEREINSSEITE: Alles zum BVB)

Auch deshalb verspricht Klopp in der Vorbereitung, Vollgas zu geben unter iberischer Sonne an der spanischen Costa Calida, wo bereits im Vorjahr der Grundstein zu einer famosen zweiten Serie gelegt wurde.

Erinnerungen an das Vorjahr

Zur Erinnerung: In der Meistersaison 2011/12 spielte der BVB eine Rekord-Rückrunde mit 15 Siegen, zwei Unentschieden und einer Punktausbeute von 47 Zählern. Die Bayern holten damals "nur" 36 Punkte.

Dass der Rückstand auf die Münchner gegenwärtig zwölf Punkte beträgt, sieht Klopp gelassen - und will seinem Team auch keine Vorwürfe machen. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Die Mannschaft habe "alles ausgereizt. Wenn man einen fairen Blick auf die erste Saisonhälfte wirft, ist nichts passiert, weil wir nicht bereit waren." Nur in "einzelnen Momenten" haben seine Schützlinge Nachlässigkeiten gezeigt.

Anstatt selbst Nadelstiche zu setzen wie nun beim Laktat-Test.

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