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Jupp Heynckes ist in seiner zweiten Amtszeit Trainer des FC Bayern München © getty

Der Bayern-Trainer hält auch im neuen Jahr am Fahrplan zu seiner Zukunft fest. Einige Anzeichen deuten aber auf einen Abschied hin.

Vom Trainingslager des FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Doha - Auch Hunde lassen sich gegen schlechtes Wetter schützen.

"Der Schäferhund hat ein Regencape bekommen, so sind wir losgezockelt", berichtet Jupp Heynckes von den Spaziergängen mit seinem Hund "Cando" in der Weihnachtspause.

Ob der Bayern-Coach seinem Weggefährten dabei am Niederrhein seine Zukunftspläne verraten hat, ist ungeklärt (News).

Beste Laune nach Weihnachtsurlaub

Jedenfalls präsentierte sich der 67-Jährige bestens gelaunt beim ersten öffentlichen Termin im Trainingslager in Katar.

In kurzen Hosen berichtete er mehr als 40 Minuten über die Entwicklung seiner Mannschaft und sprach auch über seinen auslaufenden Kontrakt beim FCB.

Dabei bestätigte er den bisherigen Zeitplan, erst im März will der Bayern-Trainer mit den Klub-Verantwortlichen über seine Zukunft entscheiden.

Zeichen deuten auf Abschied

Allerdings lassen sich immer mehr Zeichen finden, die auf einen Abschied des Trainerroutiniers im Sommer hindeuten.

Sein Vertrag endet im Juni, Heynckes hätte dann reichlich Zeit für Ehefrau Iris, Schäferhund "Cando" und sein gemütliches Bauernhaus in der Heimat am Niederrhein.

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"Meine Frau und ich haben uns schon darüber unterhalten", sagte Heynckes zum Thema, ohne ein Pro oder Contra zu erwähnen.

"Der Job kostet auch Substanz"

Und auf SPORT1-Nachfrage erklärte er: "Der Job als Cheftrainer beim FC Bayern ist sehr intensiv, wenn man den Beruf mit Leidenschaft, Hingabe und Enthusiasmus ausfüllt, kostet das auch Substanz."

Zugleich fügte er an: "Ich muss sagen, dass bei allem wichtig ist, mit Freude bei der Arbeit zu sein und positive Dinge herauszieht. Das ist bei mir so. So wie wir im letzten Jahr Dinge vorangebracht haben, das hat mir großen Spaß gebracht."

Heynckes erwartet keine Unruhe

Durch die noch offene Entscheidung befürchtet Heynckes keine Unruhe im Team.

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Denn an seiner Arbeitsweise werde sich nichts ändern "unabhängig davon, was im Sommer passiert".

Das gelte auch für die Bayern-Stars.

"Die Spieler sind so professionell heute, dass sie sich nicht davon beeinflussen lassen, dass das noch ein bisschen im Schwebezustand ist."

Nach dem Vormittagstraining am Donnerstag schilderte der Weltmeister von 1974 mit Enthusiasmus, dass seine Arbeit nun Früchte trage.

"Spieler haben unbändigen Hunger"

In den letzten anderthalb Jahr habe er viel beim FCB aufbauen können, vor allem der Teamgeist sei in dieser Saison "außergewöhnlich".

"Die Spieler haben einen unbändigen Hunger, sind hochmotiviert", sagte Heynckes daher selbstbewusst zum Meisterrennen (DATENCENTER: Bundesliga).

"Wir lassen uns nicht von der überragenden Hinrunde beeinflussen, das ist auch notwendig, wenn man große Ziele ansteuert."

Mit klaren Vorstellungen Richtung Titel

Die Münchner gehen mit neun Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen in die Rückrunde, auf den amtierenden Meister Dortmund beträgt der Abstand gar zwölf Zähler (BERICHT: Sammer will Bayern schwitzen sehen).

Heynckes will sich von seinem Weg nicht abbringen lassen. Um den Titel brauche er auch keinen "Masterplan", sondern nur "klare Vorstellungen".

"Einen Masterplan haben junge Trainer. Das ist mir alles zu dramatisch. Das haben Konzept- oder Laptop-Trainer, die gekommen und gegangen sind", stichelte der Trainerveteran.

Er selbst könnte sich mit der Meisterschale verabschieden, sollte im Sommer tatsächlich Schluss sein. Es wäre gewiss nicht das schlechteste Karriereende.

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