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Jupp Heynckes (M.) trainierte bereits zwischen 1987 und 1991 den FC Bayern München © getty

Der Bayern-Trainer lobt zum Auftakt des Wintertrainingslagers seine Mannschaft über den grünen Klee. Dante erklärt eine Münchner Stärke.

Vom Trainingslager des FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Doha - Von außen wirkt die noble Unterkunft des FC Bayern in Doha ein wenig wie ein Schloss.

Und im Inneren des "Grand Heritage", wo der FCB zu seinen Pressekonferenzen lädt, glänzen allerlei Zierleisten, noble Leuchter und edle Teppiche.

Ein Ambiente wie gemalt für eine Laudatio. Und Jupp Heynckes hielt diese Lobrede auf sein Team, souveräner Bundesliga-Spitzenreiter nach der Hinrunde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Stärker als in den siebziger Jahren?

"Der FC Bayern hat in seiner Historie noch nie so einen modernen, attraktiven und zeitgemäßen Fußball gespielt", sagte Heynckes.

Mit diesem Vergleich stellte Heynckes den Auftritt seiner Mannschaft sogar über die Erfolgsgeneration um Franz Beckenbauer und Gerd Müller in den siebziger Jahren, die dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister einsackte.

"Der FC Bayern hatte immer große Mannschaften und Erfolge, aber für mich ist das von der Hingabe, der Disziplin, der Organisation und vom Spiel nach vorne außergewöhnlich", erklärte der Chefcoach.

Lob nicht aus einer Laune heraus

Das Spiel seines Teams - nicht allein die Bilanz von 42 Punkten und 44 erzielten Toren - erquickt den 67-Jährigen wie ein Sprung ins Wasser nach einem Sauna-Aufguss.

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Heynckes lobte den Geist seiner Mannschaft, die Spieler würden ebenso konzentriert wie mit "Spaß und Freude" arbeiten.

Ganz bewusst hob er auch hervor, dass sein Lob nicht aus seiner Laune heraus komme, sondern er viel darüber reflektiert habe. (BERICHT: Heynckes: Zeitplan bleibt - Ende im Sommer?)

"Ich bin für meinen Realismus bekannt", sagte Heynckes.

Heynckes ohne Nachsicht

Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Kollegen dürften daher trotz des tollen Laufs bisher auch nicht auf Nachsicht hoffen. "Sie wissen, dass wir tagtäglich unseren Rhythmus haben." (BERICHT: Sammer will Bayern schwitzen sehen)

[kaltura id="0_hdvjsj4l" class="full_size" title="Bester FC Bayern aller Zeiten"]

Seinen eigenen Beitrag zum neuen FCB verschwieg Heynckes nicht.

"Das ist die Art, wie ich persönlich Fußball spielen lassen möchte", stellte er ohne falsche Bescheidenheit fest.

"Nicht viele Mannschaften arbeiten wie wir"

"Als Trainer braucht man auch ein bisschen Zeit, um seine Ideen umzusetzen. Ich bin jetzt eineinhalb Jahren hier, man sieht, dass das Früchte trägt."

Und dann richtetet Heynckes noch schöne Grüße an die Konkurrenz aus: "Es gibt in der Liga nicht viele Mannschaften, die so arbeiten wie wir."

Sein eigenes Schaffen verglich er mit dem eines Dirigenten, der jeden Tag an der kleinsten Nuance in seinem Orchester feilen müsse.

Auch deshalb setzt Heynckes an zwei Tagen um 7.45 Uhr ein 45-minütiges Lauftraining im Wüstenstaat Katar an, für die Grundfitness, aber eben auch um die Aufmerksamkeit seiner Truppe hochzuhalten.

Und an Perfektion mag der Trainerroutinier sowieso nicht denken.

Bewusst habe er im Winterurlaub über "das eine oder andere Prozent nachgedacht", der Bayern-Stil der Marke Heynckes soll wie ein unübersehbarer Eindruck erkennbar sein.

Dante will noch mehr "Kompaktheit"

Innenverteidiger Dante sieht in der Weiterentwicklung der eigenen Spielweise eine logische Konsequenz.

"Der Trainer hat gesagt, wir müssen das behalten, was wir gut gemacht haben und natürlich müssen wir noch kompakter stehen", erklärte der Brasilianer.

Diese Perfektion in den eigenen Abläufen hält Dante für einen der FCB-Trümpfe sowie das starke Umschaltspiel.

"Alle können gut Fußball spielen, aber unter Druck ist das etwas anderes."

Gerade darauf sieht Heynckes sein Star-Ensemble bestmöglich vorbereitet.

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