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Benedikt Höwedes (l.) hat bei Schalke 04 noch einen Vertrag bis 2014 © getty

S04 nimmt in Doha viel auf sich, um sich zu entkriseln. Kapitän Höwedes sieht gute Ansätze, schweigt aber zu seiner Zukunft.

Vom Trainingslager des FC Schalke 04 berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Doha - Ralf Fährmann ging unter der Wüstensonne von Doha mutig voran: Der Schalker Keeper stieg kühl wie bei einem Elfmeter ohne jede sichtbare Gefühlsregung in den Eiskübel, Lewis Holtby folgte und dann war da noch Ciprian Marica.

Ob noch Platz sei? "Für einen hübschen Rumänen immer", scherzte Holtby und schon saß Marica bis zum Bauchnabel im Eiskübel.

Für die Königsblauen gleicht das Trainingslager in Katar einer Wohltat und einem Neustart - nach der bösen Krise in der Liga und dem Pokal-Aus gegen Mainz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gebührend empfangen wurden die "Knappen" ohnehin: Am Donnerstag begrüßte Ex-Mitspieler Raul, jetzt für Al Sadd tätig, die Teamkollegen bereits am Flughafen, ehe es ins Luxushotel "The Torch" (deutsch: "Die Fackel") ging.

Das Bauwerk ragt imposant in Dohas Himmel und ist zudem das Erkennungszeichen der Aspire Academy, auf der S04 trainiert.

Die Spitze im Visier

"Wir haben hier sehr gute Bedingungen", sagte Benedikt Höwedes am Freitagmittag. "Klar tun ein paar Muskeln am Anfang weh, das ist normal in der Vorbereitung."

Für den Schalker-Kapitän geht es jetzt darum, alle Kraft für den Rückrundenstart gegen Hannover zu bündeln. "Wir wollen vorne wieder angreifen", forderte der Nationalspieler. "Das ist unsere Zielsetzung, wir wollen in der Champions League wieder mitspielen."

Das ganze Team, das die Vorrunde der Königsklasse ja als Erster abschloss, wisse, wie schön es auf Europas größter Fußballbühne sei.

"Wir haben sehr viel Qualität", betonte Höwedes - trotz der Talfahrt zuvor.

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Als Grund für die Krise machte er auch die Teampsychologie aus. "Es war irgendwann Sache des Kopfes, es sind aber so viele Dinge, die da mit hineinfließen."

Höwedes schweigt zu seiner Zukunft

Die Königsblauen hoffen jetzt nicht nur auf die Wende, sondern auch darauf, dass ihr Frontmann weiterhin beim Weg des Klubs dabei ist. Denn nicht nur der FC Bayern gilt als ein Interessent an Höwedes, zudem gab es zuletzt immer wieder Gerüchte um eine vorzeitige Vertragsverlängerung des 24-Jährigen.

Ob ein Wechsel innerhalb Deutschlands überhaupt denkbar sei oder er weiterhin auf Schalke bleibe?

"Zu dem Thema möchte ich mich nicht äußern", erklärte Höwedes auf SPORT1-Nachfrage.

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Gespräche mit Heldt ruhen

Die Gespräche mit Sportdirektor Horst Heldt über einen neuen Vertrag über 2014 hinaus wurden erst einmal vertagt.

"Wir sind beide der Meinung, dass es im Moment wichtigere Dinge gibt. Wir wollen den FC Schalke wieder dahin bringen, wo er hingehört. Darauf ist unser Augenmerk gerichtet. Deshalb lassen wir die Gespräche ruhen", sagte Höwedes.

Er habe im Moment "keinen Stress", da sein Vertrag im Sommer nicht auslaufen würde, fügte Höwedes an: "Gucken wir mal, was bis Ende Januar passiert."

"Das war ein guter Anfang"

Der Fokus liegt auf dem Wohl der Mannschaft. Dabei soll auch der neue Trainer Jens Keller helfen.

Der leitet lautstark am Freitagvormittag das Training, das darauf abzielte, die Defensive zu stärken. "Das war ein guter Anfang, darauf lässt sich aufbauen", sagte Höwedes.

Die "Knappen" müssen allerdings in Katar zumindest vorerst ohne Farfan und Edu auskommen.

Visaprobleme bei zwei Schalkern

Die beiden Spieler konnten wegen Visaproblemen nicht einreisen, sollen jedoch bis Sonntag nachkommen.

Höwedes nahm das bedauernd zur Kenntnis, ansonsten ließ er sich die neue gute Laune nicht verderben. "Der Urlaub war gut, um auf andere Gedanken zu kommen."

Und ein Sprung ins Eisbecken hat ja auch noch niemandem geschadet.

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