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Arjen Robben (r., mit Alaba) wechselte 2009 von Real Madrid zum FC Bayern München © getty

Bayerns Superstar will sich nach seiner Verletzungsseuche vorsichtig ins Team zurückkämpfen. Heynckes will den Röntgenblick.

Vom Trainingslager des FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Doha - Die anderen Spieler gehen Richtung Trainingsplatz, Arjen Robben joggt meist vom Hotel "Grand Heritage" den kurzen Weg zum Rasen.

Bayerns Superstar steht unter Strom - endlich wieder, wie er nach dem Verletzungspech der Hinrunde findet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ständig zwickte es irgendwo, gab es Muskelbeschwerden, Rückenprobleme und andere Blessuren. Seine Krankenakte bekam ein paar neue Seiten, sogar über einen möglichen Rücktritt philosophierte Robben kurzzeitig.

Witzchen vor dem Comeback

Unter Palmen konnte er in Doha vor dem ersten Testspiel gegen Lekhwiya SC, bei dem er nach der Pause zum Einsatz kam, darüber witzeln, ein "Halbjahresvertrag" wäre ja die ideale Lösung für ihn, nachdem er erneut in einer Vorrunde meist nur Zuschauer war.

Daher will er sich über seine Aussichten für 2013 nur mit Vorsicht äußern.

"Es ist immer gefährlich, wenn ich sage, es geht mir gut", sagte der Niederländer.

"Mein Ziel für 2013 ist Gesundheit, aber ich habe mir das schon öfter gewünscht, und es ist nicht so gekommen. Ich weiß nicht, ob das was bringt."

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Rückschlag auf Rückschlag

Gerade einmal fünf Bundesliga-Spiele macht der Niederländer bis zur Winterpause.

Wie von einer unsichtbaren Schnur festgehalten, wurde er immer wieder zurück auf den Boden geworfen, wenn er gerade wieder sein Comeback vor Augen hatte.

Er wisse nicht, meinte Robben, ob er zum Rückrunden-Start bei 100 Prozent sei.

"Das ist nicht so einfach. Ich muss mich ans Mannschaftstraining gewöhnen. Für mich ist das gerade ein richtig großer Schritt."

Am Samstagmorgen sahen jedoch schon einige Aktionen vielversprechend aus, der Ball gehorchte ihm in vielen Szenen perfekt.

Und das Temperament ist Robben nicht verloren gegangen, wenn etwas nicht klappt, schimpft er im Trainingsspiel wie eh und je oder feuert die Kollegen an.

Direkt aus dem Winterurlaub in Dubai war der 29-Jährige ins nahe Katar gereist, um ja gut erholt anzukommen. Dennoch weiß er, dass sein Weg zurück in die Startelf beschwerlich werden dürfte.

[kaltura id="0_266kd6c5" class="full_size" title="Robben scherzt ber Halbjahrsvertrag "]

"Ich habe vollstes Verständnis"

"Das ist die Entscheidung des Trainers, aber wir haben eine hervorragende Hinrunde gespielt, wir sind Erster, haben einen großen Vorsprung", befand er.

"Ich habe volles Verständnis, wenn er sagt: 'Jungs, im ersten Spiel spiele ich mit dem Team der Hinrunde.' Aber wenn es soweit ist, werde ich wieder einsteigen."

Auf Robbens eigentlicher Position im rechten Mittelfeld wirbelte in der Hinrunde ein ebenso effektiver wie gewitzter Bayern-Profi: Thomas Müller tat sich mit neun Toren und neun Torvorlagen als bester Scorer bis zum 17. Spieltag hervor.

Der Oberbayer ist momentan so wenig aus dem Team wegzudenken wie das Rot aus den Vereinsfarben.

"Ich habe keine Angst"

Robben lässt sich davon aber nicht kirre machen, fit zu werden, stehe jetzt an erster Stelle.

"Und dann weiß der Trainer, was ich kann. Dann kann ich auch spielen, da habe ich keine Angst."

Dass er wegen seiner immer wieder auftretenden Verletzungen vielleicht sogar auf das eine oder andere Länderspiel mit den Niederlanden verzichtet, kommt für Robben nicht in Frage.

"Überhaupt nicht, denn ich bin ganz stolz, dass ich für meine Nationalmannschaft spiele. Ich liebe Fußball."

Heynckes macht Mut und bremst zugleich

FCB-Coach Jupp Heynckes glaubt fest an Robbens Rückkehr. (AKTUELL: Heynckes adelt sein Team)

"Er hat seine Hausaufgaben gemacht, macht einen guten Eindruck", bescheinigt der 67-Jährige seinem Starspieler eine brauchbare Grundlage.

Zugleich wirbt er um ?ein bisschen Zeit" für den äußerst ehrgeizigen Niederländer.

Physios und Trainerstab hat Heynckes sogar zu einer Art Röntgenblick der gerade genesenden Patienten Robben, Emre Can und Luiz Gustavo geraten.

Jede "kleinste Kleinigkeit" sollte auf dem Platz gescannt werden, überzustrapazieren und eine lange Pause zu riskieren, das will Heynckes unbedingt vermeiden.

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