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Das Foul von Mladen Petric empfand Marco Engelhardt (li.) als "nicht so dramatisch" © getty

KSC-Neuzugang Marco Engelhardt spricht nach dem 3:2-Sieg gegen den HSV bei Sport1.de über "geile Gefühle" und das Petric-Rot.

Von Daniel Rathjen

München - Marco Engelhardt (Spielerportrait) war beim Überraschungs-Coup des Karlsruher SC gegen den Hamburger SV eine der prägenden Figuren.

Der 29 Jahre alte Rückkehrer kam in der Winterpause vom 1. FC Nürnberg und war am Platzverweis von HSV-Stürmer Mladen Petric unmittelbar beteiligt.

Fünf Minuten später flog er selbst von Platz.

Den "Last-Second-Sieg" verfolgte der defensive Mittelfeldspieler vom Spielfeldrand aus. Für sein Team könnte das 3:2 gegen den Favoriten den sprichwörtlichen "Hallo-Wach-Effekt" bedeuten.

Im Interview mit Sport1.de erkennt das auch Engelhardt. Der dreifache Punktgewinn hat ihm gezeigt: "Ja, wir können es!"

Den Platzverweis von Mladen Petric (Spielerportät) empfindet er aber als zu hart: "Das war nicht dramatisch".

Sport1.de: Herr Engelhardt, wie lange haben Sie am Samstagabend noch gefeiert?

Marco Engelhardt: Nicht allzu lange. Aber wir sind froh, dass wir die drei Punkte geholt haben. Es ist ein kleiner Schritt - ein Lebenszeichen. Wir müssen weiter hart arbeiten, dass es noch mehrere davon gibt.

Sport1.de: Kann so ein Sieg ein Signal zum Aufbruch sein, haben Sie den berühmten Ruck in der Mannschaft gespürt?

Engelhardt: Am Spielverlauf hat man gesehen, dass die Mannschaft funktioniert. Selbst nach dem 0:2-Rückstand haben wir nicht aufgegeben. Wir haben an uns geglaubt. Das ist für die Fans und natürlich auch für uns ein Zeichen gewesen: Ja, wir können es.

Sport1.de: Trübt Ihr Platzverweis die Freude?

Engelhardt: Wichtig sind in erster Linie die drei Punkte. Wie die zustande kommen, spielt keine Rolle. Persönlich bin ich natürlich schon unzufrieden.

Sport1.de: Haben Sie das Spiel als zu hart empfunden?

Engelhardt: Uns wurde ja immer vorgeworfen, dass wir zu viel hinnehmen und uns nicht wehren. Gegen den HSV haben wir uns gewehrt. Wir waren aggressiv, wir waren leidenschaftlich, so sollte es in unserer Situation sein. Überhart war das Spiel nicht.

Sport1.de: Der KSC hat also den Abstiegskampf endlich angenommen?

Engelhardt: Im Abstiegskampf kann man nur gewinnen, wenn man dagegenhält, wenn man bissig ist. Wenn es geht, natürlich bissiger als der Gegner. In den entscheidenden Situationen muss man allerdings einen kühlen Kopf behalten.

Sport1.de: Wie bewerten Sie den Platzverweis gegen Mladen Petric nach dem Gerangel mit Ihnen?

Engelhardt: Ich wollte eigentlich nur den Angriff unterbinden - ein taktisches Foul machen. Ich halte ihn und er versucht sich loszureißen. Er macht dabei eine etwas unnatürliche Armbewegung. Die hat der Schiedsrichter mit der Roten Karte geahndet. Das war zu hart.

Sport1.de: Warum nehmen Sie Ihren Gegenspieler in Schutz?

Engelhardt: Die Karte kann man schon geben, aber eigentlich war es nicht so dramatisch. Hart getroffen hat Mladen mich nicht.

Sport1.de: Manager Rolf Dohmen hat nach dem Spiel mit einem Gefühlsausbruch überrascht. Mussten Sie schmunzeln, als Sie das gesehen haben?

Engelhardt: Dass bei ihm Feuer drin ist, haben wir als Mannschaft schon öfter zu spüren bekommen. Als Spieler war er ja auch immer sehr leidenschaftlich. So ein Sieg in letzter Sekunde ist nicht nur für uns Spieler, sondern auch für alle anderen Verantwortlichen und für alle die im Stadion, die die Daumen gedrückt haben, ein geiles Gefühl.

Sport1.de: War der Sieg letztlich ein Symbol dafür, dass die Einstellung stimmt?

Engelhardt: Die Einstellung sollte immer stimmen, ob es dann letztlich zum Sieg reicht, ist eine andere Sache. Wir haben in Bochum auch ganz gut gespielt, aber da haben wir unsere Chancen nicht genutzt. Gegen Hamburg haben wir die wenigen, die wir bekommen haben, eiskalt ausgenutzt. Wir waren - im Gegensatz zur gesamten Vorrunde - endlich mal effektiv. Wenn wir auf diese Art und Weise unsere Möglichkeiten nutzen, dann hab ich keine Angst vor den nächsten Spielen.

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