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Jubel in Cottbus: Das 3:1 war der zweite Heimsieg der Lausitzer © getty

Ein Bulgaren-Duo schießt die Lausitzer gegen harmlose Hannoveraner zum zweiten Heimsieg. Alte Tugenden führen dabei zum Erfolg.

Von Tobias Schröter

München - Der Jubel war groß im Stadion der Freundschaft ? schließlich war das Hochgefühl des Heimsiegs für die Fans von Energie Cottbus in dieser Saison bislang ein seltenes.

Nur einmal hatten sie es in der Hinrunde genießen dürfen, vor knapp drei Monaten beim 1:0 gegen den Karlsruher SC.

Doch nicht nur deswegen feierten die Lausitzer das 3:1 (1:0) gegen Hannover 96 überschwänglich.

Durch den zweiten Heim-Dreier der Saison verließ Energie außerdem die Abstiegsränge, schob sich dank des besseren Torverhältnisses am nun punktgleichen KSC vorbei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gleich doppelte Erleichterung also, wie auch Cottbus-Manager Steffen Heidrich bestätigte: "Der Druck war immens. Ich kann vor der Mannschaft nur den Hut ziehen, wie sie mit der Situation umgegangen ist und die drei wichtigen Punkte eingefahren hat."

Ausdauerndes Forechecking

Dass es zu kollektiven Umarmungen und Erleichterungsseufzern bei den Gastgebern kam, lag einerseits an einer starken kämpferischen Leistung der Lausitzer.

Zwar glänzten sie nicht spielerisch, hielten aber bis weit in die zweite Hälfte hinein ein aggressives Forechecking aufrecht und kauften den Gästen so den Schneid ab.

Zum anderen lag es daran, dass Hannover keinerlei Anstalten machten, seine katastrophale Auswärtsbilanz von nur einem Punkt aus nun neun Spielen aufzubessern.

96 unkonzentriert und undiszipliniert

Erschreckend schwach präsentierten sich die Niedersachsen im Spiel nach vorne, leisteten sich dazu Unkonzentriertheiten in der Defensive ? wie beim Energie-Führungstreffer durch Dimitar Rangelov sechs Minuten vor der Pause, als dem Bulgaren viel zu viel Raum im Strafraum gelassen wurde.

Undiszipliniertheiten rundeten das schwache Bild ab: Neuzugang Leon Andreasen holte sich in der 67. Minute zu Recht und unnötig die Ampelkarte ab, als er mit gestrecktem Bein in einen Mittelfeld-Zweikampf einstieg.

Das nutzten die Cottbuser umgehend für die Entscheidung: Binnen fünf Minuten zogen sie durch zwei weitere Treffer davon, für die ebenfalls das zuletzt gescholtene Bulgaren-Duo verantwortlich zeichnete.

Entscheidung in fünf Minuten

Rangelov nickte in der 69. Minute zum 2:0 ein, Stanislav Angelov besorgte in der 74. Minute den dritten Treffer (DATENCENTER: Torschützen).

Dass die Cottbuser daraufhin ihre tugendhafte Einstellung vergaßen und in der Schlussviertelstunde die Zügel schleifen ließen, ermöglichte den harmlosen Hannoveranern noch den Anschlusstreffer durch Fahrenhorst (83.). Mehr jedoch nicht.

Energie-Coach Bojan Prasnikar hob daher das Positive hervor: "Ich bin sehr zufrieden, wir waren in den Zweikämpfen sehr stark und haben auch nach vorne eine gute Leistung gezeigt. Wir waren viel in Bewegung und haben schöne Tore erzielt."

"Nach vorne nicht stattgefunden"

Sein Gegenüber Dieter Hecking monierte das Offensivspiel und den Leistungseinbruch seiner Mannschaft gegenüber dem Schalke-Spiel.

"Man hat gesehen, dass wir im Spiel nach vorne nicht stattgefunden haben. Die Spieler müssen begreifen, dass nach einem Tag, an dem die Sonne scheint, nicht wieder alles gut ist. In der Bundesliga bekommt man nichts geschenkt", analysierte der 96-Coach.

Während die Cottbuser nun den Lichtstreifen am Horizont sehen, verdunkelt sich der Bundesliga-Himmel in Niedersachsen mehr und mehr.

Mit weiterhin 20 Zählern ist der Abstand der Hannoveraner auf den Relegationsplatz nach dem 19. Spieltag auf vier Punkte geschrumpft.

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