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Boateng spielte vor seinem Wechsel zum BVB für Hertha und Tottenham © getty

Der Bayern-Coach hat den Dortmunder nach dessen Tritt auf den Oberschenkel von Klose in Schutz genommen. Der BVB ist dennoch sauer.

Von Martin Volkmar

München - Versöhnliche Töne in der Treter-Debatte.

Jürgen Klinsmann hat den Dortmunder Kevin-Prince Boateng nach dessen Tritt auf den Oberschenkel von Miroslav Klose in Schutz genommen.

"Das ist abgehakt, ich mache Boateng keine Vorwürfe", sagte der Trainer des FC Bayern über den großen Aufreger beim 3:1 über den BVB.(der Spielbericht)

"Wenn du einmal hochspringst und siehst, dass da einer unter dir liegt, wo willst du da hin mit deinen Füßen?"

Daher, so Klinsmann weiter, "sagen wir auch nicht, dass es Absicht war".

Klose und Beckenbauer unterstellen Absicht

Damit widersprach der Coach den Aussagen von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer und "Opfer" Klose (Porträt), die Boateng Vorsatz unterstellt hatten.

Auch der "Angeklagte" verteidigte sich. "Was Franz Beckenbauer in Deutschland sagt, ist ja normalerweise Gesetz - aber diesmal liegt er mit seiner Einschätzung völlig falsch", sagte Boateng der "Bild".

"Weil es gegen Klose von mir garantiert keine Tätlichkeit gewesen ist. Der Schiedsrichter hat die Aktion doch gesehen."

Referee und DFB sehen keinen Vorsatz

Referee Michael Kempter stimmte dem zu: "Ich habe kein Absicht gesehen, sonst hätte ich Boateng Rot gegeben."

Alles andere müsse das Sportgericht entscheiden, ergänzte Kempter. Doch der DFB verzichtete auf die Einleitung eines Verfahrens gegen den Mittelfeldspieler.

Damit könnte das Thema erledigt sein, doch in Dortmund ist die Empörung über die Vorwürfe weiterhin groß.

"Wer ein bisschen vom Fußball versteht, kann da niemals Absicht unterstellen. Alles andere ist vollkommener Quatsch", sagte Sportdirektor Michael Zorc dem DSF.

Zorc: "Alte Klischees" über Boateng bedient

Vielmehr würden nur "alte Klischees" über den Problemfall Boateng bedient, meinte Zorc.

Und auch der im Winter von Tottenham verpflichtete Neuzugang erklärte: "Mir haftet ein mieses Image an, vielleicht mögen mich einige Leute nicht."

Herbe Kritik äußerte Zorc zudem an Beckenbauer, der im TV-Studio von einer klaren Tätlichkeit gesprochen hatte.

"Er ist in solchen Fällen zu Neutralität aufgerufen und muss da meiner Meinung nach nicht der erste Ankläger sein", sagte er.

Klopp selber, der sich noch unmittelbar nach der Partie mit dem "Kaiser" gezofft hatte, ruderte hingegen zurück:

"Franz und ich schätzen uns über alle Maßen. Trotzdem kann man mal anderer Meinung sein. Das wird aber an unserem guten Verhältnis nichts ändern."

Ribery bekennt sich zum FCB, lässt sich aber Hintertür offen

Unterdessen hat Franck Ribery sich zum FC Bayern (zur Vereinsseite) bekannt, aber gleichzeitig eine Hintertür offen gelassen.

"Zur Zeit denke ich keineswegs über einen Wechsel nach. Ich fühle mich sehr wohl in München, die Leute lieben mich, ich liebe die Fans? sagte der Franzose der "tz".

Dennoch seien Klubs wie der AC Mailand, Real Madrid oder der FC Barcelona immer ein Thema: "Diese Namen bringen mich zum Träumen, aber ich fühle mich supergut bei Bayern."

Die Münchner hatten mehrfach betont, dass sie Ribery bis zum Vertragsende 2011 und auch darüber hinaus halten wollen.

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