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Haben zusammen 17-mal für Bayern getroffen: Miro Klose (l.) und Luca Toni © getty

Miroslav Klose und Luca Toni werden weiter gemeinsam für Bayern stürmen. Doch Landon Donovan bringt einige Bewegung in das Duo.

Von Mathias Frohnapfel

München - Bisher waren sie das gesetzte Paar beim FC Bayern: Luca Toni und Miroslav Klose.

Wenn der eine Ladehemmung hatte, traf der andere und umgekehrt.

Gegen dieses Erfolgsduo anzukommmen, daran verzweifelte Lukas Podolski. Jetzt könnte womöglich Landon Donovan etwas Unordnung in das festgefügte Sturmkonzept der Münchner bringen.

Denn beim 3:1-Sieg über Borussia Dortmund blühte Klose auf - nachdem Toni ausgewechselt war. Donovan überließ ihm den Platz, den er zuvor vermisste. ad

"Donovan lässt sich mehr fallen"

Mark van Bommel beobachtete das genauso. "Donovan lässt sich etwas mehr fallen als Luca Toni und das ist etwas der Unterschied", sagte der Bayern-Kapitän.

Auffällig ist auch, dass die Münchner ohne Toni weniger hohe Bälle ins Zentrum schlagen.

Aus der Sicht von Franz Beckenbauer wirkte Klose gar "befreit".

Zumal er sonst oft gegenüber dem Italiener zurückstecken würde. "Toni sieht nur sich, den Ball und das Tor", grantelte der "Kaiser".

Ein Staubsauger im Zentrum

Im Zentrum wirkt der 1,96 Meter große Weltmeister oft wie ein Staubsauger, der alle Bälle an sich zieht und verarbeitet.

Ausgewechselt wurde gegen den BVB aber Toni, nicht Klose.

Einen Systemwechsel will Jürgen Klinsmann in der Entscheidung nicht sehen. "Wir haben uns auf der Bank mit Martin Vasquez und Uli Hoeneß abgesprochen", berichtet der Bayern-Coach.

Klinsmann: "Toni ist gesetzt"

Zweifel an Toni lässt Klinsmann erst gar nicht aufkommen. "Toni ist gesetzt", verkündete er jetzt. Man meinte ein "Basta" mitzuhören.

Misstöne zwischen seinen beiden Stürmern sieht der Trainer ebenfalls nicht. Wohl auch, weil Konkurrenz selbst unter Spitzenverdienern das Geschäft belebt.

Van Bommel bewertet das genauso. "Es ist normal, dass Profis immer spielen wollen, enttäuscht sind, wenn sie auf der Bank sitzen." Bekannterweise stapfte Toni am Sonntag ohne den obligatorischen Handschlag mit Klose vom Feld (Klose feiert - Toni schmollt).

Konkurrenzkampf mit Toren

Derweil kommt Klose immer besser in Schwung, der 30-Jährige ist auf dem besten Weg, Toni in der öffentlichen Wahrnehmung die Rolle als Stürmer Nummer eins streitig zu machen.

Der Stürmer ist in Bestform. In den letzten 16 Pflichtspielen traf er elfmal, gab fünf Torvorlagen.

Insgesamt hat Klose sein Torkonto jetzt auf acht geschraubt, das des Italieners steht bei neun.

Aufschlussreich über das "Kloni"-Duo ist: Die beste Phase hatte Klose im Herbst, als Toni verletzt für drei Spiele ausfiel. Und die Statistik klärt weiter auf: Fünfmal war Klose erfolgreich, als Toni nicht auf dem Feld stand.

Donovan schwärmt von Klose

Gut möglich, dass Donovan dem 30-Jährigen als Ergänzungsspieler weitere Tore auflegt.

Die beiden verstehen sich bestens. "Miro hilft mir sehr viel. Er fragt mich immer, wie es mir in München geht. Er ist wirklich ein Top-Profi", erzählt Donovan auf seiner Homepage über den Sturmkollegen.

Für Donovan wird es darauf ankommen, möglichst schnell beim FCB in der Bundesliga auf sich aufmerksam zu machen.

Bereits am 15. März endet die Ausleihfrist. Nur wenn der Amerikaner bis dahin überzeugt, werden die Bayern ihn von Los Angeles Galaxy loseisen. Eine Ablösesumme von zirka zehn Millionen Dollar ist im Gespräch. Immerhin: In fünf Vorbereitungspartien erzielte der US-Boy vier Tore für die Münchner.

Für die Champions League ist er ebenfalls gemeldet.

Neuer Konkurrent im neuen Jahr

Spätestens in der kommenden Saison erhalten Klose und Toni einen weiteren Konkurrenten um einen Platz im Sturm: Thomas Müller.

Der 19 Jahre alte Angreifer der zweiten Mannschaft, der zu Saisonbeginn gegen den HSV zehn Minuten Bundesligaluft schnuppern durfte, soll in den nächsten Tagen einen Profivertrag unterschreiben, nachdem 1899 Hoffenheim ihn in der Winterpause als Ersatz für den verletzten Vedad Ibisevic verpflichten wollte.

"Hoffenheim war eine Option", bestätigte Müller in der "Bild", "aber ich spiele seit der D-Jugend bei Bayern. Ich fühle mich hier wohl und habe noch einen Vertrag bis Sommer 2010."

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