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Szene aus dem Hinspiel: Heung-Min Son (r., mit Fritz) hat beim HSV Vertrag bis 2014 © getty

Vor dem Duell zwischen Hamburg und Bremen ist die Spannung spürbar. Bremens Trainer Schaaf nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.

Hamburg - Thomas Schaaf saß in einem blauen Pullover auf dem Podium und lächelte kaum.

Kurz vor dem 98. Nordderby gegen den Hamburger SV (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wirkte der Trainer von Werder Bremen müde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) (KOLUMNE)

Geschafft von einer anstrengenden Woche nach der 0:5-Pleite gegen Borussia Dortmund, noch immer ein wenig geschockt. Während sein Kollege Thorsten Fink vom HSV einen Sieg gegen den Lieblingsfeind gefordert hatte, verzichtete Schaaf bei der Bremer Pressekonferenz auf markige Sprüche.

"Wir haben uns im Training sehr intensiv gerieben", sagte der Trainer vor dem Duell am Sonntag in Hamburg: "Ich erwarte, dass wir in die Zweikämpfe gehen, dass der Gegner nicht einfach so gewähren kann."

Stabile Grundordnung

Schaaf fordert im Duell der Lieblingsfeinde die Konzentration auf eine stabile Grundordnung. Denn die war Werder bei der bösen Niederlage zum Rückrundenauftakt völlig abhanden gekommen.

Sein Team agierte konfus, kam nicht in die Zweikämpfe. Doch Schaaf war bemüht, nach vorne zu schauen: "Eine Wiedergutmachung gibt es nicht", sagte der Werder-Coach, "das Spiel gegen Dortmund ist vorbei, das haben wir verpasst."

Und plötzlich packte den 51-Jährigen doch ein wenig die Kampfeslust: "Über die Jahre hinweg haben die Nordderbys ihre Attraktivität erhalten, es gab viele tolle und erstaunliche Spiele. Wir werden eine wesentlich andere Leistung zeigen."

[kaltura id="0_1h2vn0vn" class="full_size" title="Schaaf setzt auf richtige Reaktion "]

Positive Derby-Bilanz

Zuletzt konnte Werder eine positive Derby-Bilanz aufweisen. Dreimal in Serie holten die Grün-Weißen gegen die Hamburger alle Punkte, zuletzt beim 2:0 in der Hinrunde.

Doch diesmal wird es erheblich schwieriger, der HSV wirkt stabiler als zu Beginn der Saison. Werder kommt dagegen ohne Selbstvertrauen.

"Ich glaube, dass sie versuchen werden, einen konstanten Druck zu erzeugen", sagte Schaaf, "es wird wohl ein intensives Spiel."

Van der Vaart will "Werder wehtun"

Ein Spiel auch, in dem HSV-Star Rafael van der Vaart im Gegensatz zum Hinspiel auf dem Rasen steht und sich einmal mehr großen Erwartungen ausgesetzt sieht.

"Das Derby ist immens wichtig für den Verein, die Fans, die ganze Stadt", sagte der 29-Jährige, der seine Oberschenkelzerrung endgültig auskuriert hat, "wir müssen Werder von Beginn an wehtun und dürfen keine Angst haben."

Damit spricht der Mittelfeld-Star seinem Trainer aus der Seele. Fink will sich "oben festsetzen", aber er warnt auch davor, aus Werders Minusleistung gegen Dortmund falsche Schlüsse zu ziehen.

"Natürlich wird es durch die Niederlage nicht einfacher. Letztlich müssen wir zeigen, dass wir gut drauf sind", sagte der 45-Jährige: "Wenn wir am Anfang zaghaft sind, wird Werder sicher Selbstvertrauen aufbauen können."

Hunt und Arnautovic fit

Darauf hofft wiederum Schaaf, der seine Leistungsträger Marko Arnautovic und Aaron Hunt einsetzen kann. Arnautovic hat seine Magen-Darm-Erkrankung auskuriert, Hunt ist nach einer Erkältung wieder einsatzbereit.

Ex-HSV-Profi Eljero Elia wird gegen seinen ehemaligen Klub wohl zunächst auf der Bank sitzen.

Bei seinen Profis konnte Schaaf eine Reaktion feststellen: "Das Feuer war da. Es war viel Stimmung und viel Aktivität auf dem Trainingsplatz. Man gibt sich den Dingen nicht hin, sondern will sie verändern."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hamburg: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen - Badelj - Skjelbred, Aogo - van der Vaart - Rudnevs, Son

Bremen: Mielitz - Ignjovski, Lukimya (Prödl), Sokratis, Schmitz - Fritz, Junuzovic, Hunt - Arnautovic, de Bruyne - Petersen

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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