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"Entschuldigen Sie bitte" - Ahlenfelder hatte seinen ganz eigenen Stil an der Pfeiffe © getty

Er war einer der Typen der Liga. Fußball-Stammtische sind dankbar für seine Schoten. Am Mittwoch wird Kult-Schiri Ahlenfelder 65.

Oberhausen - Endgültig zum Kult-Schiri wurde Wolf-Dieter Ahlenfelder in der Bundesliga-Partie zwischen Werder Bremen und Hannover 96.

Er pfiff die erste Hälfte nach 32 Minuten ab, ließ dann doch weiterspielen und pfiff schließlich 90 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit endgültig zur Halbzeit.

Noch heute bekommt man im Bremer Vereinslokal ein Pils und einen Malteser, bestellt man einen "Ahlenfelder".

Jene Anekdote stammt von 1975. 13 Jahre später hängte Ahlenfelder die Pfeife nach 106 Bundesliga-Spielen an den berühmten Nagel. Am Mittwoch wird er nunmehr 65 Jahre "nicht alt, sondern jung", betont einer der besten, aber auch umstrittensten Fußball-Schiedsrichter in der Geschichte der Bundesliga.

"Wir hatten mehr Spaß"

"Es war eine schöne Zeit", blickt er zurück und stellt heute fest: "Es fehlt mir heute an Menschlichkeit. Ich glaube, wir hatten damals mehr Spaß am Fußball." Dass es bei Wolf-Dieter Ahlenfelder, der als Rentner zusammen mit seiner Frau Christel in Oberhausen lebt, mehr "menschelte", daran hatte der gelernte Industriekaufmann selbst großen Anteil.ad

Unvergessen ist `Ahlis´ Dialog mit Trainer Otto Rehhagel, den er aufforderte: "Bleib auf deinem Hintern sitzen, sonst komme ich mit Pattex zu deiner Bank." Legendär seine Aufforderung an Spieler, die auf dem Boden lagen: "Junge, steh auf, die Rasenheizung ist nicht an."

Als Ex-Bayern München-Star Paul Breitner einst meckerte: "Du pfeifst wie ein Arsch", antwortete Ahlenfelder schlagfertig: "Du spielst ja auch wie ein Arsch."

Ein Pils in Ehren ...

In der Saison 1983/84 wurde er vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit der "Goldenen Pfeife" (FIFA berät über Zusatz-Schiris) als damals bester deutscher Schiedsrichter ausgezeichnet.

Aber dem lebenslustigen Oberhausener, der auch einem "Pilsken" nicht abgeneigt war, unterliefen auch Irrtümer - wie damals in Bremen, nachdem die fettige Gans zum Mittagessen mit ein paar Gläsern Bier und einigen Malteser-Schnäpsen "`bekämpft" worden war.

Immer noch ein Star

"Es ehrt mich unheimlich, dass man mich noch kennt", sagte Ahlenfelder. Den Fans ist er noch immer ein Begriff, obwohl der kleine, rundlich wirkende Schiri im Gegensatz zu vielen anderen populären deutschen Schiedsrichtern in seiner Karriere weder ein Länderspiel noch eine Europapokal-Begegnung leitete.

Dennoch, glaubt der Jubilar, "habe ich für den Fußball in Deutschland einiges getan". Dem Fußball ist er auch nach einer komplizierten Krampfader-Operation immer noch verbunden. "Ich bin Vizemanager bei einer Gaststätten-Mannschaft", verrät Ahlenfelder.

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