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Seit Sommer 2004 gibt Friedhelm Funkel als Eintracht-Trainer die Richtung vor © getty

Frankfurts Coach Friedhelm Funkel geht bei der Eintracht ins sechste Trainerjahr und könnte dort zum Rekordtrainer werden.

Von Daniel Rathjen

München - Im Jahr 2005 führte Friedhelm Funkel die Frankfurter Eintracht zurück in die Bundesliga.

Seitdem konnte sich der Traditionsklub im gesicherten Mittelfeld etablieren. "Wir haben immer unsere Ziele erreicht", sagt Funkel im Gespräch mit Sport1.de.

Trotzdem sorgten im Winter die sich dahinschleppenden Vertrags-Verhandlungen für Spekulationen: Bleibt er oder bleibt er nicht?

"Alles Quatsch", sagt Funkel gegenüber Sport1.de: "Das war ein ganz normaler Vorgang."

Der 56-Jährige bleibt in der Main-Metropole und geht nun bereits ins sechste Jahr bei der Eintracht. Bald könnte er der Rekord-Coach bei den Hessen sein.

Sport1.de: Sie sind fast der Eintracht-Rekordcoach, sind Sie stolz drauf?

Friedhelm Funkel: Naja, ich bin es eben noch nicht, dafür müsste ich schon noch in die neue Saison gehen. Aber Stolz ist der falsche Ausdruck. In der heutigen Zeit ist es, egal wo man hinschaut schon eine Leistung, möglicherweise ins sechste Jahr einer Anstellung zu gehen. Wenn sich das so ergeben sollte, dann ist das eine tolle Sache.

Sport1.de: Warum hat sich die Vertragsverlängerung in diesem Jahr so in die Länge gezogen?

Funkel: Das ist ja alles Quatsch. Es hat ja gar nicht länger gedauert. Na gut, ein bisschen. Aber im angesprochenen Zeitraum haben wir uns dreimal zusammengesetzt. Eigentlich war schon alles klar. Nur der Aufsichtsrat musste noch zustimmen. Die Sitzung war aber erst ein paar Tage später. Dort ist dann die Entscheidung gefallen.

Sport1.de: Ein ganz normaler Vorgang also...

Funkel: Genau. Es war außergewöhnlich, dass wir uns die Jahre zuvor so schnell geeinigt haben. Der Verein und ich hatten bestimmte Vorstellungen. Es hat einfach ein paar Gespräche mehr gebraucht, um sich zu einigen.

Sport1.de: Was reizt Sie persönlich an der Eintracht?

Funkel: Frankfurt ist ein Traditionsverein. Frankfurt ist eine tolle Stadt. Das Vertrauensverhältnis zum Vorstand ist unglaublich groß, auch zur Mannschaft. Das alles macht die Arbeit in Frankfurt sehr angenehm.

Sport1.de: Ein paar Irritationen gibt es um Rekordeinkauf Caio...

Funkel: Es gab überhaupt keinen Streit in Sachen Caio (Spielerportrait). Ich stelle die Spieler auf, die aus meiner Sicht für die Mannschaft das Beste sind. Wenn Caio noch nicht in der Lage ist, gewisse Dinge umzusetzen, dann spielt er halt nicht. Dass sein Einsatz von dem einen oder anderen gewünscht wird, ist doch nachvollziehbar. Entscheidend ist aber der Trainer.

Sport1.de: Wie arbeitet es sich mit dem Bewusstsein, nicht zur Spitzengruppe zu gehören?

Funkel: Sehr gut! Wir gehören zum Mittelfeld der Bundesliga, da wollen wir uns weiter etablieren. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir haben die Eintracht in den letzten fünf Jahren sportlich wie finanziell auf eine sehr solide Basis gestellt. Vor fünf Jahren hätte die Eintracht fast die Lizenz nicht bekommen. Jetzt sind wir finanziell gesund und sportlich etabliert. Das ist eine tolle Sache.

Sport1.de: Manchmal bleibt aber der Erfolg aus...

Funkel: Der Erfolg ist in Frankfurt noch nie ausgeblieben. Jedenfalls nicht in meiner Zeit. Wir haben unsere Saisonziele immer erreicht. Dass es zwischenzeitlich Phasen gibt, in denen man Spiele verliert, ist doch normal. Entscheidend ist immer die Tabelle nach 34 Spieltagen. Da haben wir uns in jedem Jahr verbessert und unsere Ziele erreicht.

Sport1.de: Woran erkennt ein Trainer, dass er sich abnutzt?

Funkel: Ein Trainer nutzt sich nicht ab. Das gilt auch für Thomas Schaaf bei Werder Bremen, da neigt sich nichts dem Ende entgegen. Die waren fünf Jahre hintereinander in der Champions League. Jetzt haben sie mal eine kleine Durststrecke, die wird der Thomas in den Griff kriegen. Zudem stoßen doch immer neue Spieler zur Mannschaft. Es gibt immer neue Leute im Trainer-Stab. Man kann mit neuen Methoden Akzente setzen und, und, und...

Sport1.de: Zurück zur Eintracht: Lange war der Verein bekannt für unrealistische Erwartungen der Fans und des Vorstands. Unterscheidet sich die aktuelle Eintracht von der aus der Vergangenheit?

Funkel: Natürlich. Der Vorstand hat absolut realistische Ziele. Der Verein hat keine Schulden, ist keine Fahrstuhlmannschaft mehr. Es ist alles im grünen Bereich.

Sport1.de: Aber würden Sie nicht gerne mal einen Spitzenklub trainieren?

Funkel: Ich bin im Moment bei der Eintracht sehr, sehr glücklich. Anderweitig mache gar keine Gedanken.

Sport1.de: Trotzdem unterschreiben Sie immer nur für ein Jahr...

Funkel: Und das ist auch in diesmal absolut in Ordnung.

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