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Werders Nils Petersen erzielte am Freitag seine Saisontore Nummer acht und neun © getty

Mit seinem Doppelpack gegen Hannover hat Nils Petersen Werder Bremen aus der Krise geschossen und dem Klub neue Hoffnung gegeben.

Von Tom Vaagt

München/Bremen - Der Matchwinner stapfte überglücklich vom Feld.

Mit den Mundwinkel nach oben gerichtet, gab es für Werder Bremens Torjäger Nils Petersen nach dem 2:0 (0:0) im Derby gegen Hannover 96 (Spielbericht) vor allem ein Gefühl: Erleichterung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Dieser Sieg hat eine Riesenbedeutung", sagte der 24-Jährige bei LIGA total!: "Man sieht auch an den Emotionen nach dem Spiel, dass von uns ein enormer Druck abgefallen ist. Das war eine reife Leistung."

Petersen selbst war dabei die entscheidende Rolle zugefallen.

Petersen mit Doppelpack binnen drei Minuten

87 Minuten hatten die Bremer das 96-Tor erfolglos bestürmt.

Dann gelang dem Stürmer das 1:0, wenig später sorgte er auch für den Endstand (85.). Innerhalb von drei Minuten hatte Petersen den ganzen Klub von reichlich Ballast befreit.

Mit einem peinlichen 0:5 gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund und dem bitteren 2:3 beim Erzrivalen Hamburger SV waren die Bremer in die Rückrunde gestartet.

Der Wind an der Weser wehte im Anschluss noch ein wenig heftiger als an kalten Wintertagen ohnehin üblich.

Es wurden Fragen gestellt und vieles in Frage gestellt.

Manch ein Beobachter betrachtete den Umbruch im Kader bereits als gescheitert. Mal wieder im Verlauf der aktuellen Saison. Nach Freitagabend wird mancherorts von den guten Perspektiven der Bremer geschwärmt. Mal wieder im Verlauf der aktuellen Saison.

Schaaf will weiter nach Europa

Trainer Thomas Schaaf verfolgt all dies gelassen.

Zufrieden analysierte der Coach angesichts des Sieges und der Bilanz von 32:6 Torschüssen die 90 Minuten gegen Hannover, um anschließend gewohnt stoisch zu verkünden: "Ich habe immer gesagt, dass wir die ausgegebenen Ziele nicht jeden Tag umschmeißen. Wir halten an unserem Saisonziel fest."

Die Europa League soll es für Werder also weiterhin sein. Unerreichbar scheint der internationale Wettbewerb trotz der wechselhaften Leistungen in der Tat nicht.

An Hannover, derzeit allerdings ebenfalls nur im Tabellenmittelfeld platziert, rückte Schaafs Team bis auf einen Punkt heran. Die Hoffnung keimt und soll in den kommenden Wochen weiter gepflegt werden.

Grün-Weiße-Nacht am Samstag

"Jetzt müssen wir nachlegen", forderte Werder-Youngster Özkan Yildirim, der bei seinem zweitem Bundesligaeinsatz das 2:0 stark vorbereitete: "Wir wollen unbedingt den Abstand nach oben verkleinern."

Der Optimismus ist nach Bremen zurückgekehrt. Zum richtigen Zeitpunkt: Am Samstagabend steht die traditionelle Grün-Weiße-Nacht auf dem Programm.

"Die Stimmung wird dort nun deutlich besser sein", sagte Petersen und zeigte sich auch für das Vereinsfest hochmotiviert: "Auch wenn wir wissen, dass wir nur ein Spiel gewonnen haben, werden wir uns schon ein kleines Bierchen genehmigen."

96-Trainer Slomka angefressen

In Hannover herrscht derweil alles andere als Partystimmung.

Die Auswärtsschwäche der Niedersachsen lässt den Traum von der dritten Europapokalteilnahme nacheinander Stück für Stück zusammenfallen. "Momentan sieht es so aus", meinte der angefressene 96-Trainer Mirko Slomka. Seit fünf Spielen wartet Hannover nun schon auf einen Punktgewinn auf fremdem Platz.

"Wir befinden uns in einer gefährlichen Situation. Wir müssen auswärts mehr mitnehmen als zuletzt. Sonst wird es schwierig mit Europa", sagte 96-Torhüter Ron-Robert Zieler.

Hannover ist angeschlagen. Psychisch und auch personell. Am Freitag verlängerte Stürmer Mohammed Abdellaoue die ohnehin schon reichlich gefüllte Verletztenliste der Niedersachsen.

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