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Heurelio Gomes bestritt zwischen 2003 und 2010 elf Länderspiele für Brasilien © getty

Der neue 1899-Keeper feiert beim wichtigen Sieg gegen Freiburg ein starkes Debüt. Tribünengast Wiese gibt den Gutgelaunten.

Sinsheim - Der neue Publikumsliebling Heurelho Gomes sank auf die Knie und schickte ein Stoßgebet gen Himmel.

Matchwinner Kevin Volland umarmte auf der anderen Seite des Platzes vor Freude sogar den "falschen" Torwart.

Doch nicht nur der neue Torhüter und der Doppel-Torschütze waren nach dem 2:1-Sieg von 1899 Hoffenheim im badischen Duell gegen den SC Freiburg (Bericht) überglücklich.

Auch Tim Wiese eilte wie Mäzen Dietmar Hopp nach Spielende in die Kabine, um seinen Teamkollegen zu gratulieren.

"Ich habe doch ein tolles Leben"

Überhaupt Wiese: Der ausgemusterte und vor dem Spiel gar vom Training abkommandierte Keeper tat bestens gelaunt.

"Ich habe doch ein tolles Leben", richtete er den Journalisten im Vorbeigehen grinsend aus.

Gomes, der nach seinem gelungenen Debüt mehr Grund zu guter Stimmung hatte, verkniff sich derweil jeden Kommentar. Er wolle nichts sagen, ließ der ehemalige brasilianische Nationaltorwart ausrichten.

So blieb Volland alleine die Bühne, um den ersten Sieg seit drei Monaten und den Sprung auf Relegationsplatz 16 zu erklären (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Volland macht Mut

"Es war fällig, dass wir gewinnen. Wir haben uns endlich für unsere Leistung belohnt. Alle sind 90 Minuten marschiert - jeder für jeden. Zwei Tore sind ein tolles Gefühl", sagte der 20-Jährige nach seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (10. und 26.).

Und er gab das Lob für sich an die Kollegen weiter: "Wir haben eine tolle Teamleistung gezeigt. Wir kommen da raus. Wenn wir unser Ding durchziehen, dann steigen wir nicht ab."

Runderneuerung trägt Früchte

Die Euphorie Vollands, ein guter Freund seines "Umarmungsopfers" Oliver Baumann, kam nicht von ungefähr.

Schließlich haben die Hoffenheimer zum ersten Mal seit neun Partien ohne Sieg wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben.

Die personelle Runderneuerung inklusive der Ausmusterung von Unsicherheitsfaktor Wiese hat erste Früchte getragen, die Kraichgauer sind immerhin wieder auf den Relegationsplatz geklettert.

Auch Abraham überzeugt

Neben Gomes liefen drei weitere (Igor de Camargo, Eugen Polanksi, David Abraham) der insgesamt sechs Winter-Neuzugänge von Beginn an auf.

Die neuen Profis haben den Hopp-Klub, der dennoch weiter den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte befürchten muss, rund 10 Millionen Euro Ablöse gekostet.

Vor allem der von den Fans gefeierte Gomes und Abraham konnten überzeugen. Obwohl beide beim frühen Gegentor durch Max Kruse (4.) keine gute Figur gemacht hatten, ließen sie sich durch ihre kleinen Patzer nicht verunsichern.

Kurz lobt Gomes' Debütleistung

Im Anschluss zeigte beide Profis eine starke Vorstellung und hatten vor 24.000 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena großen Anteil am ersten Erfolg des neuen Trainers Marco Kurz, der zuvor insgesamt 18 Spiele ohne Sieg an der Seitenlinie verbracht hatte.

"Gomes hat eine sehr solide Leistung gezeigt, er hat das sehr gut gemacht. Er hatte eine unheimlich gute Ausstrahlung", sagte Kurz über den ausgeliehenen Neuzugang vom englischen Spitzenklub Tottenham Hotspur, der vor dem Spiel nur einmal mit der Mannschaft trainiert hatte und seine Kommandos noch auf Englisch und Spanisch gibt.

Kurz attackiert Journalisten

Kurz, der die kritischen Medienberichte nach der Verpflichtung von Gomes zurückwies ("Das war Stimmungsmache auf ganz niedrigem Niveau") und einen Journalisten deshalb öffentlich abkanzelte, wollte Wiese aber trotz der guten Leistung von Gomes nicht abschreiben.

"Er gehört weiter zur Truppe. Das war kein Spiel pro oder contra Wiese", sagte der Coach über den Keeper:

"Er hat selbst gesagt, dass Ballast von ihm abgefallen ist. Nun müssen wir versuchen, ihn wieder aufzubauen."

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