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Robbie Kruse wechselte 2011 von Melbourne Victory zu Fortuna Düsseldorf © getty

Düsseldorf macht einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Matchwinner ist bescheiden. Bobic kritisiert das VfB-Team.

Düsseldorf - Robbie Kruse war der Trubel ganz kurz unangenehm.

"Eigentlich rede ich ja nicht so gerne über mich", sagte der Angreifer von Fortuna Düsseldorf nach seinem Doppelpack beim 3:1 über den VfB Stuttgart (Bericht) ließ dann aber mit breitem Grinsen und noch breiterem australischen Akzent folgen:

"Das ist eine Riesensache, ich bin einfach nur froh - für mich und für allem für das Team." (670001DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Wieder da sei sie, ihre Fortuna, hatten zuvor die Fans des Aufsteigers minutenlang gesungen. Und der sportliche Beweis hätte kaum eindrucksvoller ausfallen können.

"Das wird uns jetzt wieder einen Riesen-Auftrieb geben", sagte Publikumsliebling Kruse, der nach dem sympathischen Buschkänguru aus der gleichnamigen Kinderserie den Spitznamen Skippy trägt.

Meier freut sich über "richtige Reaktion"

Und auch Trainer Norbert Meier durfte nach den ersten Rückrunden-Punkten genüsslich feststellen: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt. Das war die richtige Reaktion."

Bei den Pleiten gegen Augsburg (2:3) und in Mönchengladbach (1: 2) habe Düsseldorf "too sloppy" agiert, wie Kruse meinte, zu sorglos, zu nachlässig, zu schlampig eben. Davon war am Samstag vor 44.153 Zuschauern nichts mehr zu spüren.

Fortuna spielte von Beginn an mutig und konzentriert vorne, war einem schwachen Gegner vor allem in Sachen Engagement und Aggressivität überlegen.

Von Anfang an drin im Spiel

"Wir waren von Anfang an drin im Spiel. Haben nach Ballgewinnen schnell umgeschaltet, bis zum Gegentor wenig zugelassen", sagte Meier.

Bereits in der achten Minute traf Robert Tesche den Innenpfosten, 120 Sekunden später schlug Kruse ein erstes Mal zu und machte schließlich seinen ersten Bundesliga-Doppelpack perfekt (37.).

Stuttgart, das in der ersten Halbzeit einen katastrophalen Eindruck gemacht hatte, kam nach einer Leistungssteigerung zum Anschlusstreffer durch Ex-Nationalspieler Christian Gentner (60.), doch der eingewechselte Oliver Fink (76.) besiegelte schließlich die vierte VfB-Pleite in Serie.

VfB: Alarmglocken schrillen

Und nach dieser schrillen bei den Schwaben nun die Alarmglocken. "Wir wussten vor dem Rückrundenstart, wie schnell wir unten reinrutschen können", sagte Kapitän Serdar Tasci: "Unsere Lage muss jedem Spieler bewusst sein."

Nur noch einen Punkt liegt der VfB vor Neuling Düsseldorf, anstatt dem Rennen um internationale Plätze droht nun gar der Abstiegskampf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir hatten 71 Prozent Ballbesitz. Aber das nützt uns nichts, wenn wir uns nicht intelligent bewegen", sagte Trainer Bruno Labbadia, der erst drei Tage zuvor seinen Vertrag bis 2015 verlängert hatte.

"Bitter ist vor allem, wie wir den Gegner immer wieder zu Toren einladen", äußerte Tasci: "Wenn wir das nicht abstellen, kriegen wir ganz große Probleme."

Bobic beklagt fehlende Leidenschaft

Sportdirektor Fredi Bobic ging noch einen Schritt weiter: "Aus der Mannschaft muss einfach mehr Leidenschaft kommen."

Bis auf den zur zweiten Halbzeit eingewechselten Ibrahima Traore, der für Schwung auf links sorgte, ergaben sich die Stuttgarter zumeist schlichtweg in ihr Schicksal.

Vor allem im Spielaufbau zeigten die Gäste große Mängel, immer wieder konnte Düsseldorf nach leichten Ballverlusten nach Lust und Laune kontern.

Führungsspieler wie Regisseur Tamas Hajnal (musste zur Pause raus) und Torjäger Vedad Ibisevic gingen völlig unter.

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