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Markus Weinzierl beerbte vor der Saison Jos Luhukay als Augsburg-Coach © imago

Augsburg erkämpft sich in Wolfsburg einen Punkt und baut seine Serie aus, doch die Keller-Konkurrenz sorgt für Frust.

Wolfsburg - Nicht verloren, und trotzdem der Verlierer im Dreikampf um den Klassenerhalt.

Trainer Markus Weinzierl musste sich da größte Mühe geben, nach dem Gastspiel seines FC Augsburg beim VfL Wolfsburg das Positive des Abends nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein 1:1 (1:1) hatte der Underdog bei der mit teuren Spielern gespickten VW-Werkself erkämpft (Bericht), sich dabei besonders im zweiten Durchgang stark präsentiert und war so auch im dritten Spiel nach der Winterpause ungeschlagen geblieben.

Für die akut abstiegsbedrohten Schwaben ein weiterer Zähler, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt zu nähren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Weinzierl unbeeindruckt

"Wir sind froh, dass wir heute gepunktet haben und gut ins neue Jahr gestartet sind. Die Serie gibt uns die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Weinzierl, bei dem dennoch keine allzu große Freude aufkommen wollte.

Denn aufgrund der Siege der Konkurrenten Greuther Fürth und 1899 Hoffenheim waren die Schwaben am 20. Spieltag der große Verlierer im Abstiegskampf (670001DIASHOW: Der 20. Spieltag).

Statt den Blick allmählich in Richtung der Nicht-Abstiegs-Plätze zu richten, hat der FCA mit 14 Punkten den Relegationsplatz wieder verloren und ist auf Rang 17 abgerutscht - trotz einer soliden Bilanz von fünf Punkten aus den ersten drei Bundesligaspielen im Jahr 2013.

Weinzierl gab sich zumindest äußerlich unbeeindruckt: "Wir schauen auf uns. Abgerechnet wird am letzten Spieltag."

"Brauchen dringend mehr Punkte"

Dem Eindruck, dass am Samstag eher zwei Punkte verloren statt einer gewonnen wurde, konnte man sich bei den Augsburgern dennoch nicht gänzlich erwehren.

"Es ist besser als gar nichts, aber wir brauchen dringend mehr Punkte", sagte Abwehrspieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der erst am Freitag seinen Vertrag mit Gültigkeit für die Zweiten Liga bis 2016 verlängert hatte:

"Es wäre ja auch zu schön, wenn die anderen uns einfach da rauskommen lassen würden. Wir betrachten jetzt jede Begegnung so, als wäre sie ein Pokalspiel. Wir wollen die Klasse unbedingt halten. Wir wissen, dass es möglich ist."

Ritterschlag für Manninger

Hoffnung darf den Augsburgern das Auftreten nach dem Wolfsburger Führungstor durch Innenverteidiger Naldo (23.) machen.

Schon nach dem schnellen Ausgleich durch Jan Moravek (25.) wurde der FCA mutiger und spielte die Wölfe dann im zweiten Durchgang phasenweise schwindelig.

Viel lief dabei über den Südkoreaner Koo Ja-Cheol, der Leihgabe des VfL Wolfsburg, der die Bälle geschickt verteilte. Auch Torhüter Alexander Manninger erwies sich mit zahlreichen Glanzparaden als sicherer Rückhalt. "Er war sensationell", sagte Callsen-Bracker.

Abhängig von Diegos Launen

Beim VfL Wolfburg richtet sich der Blick nun endgültig in Richtung Tabellenkeller, das Wort Europacup will bei den Wölfen niemand mehr in den Mund nehmen.

"Es müssten schon viele Dinge zusammenkommen, um da oben nochmal reinzurutschen. Dabei sollte das Potenzial der Mannschaft größer sein, als gegen den Abstieg zu spielen", sagte Manager Klaus Allofs.

Noch immer ist das Team von Trainer Dieter Hecking zu abhängig von der Tagesform von Spielmacher Diego. Brilliert der Brasilianer wie gegen Augsburg einmal nicht, krankt das Offensivspiel der Wolfsburger spürbar.

Auch, weil Neuzugang Ivan Perisic bislang nicht voll überzeugt hat. "Es ist nicht leicht für ihn, er hat sicher noch nicht so bei uns reingefunden", sagte Allofs.