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Srdjan Lakic (M.) wechselte 2006 nach Deutschland zu Hertha BSC © imago

Nach seinem Traum-Debüt lässt Srdjan Lakic Eintracht von der Königsklasse träumen. Bruchhagen spricht von einem neuen Saisonziel.

Hamburg - Srdjan Lakic packte endlich wieder seinen strammen Bizeps aus. 1083 Bundesliga-Minuten hatte er nicht mehr getroffen, ist 25 Spiele ohne Tor geblieben.

Umso stolzer präsentierte der 29-Jährige nach seinen beiden Treffern zum 2:0 (2:0) beim Hamburger SV seinen dicken Oberarm. Nach dem Motto: Schaut her, ich bin wieder da!

"Das ist meine Art des Torjubels", sagte Lakic nach seinem Traum-Debüt für Eintracht Frankfurt, "nur kannte den kaum noch einer."

Doppelpack nach 1083 Minuten Torflaute

Schließlich ist es lange her, dass Lakic seine Qualitäten zeigen konnte. Zuletzt traf der Kroate am 14. Mai 2011 (3:2 gegen Werder Bremen), damals noch im Trikot von Kaiserslautern.

Es folgte eine lange Leidenszeit von 1083 Minuten ohne Bundesliga-Treffer - doch nur vier Tage nach seinem Wechsel zur Eintracht ist er bei den Hessen schon zum Helden aufgestiegen ( 670001 DIASHOW: Der 20. Spieltag ).

Was für eine "geile Geschichte", wie Frankfurt-Trainer Armin Veh sagte. Doch die Geschichte wird immer besser. Mit seinem Doppelpack lässt Lakic ganz Frankfurt von der Champions League träumen.

Sechs Punkte Vorsprung auf Platz fünf

Mit dem Sieg beim letztlich chancenlosen HSV zementierte der freche Aufsteiger Platz vier. Durch die Patzer der Konkurrenz haben die Hessen sechs Punkte Vorsprung auf Rang fünf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein nachträgliches Geschenk für Veh, der am Freitag seinen 52. Geburtstag feierte. Und so langsam bekommt die Mauer des Tiefstapelns erste Risse.

Bruchhagen setzt neue Ziele

Ausgerechnet Obermahner Heribert Bruchhagen deutet die neuen Ambitionen an. Angesichts von 20 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sei es "unnatürlich, jetzt nur noch vom Klassenerhalt zu sprechen", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Und auch Veh räumte ein: "Jetzt wird es langsam schwierig, wenn ich immer nur sage, der Klassenerhalt ist das Ziel." Das böse Wort Europapokal vermieden die Macher der Eintracht aber noch wie der Teufel das Weihwasser.

Doch so langsam müssen sie sich in Frankfurt damit anfreunden, kommende Saison international zu spielen.

Schließlich präsentierte sich die SGE in Hamburg nicht nur taktisch gereift und mannschaftlich geschlossen, sondern scheint in Lakic auch endlich den ersehnten Knipser gefunden zu haben.

Vier Schüsse, zwei Tore

Der offenbarte zwar in seiner ersten Partie noch in einigen Momenten mangelnde Spielpraxis, war aber nach nur drei Trainingseinheiten brutal effektiv.

Vier Schüsse, zwei Tore. "Das ist natürlich fantastisch, überragend. Davon habe ich geträumt", sagte Lakic, der zuletzt in Wolfsburg und Hoffenheim nicht glücklich wurde.

"Hier passt alles", sagte er, nachdem er für den elften Eintracht-Sieg nach 20 Spieltagen gesorgt hatte. So gut war Frankfurt zuletzt in der Saison 1989/90 - damals landete man am Ende auf Rang drei.

Vehs Mut wird belohnt

"Natürlich war es ein Risiko", sagte Veh über den Einsatz seines neuen Stürmers, "er hat erst ein paar Mal bei uns trainiert und im Endeffekt eineinhalb Jahre nicht gespielt, kommt rein und macht zwei Kisten. Das ist natürlich ein Traum für ihn."

Und für Veh selber, der Lakic unbedingt haben wollte und ihn trotz des Risikos von Beginn an brachte.

Der Boxfan dankte es ihm nicht nur mit den beiden Toren, sondern bewies auch sein großes Kämpferherz: Er rackerte beim kollektiven Pressing, er gewann Zweikämpfe bei langen Bällen und fiel im Kurzpassspiel nicht negativ auf. Aber vor allem stand er da, wo ein Torjäger stehen

muss.

Tore für die schwangere Frau

"Ich habe nicht vergessen, wie man Tore schießt", sagte Lakic und widmete seine Treffer seiner schwangeren Frau Antonija, die in zwei Monaten nach Rafael einen weiteren Sohn zur Welt bringen wird.

Der nächste Doppelpack für "Lucky" Lakic, der in Frankfurt endlich wieder lachen und seinen Bizeps zeigen kann.

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