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Die Schlüsselszene: Nürnbergs Frantz (l.) liegt nach dem Zweikampf mit Marx (r.) am Boden © imago

Gladbachs Coach ärgert sich nach der Pleite in Nürnberg über den unberechtigten Elfer. Wiesinger jubelt über seinen ersten Sieg.

Nürnberg - Lucien Favre blieb ruhig, und er schaute ganz genau hin. Mehrfach ließ sich der Trainer von Borussia Mönchengladbach die Szene vor dem 0:1 zeigen, das letzte Mal in Superzeitlupe mit Fokus auf die Füße des Nürnbergers Mike Frantz.

"Ja, Mann, das war eine Schwalbe, ganz klar!", schimpfte Favre danach - mit der Ruhe war es vorbei.

Das 1:2 (0:1) beim 1. FC Nürnberg (Bericht) ließ die stolze Gladbacher Serie von neun Pflichtspielen ohne Niederlage reißen. Frantz und der Schiedsrichter Florian Meyer waren nicht unschuldig daran: Thorben Marx hatte seinen Fuß längst zurückgezogen, als Frantz alles dafür tat, doch noch einzufädeln.

"Hätte auch nicht gepfiffen"

"Wenn ich ehrlich bin, hätte ich den Elfmeter nicht gepfiffen", räumte Frantz bei LIGA total! ein. Den Ärger der Gladbacher minderte das nicht.

"Das war eine Schwalbe und dazu gibt es keine zwei Meinungen", schäumte der vermeintliche Übeltäter Marx: "Schade, dass es so etwas heute noch gibt."

Favre genervt

Dieser Ansicht war auch Favre, der Meyer kritisierte.

"Man muss total sicher sein, wenn man so früh einen Penalty gibt. Das ist unglaublich, dann bist du in Rückstand", sagte der Schweizer genervt.

Dem Elfmetertor in der vierten Minute von Timmy Simons lief Mönchengladbach verzweifelt, aber vergeblich hinterher, am Ende stand ein Rückschlag im Rennen um die Europa-League-Qualifikation ( 670001 DIASHOW: Der 20. Spieltag ).

Luft im Abstiegskampf

Nürnberg dagegen verschaffte sich im Abstiegskampf Luft, nachdem die Konkurrenz am Tag zuvor fast vollzählig drei Punkte eingefahren hatte.

Die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger kämpfte, spielte phasenweise auch gut - und siegte verdient. Seit sieben Spielen ist der Club zu Hause ungeschlagen.

"Ich bin total erleichtert. Wir wussten ja, dass das heute ein total wichtiges Spiel ist", sagte Wiesinger bei LIGA total! nach seinem ersten Bundesliga-Sieg als Cheftrainer.

Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun acht Punkte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schäfer lakonisch

In der 30. Minute hatte der Tscheche Tomas Pekhart mit seinem dritten Saisontor nachgelegt und damit auch den Druck von Wiesinger genommen.

Das 2:1 von Patrick Herrmann (58.), der eine Lücke in der Nürnberger Abwehr ausnutzte, war für Gladbach zu wenig.

Dass der fragwürdige Strafstoß dem Club den Weg ebnete, störte Keeper Raphael Schäfer übrigens nicht. "Wir haben schon schlimmere Elfer bekommen", hielt er lakonisch fest.