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Robert Lewandowski (r.) gewann mit Borussia Dortmund 2012 das Double © imago

Aus München und Dortmund ist zu hören, dass der Transfer vor dem Abschluss steht. Was bedeutet das für Gomez und Co.?

Von Tom Vaagt und Martin Hoffmann

München - Es wäre ein Transfer, der passt.

Auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt in den derzeitigen Kader von Bayern München. Zumindest aber zur Transferpolitik des deutschen Rekordmeisters.

Torjäger Robert Lewandowski soll vom Erzrivalen Borussia Dortmund zum derzeitigen Bundesliga-Spitzenreiter wechseln (Bericht).

So war als erstes aus Italien zu hören. Von "Sky Italia". Jenem TV-Sender, der schon das Engagement von Startrainer Pep Guardiola bei den Bayern exklusiv verkündete.

Positives Feedback aus FCB-Umfeld

Am Dienstagnachmittag verdichteten sich dann die Anzeichen. "Wir sind uns mit dem Spieler so gut wie einig. Jetzt beginnen die ersten Verhandlungen mit dem BVB", zitiert "Spiegel Online" eine offensichtlich bayern-interne Quelle, die nach Angaben des Internetportals "beste Drähte in die Vorstandsetage besitzt".

Auch die "Bild" berichtet inzwischen von Einigkeit zwischen Lewandowski und dem Rekordmeister - unter Berufung auf Lewandowskis "polnisches Umfeld".

Öffentlich reden will hingegen kaum einer der Protagonisten. Nicht über Ablösesummen, nicht über Gehälter, nicht über Vertragslaufzeiten, nicht über ein etwaiges Zustandekommen des Transfers.

Zorc: Gibt keinen neuen Stand

"Es gibt für uns weiterhin keinen neuen Stand", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf Anfrage von SPORT1: "Wir werden das nicht weiter kommentieren, weil sich für uns nichts geändert hat."

Doch der Manager scheint zu ahnen, was passiert, wenn die Bayern ernst machen. "Wenn der Spieler mit einem anderen Verein verhandelt, können wir das ja nicht verhindern", sagte Zorc: "Aber wir wissen nach wie vor von nichts."

Auf 30 Millionen Euro wird Lewandowskis Marktwert taxiert. Die Bayern müssten also mal wieder klotzen statt kleckern. Wie schon in den vergangenen Jahren bei Javier Martinez (40 Millionen Euro Ablöse), Mario Gomez (30 Millionen) und Arjen Robben (24 Millionen) - um nur die teuersten Transfers zu nennen.

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Schwächung des großen Rivalen

Neben der Verstärkung des eigenen Kaders hätten die Münchner mit der möglichen Verpflichtung Lewandowskis aber vor allem eines erreicht: Der Hauptrivale der vergangenen Jahre wäre entscheidend geschwächt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Nebeneffekt, der dem Klub schon bei vielen Transfers der vergangenen Jahre mehr als recht war. Dante (Gladbach), Manuel Neuer (Schalke), Gomez (Stuttgart) - um nur die letzten zu nennen.

Beim BVB dürfte der Abgang des polnischen Nationalstürmers immerhin für den vielleicht größten Zahltag der Vereinsgeschichte sorgen. Nach Vertragsende 2014 könnte Lewandowski ablösefrei gehen, weswegen ein Verkauf im Sommer aus wirtschaftlicher Sicht quasi zwingend ist.

Berater reagieren gelassen

Meist war zuletzt Manchester United als mögliches Ziel des 24-Jährigen genannt worden. Nun scheinen die Bayern dazwischen gesprintet zu sein.

Und wie im Fall Guardiola hat wohl ein italienischer Klub, der deswegen einen Korb bekommen hat, geplaudert.

Der Berater des Spielers hält sich derweil bedeckt: "Wir werden zu den Spekulationen nicht weiter Stellung beziehen", sagte Maik Barthel im Gespräch mit SPORT1. Er weiß, sein Klient hat im Poker um die Zukunft alle Asse in der Hand.

Am Ende bleibt noch eine Frage: Was wollen die Bayern mit Lewandowski? Sie haben Gomez und den in der Bundesliga-Torjägerliste derzeit führenden Mario Mandzukic über das Saisonende hinaus unter Vertrag. Kein schlechtes Personal und qualitativ wohl ausreichend.

Brisanz im Pokal

Es ist schwer vorstellbar, dass sich der Rekordmeister so viele Mittelstürmer im Kader leisten wird. Gerade unter Guardiola, der bei Barca am Ende ohne einen einzigen echten in der Stammformation auskam.

Es darf also über weitere Wechsel spekuliert werden: Bedeutet Lewandowski das Aus für Gomez? Und wenn ja - wohin geht er? Womöglich gar zum BVB?

In rund drei Wochen stehen sich Bayern und Dortmund im Viertelfinale des DFB-Pokals gegenüber. Eine Partie, die eigentlich schon genug Würze verspricht.

Durch Lewandowskis Personalie kommt nun weitere Brisanz hinzu. Egal, ob der Wechsel bis dahin zustande kommt, scheitert oder weiter ungewiss ist.

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