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Robert Lewandowski hat in dieser Saison schon 13-mal für den BVB getroffen © getty

Polens Ex-Nationaltrainer Smuda rät dem Angreifer bei SPORT1 vom FCB ab. Lewandowski erklärt sich und will fortan schweigen.

Von Thorsten Langenbahn und Jakob Gajdzik

Dortmund/München - Als Rohjuwelen hat er Robert Lewandowski entdeckt, als dieser noch in Polen in der Zweiten Liga spielte.

Polens Ex-Nationaltrainer Franciszek Smuda behielt recht mit seinem guten Riecher. Jetzt wünscht er dem europaweit umworbenen Stürmer von Borussia Dortmund auch das richtige Bauchgefühl.

"Ich kenne ihn gut und wünsche ihm, dass er die richtige Entscheidung trifft. Das ist aber seine Privatsache", sagte Smuda im Gespräch mit SPORT1.

"Für Bayern hat er noch Zeit"

Und die aktuellen Spekulationen über einen Wechsel Lewandowskis zum FC Bayern beantwortet er mit der Erfahrung von 30 Jahren im Trainer-Geschäft

"Lewandowski sollte meiner Meinung nach in Dortmund bleiben", empfiehlt er seinem früheren Schützling.

"Er hat sich dort klasse entwickelt und diesen Prozess noch nicht abgeschlossen. Er ist ein junger Spieler, der eine große Karriere vor sich hat. Für den FC Bayern hat er immer noch Zeit."

Jürgen Klopp dürfte diese Einschätzung freuen, schließlich ist Lewandowski, Spitzname "Robbie", der Eckpfeiler in Dortmunds Sturmabteilung.

Klopp bleibt gelassen

Der BVB-Coach ist sich dessen voll bewusst. "Das ist ein völlig normaler Ablauf im Fußballgeschäft, dass darüber spekuliert wird, wer, wann, wo spielen wird", sagte er zur aktuellen Diskussion.

Angeblich soll der 24-Jährige für eine Ablöse von 30 Millionen Euro im Sommer zum Rivalen an die Isar wechseln und sich mit den Bayern bereits einig sein.

"Ich kann dazu nichts Neues sagen?, meinte Klopp dazu vor dem Heimspiel gegen den HSV (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die vermeintliche "Spekulationsblase", wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke die brodelnde Gerüchteküche genannt hatte, "beeinflusst ihn nicht und mich nicht", meinte Klopp.

Zuvor hatte sich sein Torjäger schon nach dem Länderspiel mit der polnischen Nationalmannschaft zu Wort gemeldet.

"Ich habe mit keinem anderen Klub gesprochen, auch nicht woanders einen Vertrag unterschrieben", erklärte der Nationalspieler nach dem 0:2 gegen Irland.

Lewandwoski beruhigt Fans

Mit dieser Stellungnahme wolle er seine Fans "persönlich beruhigen".

Lewandowski kündigte außerdem an: "Ich werde ab sofort bis zum Ende der Saison keine weiteren Spekulationen dementieren oder kommentieren."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte im "kicker" den Wahrheitsgehalt von Medienberichten über Lewandowskis Einigung mit Bayern als "nicht so heiß" bezeichnet.

Aus dem Umfeld des Spielers waren jedoch angebliche Kontakte mit den Münchnern an die Öffentlichkeit gedrungen.

Bislang weigerte sich Lewandowski standhaft, ein Angebot des BVB zur vorzeitigen Vertragsverlängerung anzunehmen.

Kein Bekenntnis über die Saison hinaus

Ein Bekenntnis zum BVB über die Saison hinaus kommt ihm nicht über die Lippen.

Im BVB-Umfeld wird daher bereits über einen Nachfolgekandidaten spekuliert. Der Kreis soll von Nationalstürmer Mario Gomez über den früheren Wolfsburger Edin Dzeko bis hin zum Mainzer Adam Szalai reichen.

Ebenfalls im Gespräch: Hannovers Mame Diouf sowie Lisandro Lopez und Bafetimbi Gomis, beide von Olympique Lyon.

Konzentration aufs HSV-Spiel

Noch spielt Lewandowski für den amtierenden Meister und ist wertvoller denn je. Mit 13 Toren und sechs Vorlagen in der Bundesliga ist er die Offensiv-Versicherung des Tabellenzweiten.

Und er scheint noch lange nicht satt zu sein.

"Natürlich müssen wir immer noch gewinnen, egal gegen welchen Gegner. Wir haben den zweiten Platz noch nicht sicher", sagte er nach dem 3:2-Sieg in Leverkusen zu SPORT1.

Sechs angeschlagene Schwarzgelbe

Weniger als die Spekulationen um Lewandowski sorgt sich Klopp derzeit um seine Grippekranken und angeschlagenen Spieler.

Stand jetzt stünden Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz für Samstag nicht zur Verfügung, meinte Klopp.

Marco Reus, Mario Götze und Lukasz Piszczek trainierten am Nachmittag nur individuell. Erstmals trainierte auch Roman Weidenfeller wieder mit, aber lediglich leicht.

"Stimmung ist am Arsch"

"Und damit ist die Stimmung gleich am Arsch", hatte Klopp die Gefühlslage beim BVB auf den Punkt gebracht, nachdem er nach dem Zustand der angeschlagenen Spieler gefragt wurde.

Ein Lichtblick war für den 45-Jährigen die Vorstellung der Dortmunder Nationalspieler Mats Hummels und Ilkay Gündogan beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich.

"Das war eine richtig starke Leistung von den beiden Jungs, da können wir stolz drauf sein", sagte Klopp.

Ebenfalls positiv für den BVB: Innenverteidiger Neven Subotic ist nach überstandenem Muskelfaserriss in der rechten Wade zurück im Mannschaftstraining und könnte gegen die Hamburger wieder in den Kader rücken.