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Neymar (r.) hat in 28 Spielen für Brasilien bisher bereits 17 Tore erzielt © getty

Ribery prophezeit, dass nach dem Trainer-Coup viele Weltklassespieler zu Bayern wollen. Neymars Begeisterung lässt aufhorchen.

Von Tobias Wiltschek

München - Noch ist er gar nicht in München.

Aber Bayerns neuer Trainer Pep Guardiola beeinflusst bereits jetzt die Planungen des deutschen Rekordmeisters für die nähere Zukunft.

Nicht zufällig ist sein ehemaliger Verein FC Barcelona in der Münchner Arena zu Gast, wenn die Bayern am 24. Juli zur Vorbereitung auf die nächste Saison den "Uli-Hoeneß-Cup" ausspielen.

Doch der smarte Spanier lockt nicht nur Barca in die bayerische Landeshauptstadt, sondern auch den einen oder anderen Weltstar. Davon gehen sie in München jedenfalls felsenfest aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ribery: Stars wollen zu Bayern

"Früher schauten die Topspieler doch eher nach Barcelona, Madrid oder nach der Premier League. Nun hat man aber das Gefühl: Am liebsten würden plötzlich viele Weltklasse-Spieler nur zu gerne zum FC Bayern kommen", sagte Franck Ribery in der "Sport Bild".

Bayerns Mittelfeldstar hegte selbst jahrelang den Traum von den großen Klubs in der Primera Division, ehe er im Mai 2010 seinen Vertrag in München bis 2015 verlängerte.

Er dürfte diesen Schritt nicht bereuen. Denn in der Tat sieht es so aus, als ob der FCB zur nächsten Saison seinen Kader noch einmal mit dem einen oder anderen Superstar der Szene garnieren würde.

Neymar denkt an FCB-Wechsel

Nach dem Freundschaftsspiel der Brasilianer in England sorgte Zaubertechniker Neymar für Aufsehen, indem er verkündete: "Ich könnte mir Bayern München durchaus vorstellen."

Bislang versuchte der Hochadel des europäischen Fußballs vergeblich, den 21-Jährigen von einem Engagement in den hochbezahlten Ligen zu überzeugen.

Statt zu Chelsea, Juventus oder Real Madrid zu wechseln, blieb Neymar seinem brasilianischen Heimatverein FC Santos treu - und wurde dort 2011 und 2012 zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt.

[kaltura id="0_2pny73pk" class="full_size" title="Neymar Gibt nichts was gegen Bayern spricht "]

Wohlfühlfaktor als Bayerns Trumpf

Der Silbermedaillengewinner von Olympia 2012 gilt als sehr heimatverbunden und lehnte wohl auch deshalb den Schritt nach Europa ab - bislang.

Dass er nun ausgerechnet den FC Bayern als mögliches Ziel nennt, mag auch mit seinem Bedürfnis nach Harmonie zusammenhängen.

"Wichtig ist, dass ich mich da wohlfühle und mit dem Rest der Mannschaft gut auskomme", betonte Neymar.

Diesen Wunsch könnte ihm die Bayern-Familie wahrscheinlich eher erfüllen als andere europäische Top-Klubs.

Seite an Seite mit Lewandowski?

Sein Vertrag in Santos läuft noch bis 2014, danach wäre er ablösefrei zu haben. Doch Neymar ließ auch durchblicken, dass er sich einen Wechsel schon im kommenden Sommer vorstellen könnte.

In München könnte Neymar womöglich auch auf Robert Lewandowski treffen. Der Pole in Diensten des Deutschen Meisters Borussia Dortmund hat zwar bestritten, mit den Bayern über einen Wechsel verhandelt zu haben.

Das könnte aber noch bis Juli passieren. Schließlich hat er auch den Dortmundern bislang ein Treuebekenntnis verweigert. Selbst über eine mögliche Erfüllung seines bis 2014 laufenden Vertrags hat sich der Stürmer noch nicht geäußert.

Festgeldkonto gut gefüllt

Am nötigen Kleingeld wird ein Wechsel des polnischen Nationalstürmers wohl ebenso wenig scheitern wie der des brasilianischen Wunderkindes Neymar.

Es wird erwartet, dass die Bayern noch im Februar bei ihrer Mitgliederversammlung neue Rekordzahlen in Sachen Umsatz und Gewinn verkünden.

Gut möglich, dass diese Zahlen auch bis nach Barcelona vordringen und den einen oder anderen Spieler zum Nachdenken veranlassen, ihrem alten Trainer an die Isar zu folgen.

Auch David Villa wird gehandelt

So hält sich schon seit Wochen das Gerücht, wonach David Villa ein möglicher Kandidat bei den Münchnern wäre. Der Stürmer kommt nach seiner langwierigen Verletzung bei Barca nicht wieder so zum Zug, wie er sich das vorgestellt hatte.

Ein Wechsel zum FC Arsenal in der Winterpause scheiterte in letzter Minute. Mittlerweile, so schreibt die "Daily Mail", haben die "Gunners" von einer Verpflichtung des spanischen Nationalspielers wieder Abstand genommen.

Das könnte die Wahrscheinlichkeit für einen Wechsel nach München erhöhen.

"Traum beim FC Bayern arbeiten zu dürfen"

Guardiola wirkt aktuell wie ein Magnet - auch um den Posten des künftigen Co-Trainers gibt es ja einige Spekulationen.

Unter anderem wurde bereits der Name des Ex-Bayern-Kapitäns Stefan Effenberg genannt, worauf der erfreut reagierte: "Es ehrt mich", sagte der "Tiger".

Thomas Christiansen, ehemaliger Bochumer Stürmer und Wegbegleiter Guardiolas, sagte zu ersten Gerüchten bei SPORT1 gar euphorisch: "Es wäre ein Traum beim FC Bayern arbeiten zu dürfen. Und das an der Seite meines Freundes Pep."

Mit diesem Traum ist Christiansen nicht allein.