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Vedad Ibisevic (M. mit Sokratis) wechselte 2012 von 1899 Hoffenheim zum VfB Stuttgart © getty

Der VfB präsentiert sich gegen Werder wie ein Absteiger und bleibt in der Rückrunde als einziges Team ohne Punktgewinn.

Aus Stuttgart berichtet Rainer Nachtwey

Stuttgart - Die Krise des VfB Stuttgart hält auch nach der Vertragsverlängerung von Trainer Bruno Labbadia weiter an. Die Schwaben kassierten im vierten Rückrundenspiel die vierte Niederlage und bleiben damit als einziges Bundesliga-Team im Jahr 2013 ohne Punktgewinn.

Eine derartige Pleitenserie hat der VfB zuletzt im Jahr 1987 (sieben Niederlagen in Folge) erlebt. Gegen Bremen unterlagen die Gastgeber mit 1:4 (0:1) und rutschten in der Tabelle auf den 14. Tabellenplatz ab.

Dabei präsentierte sich die Labbadia-Truppe, deren Coach unter der Woche seinen Vertrag erst verlängerte hatte, wie ein Absteiger. ( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

"Für unsere Situation haben wir es am Anfang sehr gut gemacht. Dennoch hat die letzte Genauigkeit gefehlt. Dann haben wir durch zwei Aktionen von Werder die Linie verloren", erklärte Labbadia.

Ekici trifft doppelt

Bremen, das erstmals seit November 2011 wieder zwei Siege in Folge feierte, hält mit 28 Punkten als Elfter Anschluss zu den Europapokalplätzen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Der VfB hat richtig gut losgelegt. Da hatten wir zwei schwierige Situationen zu überstehen. Erst nach 20 Minuten konnten wir uns befreien. In der Folge haben wir ein richtig gutes Spiel hingelegt. Am Ende sind wir aber für unser Spiel belohnt worden", sagte Schaaf.

Mehmet Ekici (34., 74.), Aaron Hunt (60.) und Kevin de Bruyne (90.) erzielten die Tore für die Gäste, Ibrahima Traore (50.) hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt.

Labbadia baut um

Während Bremens Coach Thomas Schaaf auf die Erfolgself vom Hannover-Spiel baute, hatte Labbadia sein Team auf vier Positionen verändert.

Georg Niedermeier und Martin Harnick kehrten nach Verletzung und abgesessener Sperre wieder in die Startelf zurück.

Zudem brachte der Stuttgarter Trainer Afrika-Cup-Rückkehrer Arthur Boka und Ibrahima Traore.

Dafür nahmen Felipe Lopes und Raphael Holzhäuser auf der Bank Platz. Christian Molinaro und Tamas Hajnal waren nicht im Kader.

VfB startet schwungvoll

Die Umstellungen bei den Hausherren schienen zunächst zu fruchten, der VfB begann schwungvoll.

Bereits in der 2. und 4. Minute erspielten sich die Stuttgarter gute Möglichkeiten, Gotoku Sakais Schuss ging aus kurzer Distanz drüber.

Bei Traores Versuch von der Strafraumgrenze war Bremens Keeper Sebastian Mielitz zur Stelle.

Anschließend verflachte die Partie.

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Bremen dreht auf

Werder kam in der Anfangsphase kaum gefährlich vor das Tor der Schwaben. Eine erste Chance bot sich in der 16. Minute Ekici. Der Bremer traf den Ball jedoch nicht richtig und sein Schuss ging am langen Pfosten vorbei.

Von da an fanden die Bremer jedoch besser ins Spiel und es war der Startschuss zu zahlreichen richtig guten Chancen.

Erst krachte Kevin de Bruynes Schuss aus Mittelstürmerposition gegen den Pfosten (24.), anschließend traf Eljero Elia nur das Außennetz (29.).

Nur drei Minuten später musste Zlatko Junuzovic das 1:0 für die Gäste erzielen, der Österreicher scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Sven Ulreich.

Stuttgart bricht ein

Nur zwei Minuten später war dann aber auch der Stuttgarter Keeper geschlagen, als Ekici seinen Fuß in eine scharfe Hereingabe von de Bruyne hielt und Ulreich überwand (34.).

Der VfB wirkte geschockt und kam kaum noch vor das Bremer Tor.

Harnik bot sich kurz vor der Pause noch zweimal per Kopf die Chance, der Österreicher scheiterte aber zunächst an Mielitz (42.), sein zweiter Versuch ging über die Latte (45.).

Traore gleicht aus

Labbadia schien in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft begann bemüht und wurde in der 50. Minute durch den Ausgleich belohnt.

Traore nutzte einen Abpraller und überwand Mielitz aus 13 Metern.

Und die Schwaben blieben am Drücker. Bremen kam kaum noch aus der eigenen Hälfte.

Nur drei Minuten nach dem Ausgleich wurde Christian Gentner im Strafraum freigespielt, seinen Schuss aus kürzester Distanz blockte Sokratis mit dem Ellbogen ab. Schiedsrichter Günter Perl entschied jedoch gegen ein Handspiel und auf weiterspielen.

Kvist von der Rolle

In die Drangphase hinein leisteten sich die Stuttgarter allerdings in Person von William Kvist einen folgenschweren Fehlpass (60.).

Nils Petersen ging dazwischen, spielte in den Lauf von Hunt, der ohne Probleme Ulreich zur erneuten Gästeführung überwand.

Nach einem weiteren Fehler von Kvist reagierte Labbadia, nahm den Dänen und den schwachen Harnik vom Feld und brachte mit Daniel Didavi und Federico Marcheda zwei frische Kräfte.

Fans sauer

Doch statt der Stuttgarter schlugen die Bremer erneut zu. In der 74. Minute verwandelte Ekici einen Freistoß aus 20 Metern zum 3:1.

Die Gastgeber brachten anschließend nichts mehr zu Stande, die Fans verließen in Scharen vorzeitig die Arena oder skandierten "Vorstand raus".

In der Nachspielzeit machte de Bruyne mit einem Heber das VfB-Debakel perfekt.

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