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Der Österreicher David Alaba (r.) erzielte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga © getty

Der FC Bayern nutzt beim klaren Erfolg über ein erschreckend schwachen FC Schalke die Patzer der Konkurrenz gnadenlos aus.

Vom FC Bayern berichten Tom Vaagt und Mathias Frohnapfel

München - Es war ohne Frage ein perfekter Samstag für den FC Bayern.

Die Konkurrenz, sofern sie noch als solche zu bezeichnen war, hatte am Nachmittag reihenweise Federn gelassen.

Und so nutzten die Münchner die Steilvorlage in beeindruckender Art und Weise und schickten en passant den FC Schalke 04 noch tiefer in die Krise.

Beim Startelf-Comeback der Edelreservisten Arjen Robben und Mario Gomez kam der FC Bayern zu einem souveränen 4:0 (2:0) gegen die Gelsenkirchener und hat in der Tabelle nun schon 15 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Titelverteidiger Borussia Dortmund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das war heute eine souveräne Leistung, wir haben mit Autorität Fußball gespielt!", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes bei LIGA total!

Alaba und Schweinsteiger treffen vor der Pause

Vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena brachte David Alaba die Platzherren nach 19 Minuten per Foulelfmeter in Führung, Bastian Schweinsteiger erzielte das 2:0 (32.), bevor erneut Alaba weiter erhöhte (51.). (673577DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Der vierte FCB-Treffer ging auf das Konto von Gomez (63.). Wettbewerbsübergreifend sind die Bayern damit seit 17 Spielen ungeschlagen.

"Wichtig war, dass wir die drei Punkte geholt haben", sagte Alaba, "wir haben Spaß und Schmäh in der Kabine, das haben wir auch auf dem Platz gezeigt."

Bei den Schalkern, die sich in München über weite Strecken ohne jedes Selbstvertrauen präsentierten, dürfte Trainer Jens Keller vor dem nächsten Punktspiel am kommenden Samstag bei Mainz 05 immer mehr unter Druck geraten - aller Treuebekundungen von Horst Heldt zum Trotz.

"Es bleibt so, wie wir es vorher gesagt haben: Jens Keller bleibt auf jeden Fall bis zum Saisonende unser Trainer", sagte der S04-Sportdirektor bei "Sky".

Wenig Hoffnung für Schalker Fans

Keller gab sich derweil fatalistisch: "Kritik war von Anfang an da. Ob der Druck nun größer wird oder nicht: Damit muss ich umgehen."

Nach nur einem Sieg aus den letzten elf Pflichtspielen rückt die angestrebte Qualifikation für die Champions League jedoch in immer weitere Ferne.

Zumal die Vorstellung in München den Schalker Fans wenig Anlass zu neuer Hoffnung geben kann, ganz im Gegenteil.

Ängstlich, ideenlos, ohne Gegenwehr: Schalke empfiehlt sich in der aktuellen Form eher für die untere Tabellenregionen denn für europäische Weihen.

"Schalke hat von Beginn an nicht daran geglaubt, hier gewinnen zu können", analysierte LIGA-total!-Experte und Ex-Schalke-Coach Felix Magath die Leistung von Königsblau.

Keine Steigerung erkennbar

Ein Fakt, der selbst den Schalkern zumidest nicht verborgen blieb. "Die Mannschaft hat sich zum Ende des Spiels ergeben ? das darf nicht sein", sagte S04-Kapitän Benedikt Höwedes.

Zwar standen Trainer Keller neben Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar zahlreiche weitere Profis aufgrund von Verletzungen und Sperren nicht zur Verfügung - doch die am Samstag eingesetzten Vertreter betrieben wenig Werbung in eigener Sache.

Eine Steigerung gegenüber dem peinlichen 1:2 gegen Fürth in der Vorwoche war jedenfalls nicht erkennbar.

Bayern von Beginn an dominant

Gerade in der Anfangsphase erstickten die Münchner die Gäste mit ihrer Dominanz und stießen kaum auf Gegenwehr.

Tiefpunkt des Schalker Auftritts vor der Pause war ein Freistoß von Michel Bastos, der statt zumindest in der Nähe des Bayern-Tores zu landen, in Richtung Eckfahne segelte (37.).

Der unter der Woche noch angeschlagene Schweinsteiger hatte es fünf Minuten vorher besser gemacht und aus gut 20 Metern gekonnt verwandelt.

Auch Alaba war bei dem von Marco Höger an Franck Ribery verursachten Strafstoß eiskalt geblieben.

Robben mit guten Ansätzen, Gomez zunächst mit Problemen

Robben und Gomez, für die Thomas Müller und Mario Mandzukic auf der Bank blieben, schienen sich zunächst unterschiedliche Noten zu verdienen.

Während der Niederländer bei seinem ersten Startelfeinsatz seit dem 10. November 2012 immer wieder gute Ansätze zeigte, fand Gomez vor der Pause keine rechte Bindung zum Spiel seiner Kollegen.

Nach dem Seitenwechsel trug der Nationalstürmer dann aber doch Zählbares zum Triumph seines Teams bei.

"Nicht viele Trainer in der Bundesliga hätten mich an diesem Spieltag von Anfang an gebracht", sagte Gomez: "Ich habe mich sehr gefreut ? das zeigt die wahre Größe von Jupp Heynckes."

Auch Gomez trifft

Nach einer scharfen Hereingabe von Robben legte Gomez den Ball auf Alabas Fuß und der Österreicher erzielte ohne Mühe sein zweites Tor des Abends.

Anschließend traf Gomez auf Zuspiel von Robben auch noch selbst ins Schwarze.

Die unter der Woche aufgekommenden Gerüchte, Bayern wolle Robert Lewandowski nach München lotsen, lassen Gomez kalt:

"Ich habe keine Angst ? vor niemandem! Der Verein muss sich klar bekennen und uns sagen, was los ist. Wenn es so ist, dann ist es so."

Beim Gegner wünschen sie sich diese Luxusprobleme.

"Bayern nicht unser Maßstab"

Denn Schalke war im Duell mit dem alten Rivalen überfordert und musste am Ende froh sein, nicht noch heftiger unter die Räder zu kommen.

"Bayern beherrscht eindrucksvoll die Liga. Momentan können wir uns nicht mit Bayern messen", gab ein resignierter Sportchef Horst Heldt zu Protokoll.

Dies, nur als Trost, gilt jedoch für die gesamte Liga.

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