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Trainer Mike Büsken (r.) wartet mit Fürth seit elf Heimspielen auf einen Sieg © getty

Fürths Trainer will auch nach dem elften Heimspiel ohne Sieg die Hoffnung nicht aufgeben. Wolfsburgs Trainer Hecking scherzt.

Fürth - Sie sind frustriert, sie schießen keine Tore, und sie machen entscheidende Fehler. Immer wieder, fast wöchentlich - mal abgesehen vom Coup in Schalke.

Auch das 0:1 (0:1) der SpVgg Greuther Fürth gegen den VfL Wolfsburg (Spielbericht) war ein Abziehbild vieler Auftritte in dieser Bundesliga-Saison (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Aufgeben will beim Tabellenschlusslicht dennoch niemand - zumindest nicht offiziell. "Ich müsste ja vor die Wand gelaufen sein, um zu sagen, es reicht nicht", sagte Trainer Mike Büskens, Kämpfer von Natur aus.

Und doch ließ auch der einstige Schalker Eurofighter durchblicken, dass ihm der absolute Glaube an das "Wunder von Fürth" wohl fehlt.

"Herz in beide Hände"

Als er betonte, "wir haben unser Herz in beide Hände genommen mit unseren Möglichkeiten", hätte er auch sagen können - es reicht nicht. Aber das kommt einem Mike Büskens eben nicht von den Lippen.

Der 44-Jährige wird diesen Satz wohl so lange vermeiden, bis Fürth - vor Wochenfrist 2:1-Überraschungssieger auf Schalke - auch rechnerisch abgestiegen ist.

Im Grunde genommen haben die Franken ja auch noch eine Chance, 13 Spiele bleiben, 39 Punkte sind maximal zu holen. Vielleicht ist es das, was Torhüter Wolfgang Hesl zu der kühnen Aussage veranlasste: "Der Abstand ist gleich geblieben, das macht Mut".

Vier Tore, kein Sieg

Man kann aber entgegenhalten, dass Fürth lediglich zwei von 21 Spielen gewonnen hat, zu Hause von elf Partien gar keine und im eigenen Stadion erschreckende vier Tore geschossen hat. Diese Realität hat Hesl vielleicht einfach verdrängt (673577DIASHOW: Der 21. Spieltag). .

Büskens kennt selbstverständlich die Zahlen und der Coach weiß auch, "die Spiele werden weniger" - und nicht leichter. Das Abhaken und Weitermachen, auf das Fürths Sportlicher Leiter Rouven Schröder setzt, das wird immer schwieriger.

Die Einstellung der tapferen SpVgg hervorzuheben, damit hatte Büskens sicher recht. Dies allein ist ohne Konsequenz vor dem Tor allenfalls ehrenwert, aber de facto zu wenig.

Qualität reicht nicht

Büskens hätte sich die "Effektivität der Wolfsburger" gewünscht - und auch deren Qualität? Er erwähnte die Namen Naldo, Diego und Bas Dost als wolle er sagen, diese Qualität haben wir eben nicht. Aber wir versuchen trotzdem alles bis zum Schluss.

Naldo, Diego und Dost hatten zweifellos wichtige Rollen an diesem Samstag. Naldo ließ Fürths Nikola Djurdjic, in Schalke noch Siegtorschütze, kaum zur Entfaltung kommen.

Wenn die Wölfe schnell nach vorne spielten, hatte Diego damit zu tun und Dost, der war zwar kaum zu sehen, aber erzielte in der 23. Minute mit seinem neunten Saisontreffer das Tor des Tages zum 1:0.

Ruhe nach dem Sieg

Für die Niedersachsen, die unter Dieter Hecking in Fürth zum ersten Mal auswärts gewannen und mit jetzt sieben Zählern aus drei Spielen gut gestartet sind, bedeutete dieser Pflichtsieg vor allem eines: Ruhe.

Der VfL hat sich vorerst größerer Abstiegssorgen entledigt und auch durchaus kämpferische Qualität gezeigt. "Es hat sehr viel auf dem Spiel gestanden", sagte Hecking, weil ja am nächsten Spieltag Bayern München nach Wolfsburg kommt, wo "die Punkte so gut wie sicher" sind, wie der Coach scherzte.

Die Mannschaft habe sich der Drucksituation in Fürth gestellt, es sei "Leben auf dem Platz" gewesen.

"Nicht von Europa träumen"

Um allerdings jetzt gleich ein bisschen nach oben zu schielen, dafür lief für Hecking noch zu vieles schief bei seiner ersten Rückkehr nach Franken seit dem Abschied vom 1. FC Nürnberg.

"Wir sollten kleine Brötchen backen und nicht von Europa träumen", sagte er. Einige Male hatte es nämlich "lichterloh" vor dem Tor gebrannt. Aber es passierte eben glücklicherweise in Fürth, beim schwächsten Team der Bundesliga.