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Lucien Favre (l., mit Schürrle) ist seit 2011 Trainer von Borussia Mönchengladbach © getty

Gladbachs Favre verzweifelt nach dem 3:3 gegen Leverkusen an den vielen Fehlern, Völler spricht von einer "gefühlten Niederlage".

Mönchengladbach - Lucien Favre sah im Vorübergehen Andre Schürrles Treffer über den Bildschirm flimmern und schüttelte den Kopf:

"Mon Dieu (Mein Gott), viel zu tun, viel zu tun."

Borussia Mönchengladbachs Trainer suchte nach dem verrückten 3:3 (1:0) gegen Bayer Leverkusen (Spielbericht) aber keinen göttlichen Beistand, sondern nahm seine Mannschaft ins Gebet:

"Wenn wir nicht alles geben, nicht top verteidigen, dann haben wir ein Problem." ( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

Immerhin kamen die "Fohlen" gegen die Werkself mit einem blauen Auge davon, weil Patrick Herrmann vier Minuten vor dem Abpfiff im fünften Spiel gegen seinen Lieblingsgegner durch das Tor zum 3:3 zum fünften Mal traf.

Wichtiges Ergebnis

"Es läuft ganz gut gegen Leverkusen", sagte Herrmann mit einem schelmischen Grinsen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zwar wartet die Borussia weiter seit dem 25. Februar 1989 auf einen Heimsieg gegen Bayer.

Doch vor dem Europa-League-Duell am Donnerstag (20.55 Uhr im LIVE-TICKER) mit Lazio Rom "war das 3:3 sehr wichtig für den Kopf", betonte Favre nicht zuletzt auch wegen zwei verspielter Führungen seiner Elf.

Völler unglücklich

Die Gäste, die am Donnerstag in der Europa League auf Benfica Lissabon treffen (ab 18.50 Uhr im LIVE-TICKER), waren in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft und hatten nach der zwischenzeitlichen 3:2-Führung laut Trainer Sascha Lewandowsi "alle Trümpfe in der Hand".

Deshalb empfand nicht nur Sportdirektor Rudi Völler das Ergebnis wie "eine gefühlte Niederlage für uns. Ich habe selten so eine erste Halbzeit gesehen. Wir sind in die Kabine gegangen, haben 0:1 hinten gelegen und haben uns gefragt: Warum eigentlich?".

Verrückte Partie

Martin Stranzl (44.) hatte mit seinem Kopfballtreffer kurz vor der Pause den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt.

Doch Leverkusen glich zunächst durch Sydney Sam (52.) aus, verkraftete gegen die nach der Pause deutlich besser aufspielenden Hausherren den neuerlichen Rückstand durch Luuk de Jong (58.) und drehte danach durch Stefan Kießlings 14. Saisontreffer und gleichzeitig 100. Bundesliga-Tor (60.) sowie Nationalspieler Schürrle (64.) die Partie zwischenzeitlich sogar.

"Am Ende haben wir noch gut gekämpft. Die schnellen Tore zum 2:2 und 2:3 dürfen nicht passieren", sagte de Jong:

"Leverkusen hat aber auch gut gespielt in der ersten Halbzeit."

Favre verärgert

Favre ärgerte sich dagegen über die vielen unnötigen Ballverluste: "Wenn Du den Ball nicht hast, ist es schwer, Fußball zu spielen."

Zudem wäre die Offensiv-Taktik der Gäste "zu kompliziert" für seine Mannschaft gewesen.

So sah es auch Schürrle: "Die Leistung stimmt, aber wir waren bei Standards zu unkonzentriert. Vielleicht müssen wir in Zukunft fünf Tore schießen, um zu gewinnen", sagte der Nationalspieler.

"Wir waren drückend überlegen, haben den Ball gut laufen, es hat aber die letzte Konsequenz gefehlt. Es ist bitter, wenn man sieht, welchen Aufwand wir betreiben, aber nur einen Punkt holen", betonte Schürrle bei LIGA total!.

Schwieriges Programm

Die Standards, aus denen der erste und dritte Gladbacher Treffer fielen, hatte Favre übrigens am Donnerstag und Freitag noch eigens trainieren lassen.

Gar nicht glücklich ist der Schweizer über das Programm der kommenden Woche.

Nur 36 Stunden nach dem Highlight im ausverkauften Borussia-Park gegen die "Klassemannschaft" (Favre) aus Rom müssen die Fohlen beim Hamburger SV antreten.

"In Frankreich ist so was verboten", stellte Favre klar.

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