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Eugen Polanski (r., mit Schmiedebach) wechselte aus Mainz nach Hoffenheim © getty

Die Mannschaft habe die einfachsten Dinge vergessen, schimpft der Winter-Neuzugang nach der Pleite in Hannover bei SPORT1.

Hannover - Hoffenheims Mittelfeldspieler Eugen Polanski platzte nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei Hannover 96 lautstark der Kragen.

"Wir müssen einfach geiler auf Tore werden", forderte Polanski.( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

Der 26 Jahre alte Pole, in der Winterpause von Mainz 05 zur TSG gewechselt, konnte nicht glauben, mit welcher Lethargie sich einiger seiner Teamkollegen in die unnötige Niederlage in Hannover ergaben.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die fein dosierte Kritik von Trainer Marco Kurz und Manager Andreas Müller am uninspirierten Auftritt der Kraichgauer in der WM-Arena am Maschsee war Nationalspieler Polanski viel zu milde:

"Ich bin sprachlos", schimpfte er bei SPORT1: "Wir haben die einfachsten Dinge total vergessen. Wir wollen zaubern, statt einfach nur mal den nächsten Mann zu suchen."

Polanski forderte "einfachen, ehrlichen Fußball": "Da müssen wir schnell einsetzen."

Niederlage trotz Überlegenheit

Denn sonst wird die TSG am Saisonende nicht in Schönheit sterben, aber absteigen.

17:8 Torschüsse zählten die Statistiker, 10:5 Ecken, sie ermittelten einen Ballbesitz von 55 Prozent.

Die Punkte aber blieben in Hannover, dennoch vermieden die Verantwortlichen deutliche Worte in Richtung der Profis.

"Wir haben nicht konsequent genug und zu kompliziert gespielt", merkte Müller milde an, sein Coach ergänzte fast sanftmütig: "Unserem Spiel hat die Klarheit gefehlt. Das war zu wenig, um hier zu punkten."

1899-Fans bleiben zu Hause

Polanski hingegen redete Klartext: "Einige fühlen sich bei uns von so etwas nicht angesprochen. Das muss dringend thematisiert werden."

Auch die gezeigte Leistung reicht nicht, um die Klasse zu erhalten. Die Hoffenheimer Fans jedenfalls haben den Abstiegskampf ihres Klubs ganz offensichtlich schon verloren gegeben.

Gerade einmal 123 Gästefans hatten die Mannschaft in die niedersächsische Landeshauptstadt begleitet.

Derby gegen Stuttgart steht an

Und so wird das Landesderby am kommenden Wochenende gegen den VfB Stuttgart zu einer richtungsweisenden Partie.

Mit einem Sieg gegen den VfB könnten die Hoffenheimer den Punkterückstand auf die Schwaben von derzeit neun auf dann sechs Punkte verkürzen.

Fast schon die letzte Chance, den Relegationsplatz 16 wenigstens mittelfristig zu verlassen.

Dummes Foul von Firmino

Fehlen wird in diesem Prestigeduell der Brasilianer Roberto Firmino.

Der an diesem Nachmittag noch aktivste Hoffenheimer holte sich vor 35.200 Zuschauern mit einem geradezu blödsinnigen Foul im Mittelfeld die fünfte Gelbe Karte ab und ist nun gesperrt.

Die Norddeutschen nutzten die Gelegenheit gern, gegen einer derart dankbaren Gegner den vierten Heimsieg in Folge einzufahren und sich in der Tabelle vom zehnten auf den neunten Platz zu verbessern.

Slomka zufrieden

"Ein wertvoller Sieg, und auch noch zu null gespielt", sagte 96-Coach Mirko Slomka erleichtert, die Chance auf eine erneute Europa-League-Qualifikation wurde damit gewahrt.

"Wir haben defensiv wesentlich besser gestanden als zuletzt", sagte Torwart Ron-Robert Zieler zu SPORT1:

"Wir haben früh das 1:0 erzielt und dann gefightet bis zum Schluss. Endlich mal wieder zu null, das macht Mut für das Spiel in Moskau."

In der russischen Hauptstadt tritt 96 am Donnerstag in der Europa League gegen Anschi Machatschkala an.

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