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Kevin Trapp (r.) wechselte vor der Saison vom 1. FC Kaiserslautern zu Eintracht Frankfurt © getty

Frankfurts Keeper hält gegen Nürnberg seinen Kasten sauber und die Hessen auf Europa-Kurs. Club-Coach Wiesinger hadert.

Frankfurt - Kevin Trapp zupfte erst etwas verlegen an seiner Trainingsjacke und fing dann an zu grinsen.

"Die Frage könnt ihr euch mittlerweile eigentlich sparen", sagte der Torwart, als er wieder einmal seine Leistung bewerten, sich am liebsten sogar loben sollte:

"Ich werde auch jetzt nichts anderes sagen. Es ist immer noch meine Aufgabe, der Mannschaft zu helfen. Und wenn mir das gelingt, ist das super."

Beim 0:0 von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Nürnberg (Bericht) war das dem U-21-Nationaltorwart besser gelungen als jedem anderen.

Mehrfach hielt der 22-Jährige den Aufsteiger mit starken Paraden im Spiel und am Ende die Null fest. ( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

"Wir können froh sein"

"Das kam in dieser Saison ja nicht so oft vor. Das ist natürlich etwas Schönes", sagte Trapp: "Insgesamt ist aber nur wichtig, dass wir nicht verloren haben. Milde ausgedrückt war das nicht unbedingt ansehnlich - deswegen können wir froh sein, den Punkt mitgenommen zu haben."

Ähnlich zufrieden war auch der Großteil der 45.400 frierenden Zuschauer.

Weiter auf Kurs Europa

Die Eintracht bleibt dank des schmeichelhaften Punktgewinns voll im Geschäft um die Europapokal-Plätze, steuert mit 37 Punkten momentan sogar auf Champions-League-Kurs - auch wenn Trainer Armin Veh das nicht hören will. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bin froh, dass wir wieder einen Punkt auf Hoffenheim gut gemacht haben", sagte der 52-Jährige mit Blick auf Relegationsplatz 16: "Jetzt sind wir wieder ein Stück näher dran an den 40 Punkten. Wenn wir die geschafft haben, können wir andere Ziele ausgeben."

Bei weiteren Top-Leistungen wird auch Trapp seine bislang bescheidenen Ziele überdenken können. "Ich habe hoffentlich noch eine U-21-EM im Sommer und einige Bundesligaspiele", sagte er: "Darauf sollte ich mich erst einmal konzentrieren."

WM 2014 ist "ein Traum"

Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sei "noch weit weg" - aber dass "so etwas natürlich der Traum jedes Fußballers ist, ist, glaube ich, klar", sagte Trapp.

Das einzige Problem seines Torwarts, glaubt Veh, sei das Überangebot im Nachwuchsbereich.

"Eines brauchen wir in Deutschland definitiv nicht: Einen Torwart aus dem Ausland", sagte er: "Es ist schwer, und Manuel Neuer ist ja auch noch keine 35. Aber meiner ist schon einer der besten."

Sieger im Privatduell mit Pekhart

Bewiesen hatte Trapp das am Samstag im Privat-Duell gegen Nürnbergs Stürmer Tomas Pekhart (25./37.).

Zuvor klärte er gegen Mike Frantz in höchste Not (22.), in der Schlussphase verhinderte er einen Nachschuss des eingewechselten Sebastian Polter (89.).

"Wenn der Ball reingeht, sehe ich scheiße aus und bekomme andere Fragen gestellt", sagte Trapp.

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen analysierte am Ende eine "Partie auf Augenhöhe", in der die Konterchancen der Gäste "außerordentlich waren. Es gibt überhaupt keinen Grund für uns, enttäuscht zu sein", sagte er.

Ein wenig gehadert wurde dafür bei den Nürnbergern.

Wiesinger nicht unzufrieden

"Unter dem Strich war heute mehr drin", sagte FCN-Trainer Michael Wiesinger: "Wir haben gut begonnen und in der ersten Hälfte Chancen liegen lassen. Mit etwas mehr Effizienz und Durchschlagskraft wäre mehr drin gewesen."

Trotzdem werde der Club den Punkt "natürlich gerne" mitnehmen, sagte er: "Die Eintracht ist immer in der Lage, ein Tor zu erzielen."

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