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Kam 2009 für 30 Millionen Euro zum FC Bayern: Nationalstürmer Mario Gomez © imago

Nach den Lewandowski-Gerüchten richtet der Stürmer eine Kampfansage an seinen potenziellen Rivalen. Hoeneß stichelt, Matthäus kontert.

Von Tom Vaagt und Reinhard Franke

München - Mario Gomez hat genug.

Genug von all den Spekulationen, genug von all den Diskussionen. Der Schatten von Robert Lewandowski kann den deutschen Nationalstürmer nicht schocken.

Soll der Torjäger doch von Borussia Dortmund zu Bayern München wechseln.

Seinen Platz wird Gomez nicht räumen - zumindest nicht freiwillig.

"Ich sehe mich noch nicht weg. Egal, wer kommt - ich habe vor niemandem Angst. Ich bin gern in München. Wenn das nicht mehr der Fall sein soll, muss man mir das sagen", sagte der 27-Jährige nach dem 4:0 des deutschen Rekordmeisters gegen Schalke 04.(Bericht)

Ein Bekenntnis sieht anders aus

Anschließend gab es eine unmissverständliche Botschaft an die Bayern-Bosse.

"Ich mache meine Arbeit. Irgendwann wird uns der Verein schon sagen, wie er plant. Ein Bekenntnis sieht im Moment - für die Stürmer, die da sind - anders aus", sagte Gomez bei SPORT1.

Der Angreifer vermisst die unbedingte Rückendeckung. Zumal Bayerns Präsident Uli Hoeneß ein Dementi zur angeblich erfolgten Einigung mit Lewandowski am Sonntag vermied.

"Das sind Gerüchte. Wir haben vor einiger Zeit beschlossen, über diese Dinge gar keine Kommentare mehr abzugeben. Warum sollten wir Dinge dementieren, die uns derzeit nichts angehen", sagte der 61-Jährige im Volkswagen Doppelpass.

Gomez-Berater: Mario hat keine Angst

Die Spekulationen werden also weitergehen. Heute, morgen und wohl weit darüber hinaus. Kommt Lewandowski? Geht Gomez? Nach den Vorstellungen von Gomez-Berater Uli Ferber soll vor allem der zweite Fall nicht eintreten.

"Mario fühlt sich wohl in München und hat vor keiner Konkurrenz Angst. Er ist bei einem sehr, sehr guten Klub und will dort mit der Mannschaft Titel holen", sagte der Manager im Gespräch mit SPORT1.

Erst im vergangenen Sommer hatte Ferber seinem Klienten zu einem neuen, üppig dotierten Vertrag bis 2016 verholfen. Umso verwunderlicher, dass in Lewandowski nur wenige Monate später ein potenzieller Nachfolger gehandelt wird.

Das Thema bewegt die Szene

"Das ist eine Geschichte, die Bayern für sich entscheiden muss. Mario hat immer den Konkurrenzkampf angenommen. Egal, ob in seiner Zeit beim VfB, bei den Bayern oder in der Nationalmannschaft", betonte Ferber.

Das Thema bewegt die Szene. Am Samstag hatte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus die Gerüchte über einen Wechsel Lewandowskis nach München genährt.

"Ich habe gehört, dass sich Lewandowski einig ist mit dem FC Bayern, beziehungsweise das Management von Lewandowski", sagte der "Sky"-Experte: "Er ist ein Spieler, der, glaube ich, mehr ins System von Pep Guardiola passt als Gomez."

Hoeneß spottet, Matthäus kontert

Von Hoeneß erntete Matthäus für seine Ausführungen nur Spott. "Ich denke, Lothar hat sich in den vergangenen Monaten immer sehr mit Frauen beschäftigt. Jetzt diskutiert er plötzlich über neue Spieler beim FC Bayern. Scheinbar hat er sein Jagdfeld verändert", sagte der Bayern-Präsident. Ein griffiger Spruch - und auch ein Ablenkungsmanöver?

Er habe sehr gute Kontakte, national wie international, legte Matthäus am Sonntag bei "Sky 90" nach. "Aus sicherer Quelle - von einem, der es wissen muss - habe ich mitbekommen, dass Lewandowski mit Bayern einig ist, dass Lewandowski zu den Bayern kommt", sagte Matthäus.

Strunz wettet sogar

Unklar sei nur der Zeitpunkt, ob bereits diesen Sommer oder nächsten, sagte Matthäus.

"Wenn ich schief liegen würde, würde ich mich bei Uli Hoeneß entschuldigen ? das wird jetzt die nächsten 18 Monate dauern", sagte der Weltmeister von 1990, das gleiche erwarte er aber auch von Hoeneß.

"Man muss mich nicht persönlich attackieren", erklärte Matthäus: "Wenn Uli Hoeneß sich auf den Schlips getreten fühlt, dann attackiert er."

Auch SPORT1-Experte Thomas Strunz geht jedenfalls fest von einem künftigen Engagement Lewandowskis in München aus: "Ich glaube, dass er zu den Bayern geht. Wenn nicht, spende ich 500 Euro." Felix Magath präsentierte sich derweil nicht ganz so spendierfreudig - aber zumindest meinungsstark.

Gomez bei Wechsel nur ins Ausland

"Ich kann mir vorstellen, dass Mario Gomez mit seiner Rolle bei Bayern nicht so zufrieden und glücklich ist - und dann wäre als Konsequenz ein Wechsel das Richtige", sagte der ehemalige Bayern-Trainer bei LIGA-total!: "Die Wahrscheinlichkeit ist schon groß, dass er den Verein im Sommer verlässt."

Als mögliches Ziel des Nationalstürmes wurde zuletzt auch der BVB genannt. Nach SPORT1-Informationen wird es dazu aber auf keinen Fall kommen. Sollte Gomez die Bayern tatsächlich verlassen, wäre er nur zu einem Wechsel ins Ausland bereit.

Lewandowski-Sperre als Probelauf für BVB?

Was bei all den Spekulationen fast untergeht: Gomez und Lewandowski waren am Samstag auch auf dem Platz aktiv. Beide erzielten jeweils ein Tor. Lewandowski sah im Spiel gegen den Hamburger SV zudem Rot und wird dem BVB nun vorerst fehlen.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp muss also improvisieren. Vielleicht ist es ein Probelauf für die kommende Saison.