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Franck Ribery erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison bislang sechs Tore © imago

Er ist der klare Verlierer im Duell mit Superstar Lionel Messi. Franck Ribery weiß, dass ihm noch ein Stück zur Weltklasse fehlt.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Franck Ribery war nicht der große Gewinner.

Es war Lionel Messi (Spielerporträt).

Bei Argentiniens 2:0-Testspielsieg im Stade Velodrome von Marseille jubelte der 21-Jährige vom FC Barcelona.

Messis Tor in der 83. Minute setzte dessen guter Leistung die Krone auf, Ribery ging mit Frankreich unter (Sandsturm und Gaucho-Wirbel).

"Wir haben ihn völlig aus dem Spiel genommen. Er war neutralisiert", stellte auch Argentinien-Coach Diego Maradona fest.

"Messi ist einer der Spielertypen, die ich wirklich bewundere. Ich finde, dass wir beide eine ähnliche Spielweise haben. Wir dribbeln gerne und denken sehr offensiv", sagt Ribery über seinen Kontrahenten.

Bayerns Mittelfeld-Ass zeigte sich äußerlich gelassen. Aber der 25-Jährige mit den markanten Gesichtsnarben definiert sich als Fußball-Ästhet.ad

Glänzen dürfen neben ihm nur wenige. Und genau das könnte für die Klubbosse in München zum Problem werden.

Topklubs "zum Träumen"

Zuletzt hatte Ribery mehrfach mit einem Vereinswechsel kokettiert und zugegeben, dass ihn die Namen europäischer Topklubs wie Real Madrid "zum Träumen bringen".

Auf die Frage, ob ausländische Spitzenklubs bei ihm angefragt hätten, bestätigte Ribery: "Das haben sie bereits. Ob Real Madrid, Barcelona, Chelsea oder Manchester City. Ich habe aber niemals gesagt, dass ich dort hin will."

Noch nicht. Sein Kontrakt in München läuft bis 2011. "Diesen will ich auch erfüllen", hatte er im gleichen Atemzug betont.

Van Buyten das Zünglein an der Waage?

Interessanterweise meint Teamkollege, Dolmetscher und bester Kumpel Daniel van Buyten (Vertrag bis 2010), dass der Filigrantechniker quasi von ihm abhängig sei. "So lange ich in München bleibe, wird auch Franck bleiben. Wenn ich gehe, dann geht er auch", behauptet der Belgier im "Express".

Es ist egal, ob Ribery über sein Gehalt redet, mögliche Interessenten ins Gespräch bringt, sein Berater-Zwist breit getreten wird oder er mit seinen nicht immer unterhaltsamen Späßen 52991(DIASHOW: Riberys Amokfahrt in Dubai) für Furore sorgt.

Kein Muster

Der Vize-Weltmeister macht keinen Hehl daraus, dass er sich als Star fühlt. In Muster lässt er sich selbst von Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß, die ihn für den gegen Jens Lehmann verschossenen Elfmeter tadelten, schon gar nicht pressen.

"Wenn ich Lust habe, einen Elfmeter wieder so zu versuchen, werde ich das auch machen."

Der Individualist will so bleiben. Immer mehr auf Kosten des Vereins. Noch suchen die Bayern-Bosse nach einem Weg, mit Ribery umzugehen.

Für den Rekordmeister ist der 25-Millionen-Einkauf, der zuvor als "Wandervogel" galt und 2007 von Olympique Marseille kam, eine unverzichtbare Diva.

Schweinsteiger "verhungert"

Das Spiel ist auf Ribery zugeschnitten, oft verhungert Bastian Schweinsteiger auf der gegenüberliegenden rechten Seite, weil er nicht mit Bällen gefüttert wird.

Genau aufgrund dieser Tatsache stecken die Bayern in einer Zwickmühle. Einerseits ist das Genie für den Erfolg der Mannschaft maßgeblich, andererseits teilen sie ungern einem Spieler eine exklusive Sonderrolle zu.

Das aber müssen sie bei Ribery. Der weiß um seinen Stellenwert - und kostet diesen genüsslich aus.

Erste Anzeichen, dass diese Situation gefährlich ist, gab es auch im Spiel gegen Borussia Dortmund (3:1).

Ribery wie Diego?

Ribery agierte zwar ordentlich und lieferte auch die Torvorlage zu Miroslav Kloses 3:1, dennoch: Häufig entschied er sich in entscheidenden Momenten falsch und haderte mit den Mitspielern.

Dass ein Star schnell einmal zum Außenseiter werden kann, zeigt aktuell das Beispiel Werder Bremen und Diego. Es wäre eine logische Folge, wenn ein Star abdriftet: Der Teamgeist kann auf der Strecke bleiben.

Am Wochenende steht nun erstmal die Reise zum Top-Spiel nach Berlin an. Dann rückt Ribery einmal mehr in den Mittelpunkt und kann die Skeptiker eines Besseren belehren.

Wirbel um Ze Roberto

Unterdessen herrscht auch Wirbel um Ze Roberto. Der Brasilianer will beim FC Bayern bleiben, aber unbedingt einen Zweijahresvertrag. Die brisante Frage lautet: Bekommt er, was Mark van Bommel vorenthalten blieb?

Spannung ist bei den noch im Februar anstehenden Verhandlungen also durchaus geboten.

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