vergrößernverkleinern
Piotr Trochowski (r.) wechselte 2005 vom FC Bayern zum HSV © getty

Die Hamburger feiern einen 2:0-Pflichtsieg gegen Bielefeld und sind als Dritter nur einen Punkt von Platz eins entfernt.

Hamburg - Paolo Guerrero tanzte mit nacktem Oberkörper vor der HSV-Kurve und auch seine Teamkollegen waren bei Eiseskälte und Schneefall in bester Feierlaune.

Nach dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Arminia Bielefeld in der "Festung Volkspark" träumt ganz Hamburg vom Titel.

Die Hanseaten zogen wieder an Meister FC Bayern München vorbei und liegen nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter Hertha BSC auf Platz drei.

"In diesem Jahr können wir viel erreichen, wenn wir eine gute Rückrunde spielen und nicht viele Fehler machen", analysierte Piotr Trochowski, der den Führungstreffer (32.) erzielte, das Titelrennen.

Die Ansprüche steigen

Auch Torwart Frank Rost blickt nach oben: "Die Ansprüche steigen in Hamburg. Als ich gekommen bin, war man froh über den Klassenerhalt. Nun spielt man oben mit. Mit diesem positiven Druck müssen wir umgehen können. Ziel ist es, am Ende der Saison möglichst auf einem Champions-League-Platz zu stehen."

Es darf aber auch mehr sein. "Natürlich wollen wir deutscher Meister werden, aber es sind noch viele Spiele zu absolvieren. Wir müssen so viele Punkte wie möglich holen und dann wird abgerechnet", meinte HSV-Neuzugang Michael Gravgaard, der nach seinem missglückten Debüt in der Vorwoche gegen den Karlsruher SC (2:3) diesmal einen guten Eindruck hinterließ.

Sehr gute Heimbilanz

Auf die Heimstärke ist beim HSV jedenfalls Verlass. Im zehnten Heimspiel gab es bereits den neunten Sieg.

Damit verfügt die Elf von Trainer Martin Jol über die beste Bilanz im eigenen Stadion aller Klubs. Umso wichtiger war der Sieg, zumal nun die Wochen der Wahrheit anstehen.

Am Mittwoch gastiert der HSV im UEFA-Cup beim NEC Nijmegen, vier Tage später müssen die Rothosen beim Titelrivalen Bayer Leverkusen ran.

Reinhardt mit Optimismus

"Wir haben in der Vergangenheit stets bewiesen, dass wir mit den englischen Wochen gut zurecht kommen", meinte der verletzte HSV-Verteidiger Bastian Reinhardt und ist für den "Tanz auf drei Hochzeiten" guter Dinge.

Neben dem Meisterschaftsrennen und dem Europacup ist der HSV auch im Pokal noch gut vertreten und darf sich berechtigte Hoffnungen auf den ersten Titelgewinn seit 1987 machen.

Rost mit Elfer-Parade

Zu verdanken hatten die Gastgeber den Erfolg aber zu großen Teilen Torwart Frank Rost. Der Keeper parierte vor 53.292 Zuschauern in der 55. Minute einen Foulelfmeter von Artur Wichniarek.

"Den habe ich sehr schlecht geschossen. Das war eine große Möglichkeit, vielleicht wäre das Spiel dann anders gelaufen", haderte Wichniarek mit seinem Fauxpas. Fünf Minuten später war das Spiel durch den Treffer von Guerrero entschieden.

Der gehaltene Elfmeter war nicht die einzige Großtat von Rost. Der Keeper klärte auch großartig bei einem Schuss von Jonas Kamper (25.) sowie einen Kopfball von Andre Mijatovic (37.).

Eilhoffs Fehleinschätzung

Auf der anderen Seite machte sein Gegenüber Dennis Eilhoff beim Hamburger Führungstor eine äußerst unglückliche Figur.

Bei einem Freistoß von Trochowski aus halblinker Position schätzte er den als Flanke geschlagenen Ball völlig falsch ein und ließ ihn über die Fingerspitzen hinweg ins Tor passieren.

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt dennoch hoch verdient. Die Gäste, die ohne fünf Stammspieler antreten mussten, verlegten sich in der ersten Halbzeit fast ausschließlich auf Konterversuche und tauchten nur sehr selten in der gegnerischen Hälfte auf.

Glück hatten die Ostwestfalen in der 26. Minute, als Mijatovic beinahe ein Eigentor unterlief. Trochowski scheiterte zudem zehn Minuten vor der Pause mit einer Direktabnahme, als er aus kurzer Distanz über das Tor schoss.

Bielefeld mit mehr Mut

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte war der Nationalspieler der gefährlichste HSV-Angreifer. Er scheiterte jedoch zweimal an Eilhoff, der insbesondere in der 51. Minute mit einem Blitz-Reflex seinen Fehler vor dem 1:0 wieder gut machte.

Die Elf von Trainer Michael Frontzeck spielte in der Folge aber mutiger und hatte mit dem Foulelfmeter die große Chance zum Ausgleich. Der Brasilianer Alex Silva hatte im Strafraum mit einem hohen Bein den Kopf von Robert Tesche getroffen.

Der Strafstoß war vollkommen berechtigt. Wichniareks Schuss war allerdings so schwach, dass Rost parieren konnte.

Guerrero sorgt für Entscheidung

Nach dem 2:0 durch einen sehenswerten Schlenzer von Guerrero plätscherte die Partie mehr oder weniger dahin. Die Hamburger taten nur noch soviel wie nötig.

Bielefeld war aber nicht mehr in der Lage, die Hausherren zu gefährden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel