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Josip Simunic wechselte im Jahr 2000 vom HSV zur Hertha © imago

Hertha BSC empfängt den FCB zum Topspiel. Im Sport1.de-Interview spricht Josip Simunic über Klinsmann und Tonis "Fallsucht".

Von Daniel Rathjen

München - Wen hat Hertha BSC nicht verblüfft?

Nach 19 Spieltagen belegt der Hauptstadtklub mit 37 Punkten Rang drei.

Gewinnt Berlin nun auch das Topspiel gegen den FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE) und patzt 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen (Datencenter: Der 20. Spieltag), stürmt die Crew von Trainer Lucien Favre sogar die Tabellenspitze.

Das Selbstvertrauen an der Spree ist groß, auch wenn stetige Spekulationen um die Weggang von Marko Pantelic oder Andrej Voronin für Wirbel sorgen.

"Wichtig ist, dass die Mannschaft Erfolg hat", sagt Herthas Abwehrchef Josip Simunic im Gespräch mit Sport1.de.ad

Der fast 31-Jährige spielt mittlerweile seit neun Jahren in Berlin, hat Trainer kommen und gehen sehen, aber so etwas wie momentan "noch nicht erlebt".

Im Sport1.de-Interview schwärmt er zugleich von Jürgen Klinsmann und hat großen Respekt vor Luca Toni, mit dem er am Samstag im direkten Duell aufeinander trifft.

Sport1.de: Das Spiel gegen Bayern steht an, wie groß ist der Respekt?

Josip Simunic: Sehr groß. Bayern München gehört zu den Topklubs in Europa, von den Namen, von der Qualität und vom Umfeld her. Aber der Respekt ist nicht so groß, als dass wir uns verstecken müssten.

Sport1.de: Jürgen Klinsmann hat den Verein als Trainer umgekrempelt. Wie haben Sie die Entwicklungen an der Säbener Straße verfolgt?

Simunic: Ich habe das sehr genau verfolgt. Ich mag Trainer, die genau das machen, was sie wollen, Trainer, die ihre Philosophie haben. Klinsmann hat sein Konzept und zieht das konsequent durch. Er hat sehr viel einstecken müssen vor der WM 2006 in seiner Zeit als Bundestrainer. Aber er hat sein Ding gemacht - und das sehr erfolgreich. Davor ziehe ich meinen Hut.

Sport1.de: Würden Sie ins Grübeln kommen, wenn die Bayern Sie ansprechen würden?

Simunic: Jeder Spieler würde ins Grübeln kommen. Man wäre ja blöd, wenn man nicht darüber nachdenken würde. Aber das ist eine andere Sache. Das Angebot ist ja nicht da. Und ich bin seit neun Jahren Spieler von Hertha. Wir machen unsere Sache und wollen die Bayern jetzt ärgern.

Sport1.de: Sie bekommen es vorwiegend mit Luca Toni zu tun, wie stoppen Sie ihn?

Simunic: Es kommt nicht auf die Leistung einzelner Spieler oder auf Luca Toni an, sondern darauf, dass wir alle gemeinsam kompakt verteidigen. Nur so können wir bestehen. Bayern hat auf jeder Position individuelle Klasse, das brauche ich hier nicht zu erwähnen. Da gibt es beispielsweise einen Ribery und einen für mich überragenden Philipp Lahm.

Sport1.de: Es hält sich der Vorwurf, Toni würde allzu leicht fallen. Können Sie das bestätigen?

Simunic: Nein, er hat seine spezielle Art. Dass sich jetzt viele Spieler gegen ihn stellen und ihm das vorwerfen, finde ich blöd. Luca Toni ist Weltmeister, Torschützenkönig und er hat Titel mit Bayern gewonnen. Solch einem Spieler sollte man mit Respekt begegnen. Er ist ein Topstürmer und kein Schwalbenkönig.

Sport1.de: Bei der Hertha könnte das Selbstvertrauen nicht größer sein. Was läuft anders als sonst?

Simunic: Wir sind als Team unheimlich stark. Zudem haben wir viele Spiele knapp gewonnen, die wir auch hätten verlieren können. Aber in diesem Jahr haben wir in den entscheidenden Momenten keine Tore kassiert, sondern selbst welche gemacht. Hinzu kommt die gute Atmosphäre im Team.

Sport1.de: Sorgen die stetigen Spekulationen um Marko Pantelic und Andrej Voronin nicht trotzdem für Unruhe?

Simunic: Ich glaube nicht. Wichtig ist, dass die Mannschaft Erfolg hat. Ich würde mich freuen, wenn ein Pantelic oder Voronin bleiben würde. Aber es wurde eigentlich schon zu viel darüber gesprochen. Es sollte mehr über die Mannschaft gesprochen werden, als über Einzelschicksale.

Sport1.de: Trainer Lucien Favre steht auch hinter dem Erfolg der Hertha - was zeichnet ihn aus?

Simunic: Unser Trainer ist ein sehr guter Mensch. Ein Perfektionist. Es ist ihm egal, ob ein Spieler 18 oder 30 Jahre alt ist. Er will immer das Maximum aus ihm herausholen. Es macht Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten. Das, was er macht, habe ich so noch nicht erlebt.

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