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Jens Lehmann stand im Mai 2003 zuletzt in der Bundesliga im Tor © imago

"Wir müssen noch einiges verbessern", sagte Stuttgarts Kapitän Hitzlsperger. Gleiches gilt auch für die unterlegenen Gladbacher.

Von Michael Schulz

München ? Mit Ruhm hat sich der VfB Stuttgart im Borussen-Park nicht bekleckert.

Das 3:1 beim Zweitliga-Meister Mönchengladbach war nicht mehr als ein Pflichtsieg. Der Mannschaft von Trainer Armin Veh reichte eine durchschnittliche Leistung, um drei Punkte einzufahren.

Und von der versprochenen Steigerung gegenüber dem 2:1-Heimerfolg gegen FC ETO Györ/Ungarn in der zweiten Qualifikationsrunde des UEFA-Cups blieben die Schwaben einiges schuldig.

Hitzlsperger schreibt Geschichte

Nur in den ersten 45 Minuten zeigte der Meister von 2007 ein Hauch von seinem Leistungsvermögen. Dabei nutzten Thomas Hitzlsperger (14.), Ciprian Marica (26.) und Mario Gomez die Patzer der Gastgeber konsequent.

"Wir wussten nicht, wo wir stehen", sagte Kapitän Hitzsperger: "Ich bin ich froh, dass es so gut gelaufen ist." Beim 1:0 profitierte der Nationalspieler aber davon, dass Keeper Christofer Heimeroth den haltbaren Schuss beim insgesamt 2000. Bundesliga-Gegentreffer passieren ließ.

Noch viele schwere Spiele

Beim 2:0 verlor Neuzugang Jean-Sebastien Jaures (AJ Auxerre) den Ball an der Grundlinie gegen Jan Simak. Einen kollektiven Blackout leisteten sich Marcel Ndjeng, Filip Daems und Roel Brouwers beim dritten Stuttgarter Treffer.

Daher warnte auch Hitzlsperger: "Wir dürfen nicht denken, dass es so weiterläuft", mahnte der 26-Jährige. "Es war ein guter erster Schritt in die richtige Richtung, aber es kommen viele schwierige Spiele."

Lob für Lehmann

Die wenigen Möglichkeiten durch Karim Matmour (18.) und Rob Friend (34./48.) vereitelte VfB-Keeper Jens Lehmann.

"Er hat das Spiel nicht alleine gewonnen, aber er hat sehr viel dazu beigetragen", lobte sein Kapitän Hitzlsperger: "Er hat immer noch sehr viel Qualität und wir wissen, dass wir einen sehr guten Torwart haben."

Vergebene Tabellenführung

Der Schlussmann freute sich zwar nach 1458 Tagen Abstinenz wieder in der Bundesliga zu spielen, doch der 38-Jährige sparte zu Recht nicht mit Kritik.

"Wir hätten das risikoreichere Spiel der Gladbacher in der zweiten Hälfte bestrafen müssen, dann wären wir jetzt Tabellenführer", sagte er: "Das wäre schön gewesen."

"Einiges verbessern"

So musste Lehmann in der 60. Minute (Friend) doch noch hinter sich greifen und verhinderte den Anschlusstreffer von Marko Marin (65.).

"Wir wollten nach der Pause so weiterspielen wie in der ersten Hälfte, aber Gladbach hat Druck gemacht und uns zurückgedrängt", sagte Hitzlsperger.

Noch einiges zu tun

Viel Arbeit wartet auch auf den Aufsteiger. Die Elf von Trainer Jos Luhukay spielte noch wie ein Zweitligist: zu langsam im Abspiel, Aufbau und Abschluss.

Das musste auch der Gladbacher Coach eingestehen.

"Wir haben durch individuelle Fehler beim 2:0 und 3:0 unnötig den Ball verloren. So etwas wird in der Bundesliga gnadenlos bestraft", erklärte der Niederländer. Sein Hoffnungsschimmer: "Wir haben nicht aufgegeben, sondern in der zweiten Halbzeit richtig gut dagegen gehalten."

Marin selbstkritisch

Da war es jedoch schon zu spät. Dennoch kann Gladbachs Bester, Marin, der Lehrstunde etwas Positives abgewinnen. "Wir hätten die wenigen Chancen besser nutzen müssen, dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen."

Gleiches galt aber auch für Stuttgart.

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