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Josef Schnusenberg spricht sich klar gegen ausländische Investoren aus © getty

Den Hacker-Angriff konnte Schalke nicht verhindern. Gegen ausländische Investoren wehren sich die Knappen mit Händen und Füßen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Thorsten Mesch

Gelsenkirchen - Falschmeldungen im Internet, sportliche Talfahrt und keine Besserung in Sicht?

Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Und jetzt geht es auch noch ums Prestige.

Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) müssen die "Knappen" zum VfL Bochum, ehe am 20. Februar Borussia Dortmund in der Schalker Arena gastiert.

Nicht auszudenken was bei einer erfolglosen Woche in Gelsenkirchen passieren würde.

Schnusenberg zuversichtlich

Doch so weit denkt S04-Präsident Josef Schnusenberg noch nicht.

"Ich gehe davon aus, dass wir beide Revierderbys gewinnen werden", stellt er im Gespräch mit Sport1.de klar.

Allerdings hält sich die Laune des Vereinsbosses trotz dieser Zuversicht in Grenzen. Denn der Wirbel um den vermeintlichen Rausschmiss von Kevin Kuranyi wirkt bei ihm noch nach.

"Das war alles andere als ein Kavaliersdelikt", urteilte er.

Asamoah: Es wird heiß

Momentan sind aber alle Augen auf Bochum gerichtet.

"Wir müssen damit rechnen, dass es dort heiß hergeht, und dass die uns mit Sicherheit natürlich wieder ärgern wollen", vermutet Gerald Asamoah, der dienstälteste Schalker im Kader.

"Ich denke, dass wir durchaus sehr gute Chancen haben, drei Punkte aus Bochum mitzunehmen. Wir müssen dann allerdings unsere guten Leistungen in den vergangenen Spielen bestätigen."

Fehlen werden weiterhin der verletzte Marcelo Bordon und der gesperrte Jermaine Jones. "Wir haben genügend Spieler, die sie ersetzen können. Wir haben in Hannover auch ein sehr gutes Spiel ohne Jermaine gemacht. Ich mache mir da keine großen Sorgen", meint Asamoah.

Die Königsblauen brauchen dringend Erfolgserlebnisse, um endlich wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen. Zumal ohne internationales Geschäft in der nächsten Saison erhebliche Sparmaßnahmen im Kader zu erwarten sind.

Schnusenberg: Keine Fremdinvstoren auf Schalke

Dennoch will Schnusenberg, bei Schalke auch für die Finanzen zuständig, keinen Fremdinvestor über den Klub bestimmen lassen.

"Es ist ein Irrsinn, wie sich ein Scheich Manchester City schnappt", sagte er. "Ich finde die Entwicklung in England nur noch tragisch grotesk."

Dieses klare Statement verlas Schnusenberg diese Woche vor 400 geladenen Gästen im Saal "Tibulsky" der Schalker Arena zum Auftakt Beginn der Veranstaltungsreihe "Tore und Gewinne" mit prominenten Gästen aus Sport und Wirtschaft.

"Diese Art des Wettbewerbs wird sich bitter rächen. Er ist auf Kredit finanziert", wetterte Schnusenberg in Richtung Premier League und betonte: "Schalke gehört keinem Scheich, keinem russischen Milliardär oder einem reichen Onkel. Schalke gehört den Schalkern."

Keine Gefahr von Gazprom

Das Engagement des russischen Gazprom-Konzerns bei Schalke habe nichts mit den Aktivitäten eines Investors zu tun.

Kritisch werde es, "wenn ein Investor in der Größenordnung Anteile an einem Verein übernimmt, sodass er die Geschicke des Vereins übernehmen kann".

Gazprom dagegen greife nicht ins operative Geschäft ein.

Noch sei es in Deutschland nicht möglich, dass ein Investor die Mehrheit an einem Bundesligaverein übernimmt, aber das sei "auch gut so", erklärte Schnusenberg, der dabei aber "ausdrücklich das auch in Deutschland verbreitete Mäzenatentum" ausnahm.

Respekt vor Hopp

Was Milliardär Dietmar Hopp mit 1899 geschaffen habe, verdiene höchsten Respekt, betonte der Schalke-Boss.

Unterstützung bekam Schnusenberg von Günter Netzer, dem Gast und Experten des Abends.

Ein Investor wäre auf Schalke ein "Fremdkörper", sagte der ehemalige Profi und Manager, der zu Zeiten des Ex-Präsidenten ("Sonnenkönig") Günther Eichberg selbst einmal für Schalke tätig war.

"Die englischen Vereine stehen auf sehr dünnem Eis", sagte Netzer.

Tradition und Leidenschaft

Für Schnusenberg besteht die Bilanz eines Fußballvereins ohnehin "nicht nur aus Soll und Haben", sondern auch "aus Tradition und Leidenschaft. Der Verein steht für Hingabe und Treue."

Doch in den vergangenen Wochen und Monaten stand Schalke eher für Unruhe, Chaos und Dementis.

Gegen Bochum soll nach dem Sieg gegen Bremen der nächste Schritt aus dem Tief gemacht werden.

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